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ZF Bielefeld: Aus alt mach neu

Fossile Ressourcen werden immer knapper und teurer – Gleichzeitig landen jedes Jahr Millionen Tonnen seltener Rohstoffe auf dem Müll. Der Bielefelder Standort der ZF Friedrichshafen AG, einem der weltweit größten Automobilzulieferer, will dem entgegenwirken. Bereits seit 1963 setzt das Werk auf industrielles „Remanufacturing“: Altteile unterschiedlichster Produktgruppen werden hier aufgearbeitet und dem Markt anschließend wieder als neuwertiges Ersatzteil zugeführt. Auf diesem Wege sparen die Bielefelder nicht nur wertvolle Rohstoffe, sondern auch Energie ein – und haben sich für ihren Betrieb darüber hinaus eigene Klimaschutzziele gesetzt.

Von Kupplungen über Getriebe bis hin zu Lenkungskomponenten – 50 Tonnen Altteile werden jeden Tag am Standort Bielefeld angeliefert und in den Aufbereitungsprozess übergeben. Dort werden die Bauteile von Fachkräften begutachtet, gereinigt, Verschleißteile werden ausgetauscht und fehlende oder defekte Einzelkomponenten durch Ersatzteile in Erstausrüster-Qualität ersetzt. Durch das Remanufacturing spart ZF in Bielefeld im Vergleich zur Neuherstellung eines Produktes etwa 50 bis 90 Prozent des Materials sowie rund 90 Prozent der eingesetzten Energie.

Klimaschutzziel:

  • Zertifizierung von weiteren Aufarbeitungsprodukten nach Cradle to Cradle
  • Reduktion des Gesamtenergieverbrauchs am ZF-Standort Bielefeld

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Foto: ZF Friedrichshafen AG

Luftbild des ZF Werk Bielefeld.



Von der Wiege zur Wiege – Stoffkreisläufe nachweislich schließen

Zirka 90 Prozent aller angelieferten Altteile schaffen den Weg durch die Aufbereitung und kommen schließlich mit neuer Gewährleistung zurück in den Markt. Die restlichen zehn Prozent sind nicht wiederverwendbare Einzelteile. Sie werden wieder zu flüssigem Stahl eingeschmolzen und gelangen so von neuem in den Produktionszyklus. Bei der Aufbereitung profitiert das Unternehmen von einer guten Rückführungsquote. Um die CO2-Bilanz innerhalb des Aufbereitungsprozesses zu minimieren, setzt ZF in Bielefeld auf Ökostrom. Nicht vermeidbare Emissionen werden außerdem zu 50 Prozent kompensiert. Damit entsprechen die Remanufacturing-Produkte den Kriterien des „Cradle to Cradle“-Prinzips, zu Deutsch „von der Wiege zur Wiege“. Das Nachhaltigkeitskonzept lebt von der Vision einer abfallfreien Welt, in der Produkte so gestaltet werden, dass alle verwendeten Materialien am Ende des Lebenszyklus möglichst vollständig recycelt werden können und die Rohstoffe so in Kreisläufen gehalten werden. Auch das unabhängige kalifornische Cradle to Cradle Products Innovation Institute hat ZF in Bielefeld diesen Status bereits für mehrere Produktgruppen bescheinigt. Unter anderem ist es dem Konzern als weltweit erstem seiner Branche gelungen, eine aufbereitete Nutzfahrzeugkupplung nach den strengen Vorgaben des Cradle to Cradle®-Standards zertifizieren zu lassen.  

Klimaschutz als Daueraufgabe

Auch darüber hinaus hat ZF das Bekenntnis zu einer nachhaltigen Unternehmensführung und einem umfassenden Umweltschutz fest in den eigenen Leitlinien verankert. Das Ziel ist es, den Energie- und Ressourcenverbrauch im Werk weiter zu reduzieren. Dafür sollen zum einen technische Maßnahmen sorgen, wie zum Beispiel die Substitution einer Heiß-Waschanlage, der Austausch der Beleuchtung oder der Einsatz von energieeffizienten Kompressoren. Zum anderen werden die Mitarbeiter konkret in Projekte mit einbezogen. Das Werk in Bielefeld hat sein Umweltmanagement an den Anforderungen des ZF-Konzernumweltmanagementsystems ausgerichtet und ist innerhalb des ZF-Konzernzertifikats nach ISO 14001 zertifiziert. Zudem wird ein nach ISO 50001 zertifiziertes Energiemanagementsystem genutzt. So sollen die Emissionen und der Gesamtenergieverbrauch im Werk kontinuierlich weiter gesenkt werden und weitere Zertifizierungen nach Cradle to Cradle möglich werden.

ZF Bielefeld Projektvideo

Video: ZF Group



Foto: ZF Friedrichshafen AG

„ZF verfolgt die Vision Zero, eine Welt ohne Unfälle und Emissionen. Dazu wollen wir nicht nur mit unseren Produkten, sondern auch mit umweltschonenden Produktionsprozessen beitragen.“

Jörg Witthöft, Standortleiter ZF Bielefeld





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