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Stadtwerke Detmold: Konsequenter Klimaschutz

Für die Stadtwerke Detmold sind Zusehen und Nichtstun im Kampf gegen den Klimawandel keine Option - der kommunale Energieversorger möchte Klimaschutz und nachhaltiges Handeln in seiner Region aktiv mitgestalten. Bei der konsequenten Verfolgung der eigenen Klimaschutzstrategie hat das Unternehmen daher nicht nur Maßnahmen in nahezu allen Geschäftsfeldern umgesetzt, sondern seine sich selbst gesteckten Klimaschutzziele sogar übertroffen.

Die Stadtwerke Detmold versorgen rund 78.000 Einwohner sowie eine Vielzahl von Geschäftskunden mit Erdgas, Strom, Trinkwasser und Fernwärme und betreiben darüber hinaus das Freizeitbad Aqualip. Erneuerbare Energien waren schon früh ein Thema im Unternehmen. So errichteten die Stadtwerke beispielsweise bereits 2001 ihre erste Windkraftanlage, die Energie für über 1.000 Haushalte erzeugt. Anlässlich der Meseberger Beschlüsse der Bundesregierung in 2007 entwickelte das Unternehmen schließlich seine eigene Klimaschutzstrategie und schloss 2009 gemeinsam mit der Stadt Detmold einen Pakt zum kommunalen Klimaschutz. In dem Vertrag verpflichteten sich beide Seiten dazu, die von der Bundesregierung beschlossenen Klimaschutzziele auch auf kommunaler Ebene umzusetzen. Seither hat der Energieversorger über 50 Millionen Euro in klimafreundliche Maßnahmen investiert und das Klimaschutzkonzept dabei in nahezu allen Geschäftsfeldern integriert.

Klimaschutzziel:

  • 60 Prozent CO2-Reduktion bis 2020

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Foto: Stadtwerke Detmold

Im Bereich der Stromerzeugung sind die Stadtwerke Detmold seit 2012 kernenergiefrei. Dabei liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien bei eindrucksvollen 92 Prozent.



Umfassendes Klimaschutzkonzept

Dabei spielt unter anderem der Wärmebereich eine große Rolle. In Anlehnung an das im Klimapakt vereinbarte Ziel, den Anteil Erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung zu steigern, bildet der Ausbau der klimaschonenden Fernwärme einen zentralen Baustein. Mit dem Bezug von Wärme aus einem Holzheizwerk und dem Bau von drei Blockheizkraftwerken in den Jahren 2010 bis 2016 konnte der Energieversorger den Erneuerbaren Energien-Anteil auf über 75 Prozent anheben. Auch den Netzausbau des Wärmeverteilnetzes haben die Stadtwerke vorangetrieben und seit 2009 über 20 Kilometer Fernwärmetrasse verlegt. Gleichzeitig konnte der Wärmeabsatz in nur sieben Jahren von 50 Millionen Kilowattstunden in 2008 auf über 120 Millionen Kilowattstunden in 2017 gesteigert werden, wodurch sich der Klimaschutzeffekt noch einmal vergrößert.

Im Bereich der Stromerzeugung sind die Stadtwerke Detmold seit 2012 kernenergiefrei. Dabei liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien bei sehr guten 92 Prozent. Zwischen 2009 und 2018 wurden dafür Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) mit einer Gesamtleistung von rund sieben Megawatt installiert. Dazu zählen nicht nur eigene Anlagen, sondern auch solche, die Kunden im Rahmen von Pachtmodellen zum Zwecke des Eigenverbrauchs überlassen wurden. Darüber hinaus wurde der PV-Ausbau durch finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger vorangebracht. Gleichzeitig haben die Stadtwerke anteilig in Windparks sowie in die Stromproduktion aus Photovoltaik auf Deponiestandorten investiert und besitzen darüber hinaus einen Anteil von fünf Megawatt Leistung an einem Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk. Den restlichen Anteil liefern die in 2001 errichtete Windkraftanlage, Biomasse, hier vor allem Industrie- und Altholz, sowie in eigenen Anlagen aufbereitetes und in das Erdgasnetz eingespeistes Biomethan. Die zu einem kleinen Anteil vorhandene fossile Stromerzeugung findet bei den Stadtwerken Detmold vollständig erdgasbasiert und in KWK-Anlagen statt. Im Bereich des vertriebenen Stroms liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien sogar bei 100 Prozent. Und auch das Erdgas ist über ausgleichende Klimaschutzprojekte ebenfalls als klimaneutral zertifiziert.

Weitere Maßnahmen der Klimaschutzstrategie betreffen die Energieeffizienz. Beispielsweise wurden im eigenen Kraftwerkspark die Transport- und Umwälzpumpen gegen effizientere Technik ausgetauscht sowie im örtlichen von den Stadtwerken betriebenen Freizeitbad die Versorgungs- und Entsorgungsinfrastruktur energetisch saniert. Bei der Trinkwasserversorgung liegt das Hauptaugenmerk vor allem darauf, Wasserverluste zu verringern, um dadurch Pumpenstrom einzusparen.

Im Bereich der E-Mobilität arbeiten die Stadtwerke Detmold am Aufbau einer Ladeinfrastruktur. Aktuell betreiben sie im Stadtgebiet 15 öffentlich zugängliche E-Ladesäulen, die Ladung erfolgt zurzeit kostenlos. Für den eigenen Fuhrpark wurden außerdem neun E-Fahrzeuge angeschafft.

Erstes „KlimaStadtWerk“

Mit den umgesetzten Maßnahmen haben die Stadtwerke Detmold im März 2018 nicht nur die Auszeichnung als erstes „KlimaStadtWerk“ der Deutschen Umwelthilfe erhalten, sondern ihr Ziel, die CO2-Emissionen bis 2020 um 50 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, bereits 2018 erreicht. Als neues Ziel wird eine Reduktion der CO2-Emissionen um insgesamt 60 Prozent anvisiert. Um dies zu erreichen, werden die Stadtwerke einen neuen Wärmespeicher mit einer Kapazität von 100 Megawattstunden in der Detmolder Innenstadt bauen. Außerdem wird ein neues Holzheizkraftwerk in Horn-Bad Meinberg, das gemeinsam mit dem Partner Senne Energie errichtet wird, das bisher für die Fernwärmeeinspeisung genutzte Kraftwerk ersetzen.


Foto: Stadtwerke Detmold GmbH

"Mit dem Bau des hocheffizienten Holzheizkraftwerks in Horn-Bad Meinberg, das sich mehrheitlich im Besitz der Stadtwerke Detmold befindet und gemeinsam mit dem Partner Senne Energie errichtet wurde, leisten die Stadtwerke Detmold einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Mit einem Volumen von rund 22 Mio. Euro ist das Bauvorhaben eine der größten Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen in der Geschichte der Stadtwerke."

Jörg Karlikowski, Geschäftsführer