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Klimaschutz mit Gottes Segen

Die Kirchengemeinde Johannes zu Rheine nimmt schon seit 2008 an dem Umweltmanagementsystem „Grüner Hahn“ der Evangelischen Kirche von Westfalen teil. Mittlerweile ist sie eine der aktivsten Gemeinden – mit effizienten Klimaschutzmaßnahmen und großem Engagement in der Kommune.

Umweltschutz ist fest im Selbstverständnis der Kirchengemeinde verankert. Das extern validierte Umweltmanagementsystem „Grüner Hahn“ bildet den organisatorischen Rahmen. Jährlich legt die Gemeinde dafür aktualisierte Umwelterklärungen vor. Die eigenen Klimaschutzbemühungen konzentrieren sich dabei auf zwei Schwerpunkte: Die Kirche samt dem 2014 neu gebauten Gemeindehaus und die Kindertagesstätte, die ihr Platz- und Betreuungsangebot in den letzten Jahren stark ausgeweitet hat.
 

Klimaschutzziel:

  • Stromverbrauch in Kindertagesstätten (trotz erweiterter Nutzung), im Gemeindehaus und in der Kirche senken
  • Wärmeverbrauch in Kindertagesstätte und Kirche um 15 % senken, im neuen Gemeindehaus um 60 %
  • Weiterentwicklung der Regeln für nachhaltige Beschaffung

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Foto: Thyßen

Das Umweltteam der Johannes-Gemeinde 2008 mit dem Umweltprüfer nach erfolgreicher Zertifizierung nach EMAS / Grüner Hahn.



Energie, Erdgas und Ressourcen sparen

Um Strom zu sparen, werden bereits seit 2010 Energiesparleuchten eingesetzt. Stand-by-Strom wird vermieden und bei Neubeschaffungen die Energieeffizienz in den Fokus gestellt. Die Kirchengemeinde bezieht zudem Ökostrom. Geheizt wird mit Erdgas – seit 2014 über eine neue effiziente Heizungsanlage. Trotz der starken Angebotsausweitung in der Kita konnte der Gasverbrauch dabei noch um fünf Prozent reduziert werden.

Insgesamt wurde der CO2-Ausstoß von 2006 bis 2013 um fast 30 Prozent verringert. Auch darüber hinaus achtet die Kirchengemeinde auf einen sparsamen Umgang mit Ressourcen. So werden der Wasser- und Papierverbrauch genau beobachtet, beim Einkauf Fair Trade-Produkte bevorzugt und versucht, Abfall von vornherein zu vermeiden. Nicht zu vermeidender Abfall wird sorgfältig getrennt.

Großes Engagement für Gemeinde und Kommune

Die Kirchengemeinde informiert ihre Mitglieder intensiv zum Thema Klimaschutz und trägt Nachhaltigkeit auch als Thema in die Kindertagesstätte. In einer Vielzahl verschiedener Gremien spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle, was sich in der Organisation von eigenen Veranstaltungen und Aktionen zeigt. Darüber hinaus wirkt das Projekt auch stark in die Kommune hinein. Neben dem Einbezug in das integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept, mit dem die Stadt Rheine am Wettbewerb „Aktion Klimaplus - NRW Klimakommune der Zukunft“ teilnimmt, setzt sich die Kirchengemeinde ebenso für die Initiative Fairtrade-Town Rheine ein. Das ist in Summe vor allem eins: vorbildlich für den Klimaschutz.

Neue Ziele

Irgendwo lässt sich immer etwas für den Klimaschutz tun – und die Kirchengemeinde steckt sich kontinuierlich neue Ziele. In den jährlichen Umweltberichten werden die Ziele dann öffentlich gemacht. In den nächsten Jahren geht es darum, die bisherigen Bemühungen um eine Verringerung des Strom- und Wärmeverbrauchs weiter voran zu bringen. Aber auch die Umgestaltung des Außengeländes der Kindertagesstätte mit naturnahen Spiel- und Naturbeobachtungsflächen ist eine kontinuierliche Aufgabe. Ein weiteres Ziel ist dabei, die Gemeindeflächen wieder stärker zum Lebensraum für Tiere zu machen.


Foto: Thyßen

„Verantwortung für unsere Mitwelt bedeutet ebenso Solidarität mit Menschen in unserer Nachbarschaft und in anderen Teilen der Welt wie Rücksichtnahme gegenüber allem, was zur Schöpfung Gottes gehört. Die Verantwortung für den Erhalt seiner Schöpfung sehen wir in der Kirchengemeinde Johannes zu Rheine als Grundauftrag christlicher Lebensgestaltung an. Glaube wird dabei glaubhaft durch Handeln: Eintreten für Gerechtigkeit in der Stadt und in weltweiter Partnerschaft, umweltbewusstes Handeln, ressourcenschonendes und Klima schützendes Haushalten. Für die Verwirklichung der Ziele erfolgt eine Zusammenarbeit mit der Kommune, anderen Gemeinden und Vereinen.“

Heinz-Jakob Thyßen, Umweltmanagementbeauftragter



Partner und Förderer


Beratungsstellen:
  • Ev. Kirche von Westfalen, Projektbüro Grüner Hahn
  • EnergieAgentur.NRW

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