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Kirchengemeinde geht im Klimaschutz voran

Klimaschutz in Kirchengemeinden – das sind ganz besondere Herausforderungen, aber auch große Möglichkeiten. Auf 150.000 Tonnen CO2 schätzt die EnergieAgentur.NRW das Einsparpotenzial in den Kirchengemeinden des Landes pro Jahr. Die Evangelische Kirchengemeinde Geilenkirchen in der Region Aachen arbeitet daran, den eigenen Beitrag hierzu stetig zu vergrößern.

Kirchengemeinden sind über viele Jahre entstandene Institutionen mit oft langer Geschichte. Entsprechend sieht häufig auch die Gebäude- und Heizungsinfrastruktur aus – in die Jahre gekommen und selten aus einem Guss. Mit ihren rund 4.200 Mitgliedern gehört die Kirchengemeinde Geilenkirchen zum Kirchenkreis Jülich, der sich auch auf der Kreisebene intensiv mit dem Umweltgedanken befasst.

Klimaschutzziel:

  • Energieverbrauch um 10% senken durch verbesserte Organisation und Verhaltensänderungen
  • Schrittweise Umrüstung auf LED

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Foto: Kirchengemeinde Geilenkirchen


Die beiden evangelischen Kirchen in Geilenkirchen und Teveren, beide denkmalgeschützt und Letztere weit über 300 Jahre alt, gehören zur Kirchengemeinde. Hinzu kommen zahlreiche Gebäude unterschiedlichster Baujahre und Technikausstattung. Im Rahmen einer größeren energetischen Optimierung im Jahr 2007 wurden hier ein Blockheizkraftwerk mit 12,5 Kilowatt (kW), das bei Bedarf von effizienten Brennwertthermen unterstützt wird, sowie hocheffiziente Umwälzpumpen installiert. Inzwischen ist die Kirchengemeinde sehr erfahren im Betrieb der Anlage und hat den CO2-Ausstoß fast halbiert (46 Prozent bzw. 44 Tonnen CO2 pro Jahr). Nebenbei wird der Haushalt der Kirchengemeinde dadurch jährlich um ca. 14.000 € entlastet.

Der erste „Grüne Hahn“ im Rheinland

Um Klimaschutz als Thema besser in der Kirchengemeinde zu verankern, hat ein Team in den letzten Jahren intensiv an der Einrichtung eines Umweltmanagementsystems nach dem Standard des „Grünen Hahn“ gearbeitet. Das dazugehörige Zertifikat gab es im Juni 2015 – als erste Kirchengemeinde der Evangelischen Landeskirche im Rheinland. Neben der Landeskirche im Rheinland unterstützte auch die Landeskirche von Westfalen den Prozess mit wertvollen Tipps.

Damit hat die Kirchengemeinde Geilenkirchen nun umfassende Informationen über alle umweltrelevanten Aspekte ihrer Tätigkeit zusammengetragen und klare Umweltleitlinien und Ziele formuliert. Die ersten Ziele aus dem Umweltmanagementprozess sind bereits erreicht worden: Für Tonerbehälter, Tintenpatronen und Stifte hat sich ein Rücknahme- bzw. Wiederbefüllungsprozess etabliert.

Potenzial in der Organisation und im Verhalten

Um das nächste Ziel zu erreichen, will das Umweltteam die Gemeindemitglieder aktiv einbinden. Jetzt geht es an die Verbräuche, die sich durch bessere Organisation und das persönliche Verhalten reduzieren lassen – von der besseren Abstimmung bei Raum- und Gruppengrößen bis hin zur Diskussion über den Wärmebedarf in den Kirchen.

Aber auch technische Maßnahmen gehören zum Zielkatalog. Schritt für Schritt wird die Beleuchtung auf LED umgestellt. In den kommenden Jahren werden dann auch weitere Effizienzmaßnahmen an den Gebäuden angegangen.




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