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Carl Klostermann und Söhne

Nachhaltiges Schuhzubehör

Seit 127 Jahren produziert das Familienunternehmen Carl Klostermann und Söhne (CKS) Schuhzubehör und legt dabei auf Nachhaltigkeit insbesondere im Hinblick auf soziale Aspekte wie Standorttreue und Mitarbeiterverantwortung großen Wert. Aber auch seiner ökologischen Verantwortung ist der Wuppertaler Schnürsenkelhersteller sich bewusst und trägt nicht nur durch Maßnahmen zur Energieeffizienz im Betrieb, sondern auch durch die Entwicklung nachhaltiger Produkte zum Klimaschutz bei. Perspektivisch sollen zudem die Verpackungen für den Produktversand nachhaltiger werden.

Die Carl Klostermann Söhne GmbH & Co. KG ist ein Unternehmen mit Geschichte und steht exemplarisch für die historische Textilstadt Wuppertal: am 1. Oktober 1891 gründete Carl Klostermann, der Urgroßvater der heutigen Firmeninhaberin Jutta Platz den Betrieb, um in diesem Flechtartikel aller Art zu produzieren. 1922 traten die beiden Söhne Carl und Heinrich in das Unternehmen ein und spezialisierten sich auf die Herstellung von Schuhsenkeln. Nach Kriegsende übernahm wiederum die nächste Generation die Verantwortung und baute das Unternehmen weiter aus – um es schließlich in den 1990er Jahren an die vierte Generation zu übergeben.

Klimaschutzziel:

  • Nachhaltigere Verpackungen beim Versand
  • Kontinuierliche Effizienzsteigerung (Energie und Ressourcen)
  • Weiterentwicklung nachhaltiger Produkte

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Foto: Giorgio Pastore

Ein Blick in die Flechterei: In der Flechterei wird die Meterware für die Schuhsenkel auf ca. 400 Flechtköpfen gefertigt. Zur Bedienung der Maschinen benötigen die Mitarbeiterinnen und MItarbeiter viel Geschick und Erfahrung.



Regionale Wertschöpfungsketten

Mit rund 37 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fertigt das Familienunternehmen heute vor allem Schnürsenkel, Kordeln und Gummilitzen. Die gesamte Produktion erfolgt im Wuppertaler Betrieb. Um mit den höheren Preisen, die eine Fertigung in Deutschland mit sich bringt, am Markt bestehen zu können, positionierte sich CKS als Qualitätsanbieter im Premiumbereich. Die Garne, aus denen die Bänder gewoben und geflochten werden, lässt CKS ebenfalls in der Region färben und veredeln. Neben der Qualität ist dies der Grund, gegen preisgünstigere Anbieter bestehen zu können.

Umweltschutz- und Klimawirkungen ergeben sich aus den räumlich begrenzten Zuliefererketten und dem entsprechend geringeren Transportaufkommen, sowie den besseren Kontrollmöglichkeiten durch den persönlichen Kontakt zu Zulieferern. Letzteres hilft dem Unternehmen zudem dabei, Schadstofffreiheit zu verhandeln und sicherzustellen.

Auch innerbetrieblich arbeitet CKS an der Verbesserung der eigenen Klimabilanz: So nutzt das Unternehmen für den gesamten Betrieb ausschließlich Ökostrom und hat die Beleuchtung auf LED-Lichter umgerüstet. Zusätzlich wurden diverse energetische Umbaumaßnahmen am Gebäude durchgeführt, eine neue Heizungsanlage installiert und Nutzung von Abwärme eingeführt, um den Energieverbrauch zu senken. Bestehende Produktionsprozesse werden ebenfalls kontinuierlich optimiert, so wurde das Wärmesystem beispielsweise mit automatischen Stellventilen ausgestattet.

Entwicklung von kompostierbaren Schnürsenkeln

Darüber hinaus möchte der Schnürsenkelhersteller auch seine Produkte nachhaltig gestalten. Zu diesem Zweck entwickelte CKS bereits 2014 in Kooperation mit einem bekannten Kinderschuhhersteller ein nachhaltiges Garn zur Herstellung von ressourcenschonenden, extrem haltbaren und nahezu schadstofffreien Schuhbändern - den Tencel™Schuhsenkeln. Anstatt der üblicherweise verwendeten Baumwolle, wird die eingesetzte Faser aus dem Holz des Eukalyptusbaumes als Zellstoff gewonnen. Dessen Anbau benötigt im Vergleich zu Baumwolle nicht nur deutlich weniger Flächen, sondern gleichzeitig weniger Wasser und keine Pestizide. Die sogenannte Tencel™Ffaser wird bei der Firma Lenzing in einer innovativen geschlossenen Anlage hergestellt, anschließend in Bayern mit Global Organic Textile Standard (GOTS)-zertifizierten Farben eingefärbt und schließlich in Wuppertal zu Schuhsenkeln verarbeitet.

Regional und groß genug

Neben der kontinuierlichen Effizienzsteigerung in den Prozessen und der Weiterentwicklung nachhaltigerer Produkte, setzt sich CKS ein konkretes Ziel für die nächsten Jahre: Die Verpackungen für den Produktversand - bisher werden die Produkte in Kunststofftüten verpackt - sollen nachhaltiger werden. Dieses Ziel soll bis Ende 2020 erreicht werden. Unternehmenswachstum ist dagegen kein erklärtes Strategieziel. Im Gegenteil: Aus schlechter Erfahrung weiß das Unternehmen, dass gerade die aktuelle Größe die auf Qualität und Nachhaltigkeit ausgerichtete Geschäftsstrategie überhaupt erst ermöglicht.


Foto: Giorgio Pastore

„Getreu dem Zitat des Rates für Nachhaltige Entwicklung sage auch ich: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen!“

Jutta Platz, Geschäftsführerin