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Crespel & Deiters

Innovationen aus Weizen

Bei Crespel & Deiters dreht sich alles um Weizen: Das Familienunternehmen aus dem westfälischen Ibbenbüren ist einer der bundesweit größten Hersteller von Weizenstärke und Weizenproteinen und einer der führenden Spezialisten für maßgeschneiderte, weizenbasierte Produkte in Europa. Die Zerlegung von Weizenmehl in seine Bestandteile ist ein energieintensiver Prozess. Nachhaltiges und umweltverträgliches Handeln ist fest in der Firmenphilosophie verankert. Das mittelständische Industrieunternehmen arbeitet daher kontinuierlich daran, seinen spezifischen Energiebedarf zu reduzieren und den Ressourceneinsatz zu senken.

Die Geschichte der Crespel & Deiters GmbH & Co. KG reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück: 1858 gründete Alexander Crespel das Unternehmen gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Josef Deiters und seinem Sohn Georg und schuf damit eine der ersten Stärkefabriken Deutschlands. Heute werden am Firmenstammsitz in Ibbenbüren jährlich über 250.000 Tonnen Weizenmehl in seine Bestandteile zerlegt und zu funktionellen Produkten veredelt, die in unterschiedlichsten Industriebranchen des Food- und Non-Food-Bereichs Anwendung finden: beispielsweise als Bindemittel in Backwaren ebenso wie als Hochleistungsklebstoff in der Papier- und Wellpappenproduktion.

Nachhaltigkeit als Unternehmensziel

Da der Antrieb der Maschinen zur Gewinnung der weizenbasierten Rohstoffe sowie die Trocknung der Endprodukte viel Energie – zum größten Teil Wärme – benötigt, ist das Unternehmen stets daran interessiert, Einsparpotenziale zu identifizieren und diese konsequent zu nutzen, um so ein nachhaltiges Wirtschaften zu sichern. Um dabei eine systematische Vorgehensweise sicherzustellen, wurde im Jahr 2000 ein Umweltmanagementsystem auf Basis der ISO 14001 implementiert und dieses 2013 dann um ein Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001 ergänzt. Auch die Mitarbeiter werden jährlich zum Thema Energie geschult.

Klimaschutzziel:

  • Reduktion des spezifischen Energieverbrauchs um 3 Prozent bis 2020
  • Reduktion des Frischwassereinsatzes von 1,7 m³/t auf 1,4 m³/t bis 2020

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Foto: Crespel & Deiters

Weizen ist einer der bedeutsamsten Agrarrohstoffe. Im unendlichen Rhythmus der Natur bietet er eine Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten. Nachhaltig, nährstoffreich und natürlich. Crespel & Deiters arbeitet seit mehr als 160 Jahren mit diesem universellen Naturprodukt.



Kontinuierliche Reduktion des Energiebedarfs

In der Vergangenheit haben bereits zahlreiche technische Sanierungs- und Umrüstungsmaßnahmen, wie unter anderem die Sanierung der Warmwasserzentrale sowie der Großraumwasserkessel, die Integration einer Wärmerückgewinnung in den Entgaser und der Einsatz von LED-Beleuchtung, dazu beigetragen, den Energiebedarf des Unternehmens zu reduzieren: Insgesamt können heute rund 1,5 GWh Wärme und etwa 310 MWh Strom pro Jahr eingespart werden. Der Bedarf an Frischwasser, das für die Verarbeitung des Weizenmehls benötigt wird, konnte innerhalb der letzten zehn Jahre durch die Einführung moderner Technik und durch ein effizientes Wasserrecycling um mehr als die Hälfte gesenkt werden.

Eine 2018 in Betrieb genommene innovative Mehllager- und Trennanlage (MT-Anlage) ergibt weitere Einsparungen: Durch eine spezielle Anordnung der verschiedenen Anlagen und Prozessstufen sorgt der Maschinenverbund dafür, dass der Materialtransport zwischen den einzelnen Prozessschritten zu großen Teilen über die Nutzung der natürlichen Schwerkraft erfolgt. Auf Pumpen- und Fördertechnik kann somit weitestgehend verzichtet werden und die Rohstoffe gelangen ohne Energieeinsatz von einem Prozessschritt zum nächsten.

Die Grundlage für eine effiziente Energiebereitstellung im Unternehmen hat Crespel & Deiters bereits vor mehr als 20 Jahren gelegt: Seitdem gewinnt der Betrieb Strom und Wärme mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Aktuell (Stand 01/2019) decken zwei mit Erdgas betriebene Gasturbinen mit Wirkungsgraden von etwa 90 Prozent nicht nur den kompletten Strom- und Wärmebedarf der Produktion, sondern erzeugen darüber hinaus einen Stromüberschuss von etwa zwei GWh pro Jahr, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.

Dem Austausch in Netzwerken mit energieintensiven Unternehmen, in denen die nachhaltige Verwendung der Medien Druckluft, Strom, Dampf und Wärme unter den Aspekten Wirtschaftlichkeit, Umwelt und Gesetzgebung behandelt werden, misst Crespel & Deiters ebenfalls einen hohen Stellenwert bei.

C&D macht den nächsten Schritt

Auch zukünftig will Crespel & Deiters weiter an seiner Klimabilanz arbeiten und hat sich dazu konkrete Ziele gesetzt: Trotz geplanter Produktionssteigerungen um rund zehn Prozent, soll der spezifische Energieverbrauch bis zum Jahr 2020 durch weitere Investitionen in neue, energieeffiziente Maschinen und Anlagen und durch die Erschließung neuer Einsparpotenziale mittels einer optimierten Effizienzanalyse um zusätzliche drei Prozent gesenkt werden. Auch der Bedarf an Frischwasser soll weiter reduziert werden: Konkret will Crespel & Deiters den aktuellen Verbrauch von 1,7 m³ pro Tonne Weizenmehlverarbeitung bis zum Jahr 2020 durch maximales Recycling unter Beibehaltung der Qualität der Endprodukte auf die technisch mögliche Mindestmenge von 1,4 m³ pro Tonne senken. Zudem soll ebenfalls bis zum Jahr 2020 Abwärme aus dem Öl-Kreis der Gasturbine für einen neuen Stärke-Trockner nutzbar gemacht werden. Das jährliche thermische Einsparungspotential beläuft sich hier auf zwei GWh.

Durch Selbstbeurteilungen mittels Fragebögen und Audits der Lieferanten für die wichtigsten Güter soll darüber hinaus die Verpflichtung zu nachhaltigem Wirtschaften auch weiter in die Lieferkette hineingetragen werden.


Foto: Crespel & Deiters

"Der bewusste und effiziente Umgang mit Rohstoffen ist für die Umwelt lebenswichtig. Nachhaltiges und umweltverträgliches Handeln in allen Bereichen des Unternehmens gehört für C&D zu einem der zentralen Unternehmensziele. Wir sind ständig bestrebt, Energiesparpotenziale zu erkennen und zu nutzen.“

Gustav Deiters, geschäftsführender Gesellschafter von Crespel & Deiters in fünfter Generation