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Ein Windpark steht im Walde

Im siegerländischen Hilchenbach wurde 2009 einer der ersten Windparks im Wald in NRW fertiggestellt. Die Stadt besitzt nur auf bewaldeten Hügeln windreiche Standorte. Trotzdem hat die Kommune es geschafft, frühzeitig einen von Bürgern getragenen und finanzierten Windpark zu errichten, der jährlich rund 21.000 Tonnen CO2 einspart.

Im Jahr 2002 startete die Planung für einen Bürger-Windpark der besonderen Art: Die Stadt Hilchenbach und eine von ihren Bürgern getragene Betreibergesellschaft planten einen der ersten Windparks im Wald in NRW – obwohl die Gesetzeslage zwischen 2005 und 2011 Windkraft im Wald gar nicht vorsah. Doch die Pioniere blieben zäh, holten alle Genehmigungen ein und ernteten im Jahr 2009 schließlich die Früchte ihrer Arbeit: Der Windpark ging ans Netz. 

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Einsparung von 21.000 Tonnen CO2 pro Jahr
  • Rund 300 Bürger profitieren über Pacht und Windpark-Erlöse
  • Mehr Zulauf für Hotels und Gaststätten
  • Windwanderweg erläutert die Technologie
  • Einbindung und Überzeugung der Anwohner

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Foto: Bärbel Pulte


Hilchenbacher Wind für Hilchenbacher Bürger

Die Kommune wollte,  dass vom Hilchenbacher Wind auch die Hilchenbacher Bürger profitieren. Die Profite sollten die Menschen vor Ort erreichen. Die Stadtverwaltung Hilchenbach unterstützte daher die Planungen für einen Park in Bürgerhand und die Gründung einer lokalen Betreibergesellschaft. Durch die neugegründete RothaarWind GmbH & Co. KG kann die Bevölkerung nun direkt an den Gewinnen teilhaben. Die Hilchenbacher Bürger genossen Vorrang bei der Zeichnung von Gesellschaftsanteilen. 88 Bürger aus Hilchenbach und der Region haben heute Anteile an dem Windpark vor ihrer Tür. Ihr Gewinn ist abhängig vom Windertrag. 

Auch die Waldbesitzer profitieren von dem Windpark: Die Fläche, auf der die Windkraftanlagen stehen, gehört einer Waldgenossenschaft, der rund 200 Hilchenbacher Familien angehören. Sie alle profitieren heute von den Pachteinnahmen – rund 75.000 Euro pro Jahr, die von den Winderträgen erwirtschaftet werden.

Überzeugung durch Einbindung und Kommunikation 

Die bei der Planung von Windparks oft geführte Diskussion um den landschaftlichen Eingriff führten auch die Hilchenbacher. Hier aber blieb die Zahl der kritischen Bürger gering. Der Grund: RothaarWind setzte auf die Einbindung der Anwohner. So hat zum Beispiel ein Mitglied der Betreibergesellschaft selbst das erste Waldwindrad in NRW gebaut. Die Betreiber nutzten das Windrad im Nachbarwald als Anschauungsobjekt, um die Bevölkerung von ihnen Plänen zu überzeugen. 

RothaarWind organisierte Besichtigungen und Turmbesteigungen für ca. 100 Privatpersonen auf der Windkraftanlage. Auch während der Bauarbeiten des Bürgerwindparks band RothaarWind immer wieder Anwohner und Interessenten ein und klärte die Bürger und Entscheidungsträger über Vor- und Nachteile auf. Die Betreibergesellschaft organisierte Baustellenbesichtigungen, um Bürger an dem Bauprozess teilhaben zulassen.

Vorteile für die Region, Windwanderweg informiert zum Thema Windkraft

Auch für die Gaststätten und Hotels vor Ort hat der Windpark Vorteile gebracht. Hunderte von Infoveranstaltungen wurden seit der Bauzeit in den lokalen Hotels abgehalten. Für Tagesausflügler haben Stadt und Betreiber zusätzlich einen einfachen Forstwirtschaftsweg als „Windwanderweg“ ausgewiesen. Der „Hilchenbacher Windwanderweg“ informiert durch Schautafeln über das Thema Windkraft.

Projektvideo: Bürgerwindpark Hilchenbach und Windwanderweg

Video: KlimaExpo.NRW



„So wie man im Siegerland die Wälder seit Jahrhunderten gemeinschaftlich bewirtschaftet hat, so nutzen wir im Bürgerwindpark gemeinsam unseren Wind. Der Wind über Hilchenbach gehört den Hilchenbachern.“

Günter Pulte, Geschäftsführer RothaarWind




Partner und Förderer


Partner:
  • RothaarWind GmbH & Co. KG
  • Stadt Hilchenbach