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Wasserkraftschnecke in Rhede

Im Jahr 2006 nahm die Stadtwerke Rhede die erste Wasserkraftschnecke, an der Bocholter Aa, als Pilotprojekt des Landes NRW in Betrieb. Eine weitere Anlage nahm 2012 den Betrieb im weiteren Verlauf des Flusses auf. Das Prinzip der archimedischen Schraube ermöglicht ökologisch und ökonomisch die optimale energetische Erschließung des vorhandenen kinetischen Wasserpotentiales unter Berücksichtigung von Umwelt- und Naturschutz.

Zum Schneckenfest an Pfingsten kommen alle: Groß und Klein treffen sich, Angler, Heimatkundler, Wanderer, Fahrradfahrer, Tagesausflügler und Familien nehmen teil. Fröhlich wird zum Fest der Wasserkraftschnecke und dem Deutschen Mühlentag aufgespielt. Der Ort knüpft an seine Geschichte an und macht sich zukunftsfähig. Bereits von 1909 an wurde die Wasserkraft mit Hilfe einer Turbine zur Stromerzeugung genutzt. Zunächst diente die Wasserkraft  einem Holzsägewerk, später der Stadtbeleuchtung, heute erzeugt die  Anlage die das Prinzip der archimedischen Schraube nutzt,  Strom für ca. 100  Haushalte. Die Identifikation mit der Anlage  ist  hoch, laut Umfragen der Stadtwerke Rhede äußern sich 95 Prozent der Bevölkerung positiv über diese nachhaltige Form der Energiegewinnung. Es geht auch um Visualisierung und dem Bewusst machen, dass elektrische Energie ein wertvolles Gut ist und welche Wege möglich sind, um im Einklang mit den natürlichen Ressourcen grundlastfähige Energieversorgung zu verwirklichen.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • In Rhede wird Strom für 100 Haushalte durch Wasserkraft erzeugt
  • Das Schneckenfest informiert über Gewässerökologie und Klimaschutz
  • Eine zweite Anlage konnte bereits realisiert werden
  • Neue Arbeitsplätze und Kompetenzfelder wurden erschlossen

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Foto: Stadtwerke Rhede GmbH

Seit mehr als 100 Jahren gilt Rhede als Ort der Wasserkraftnutzung. Seit 1909 wurde in dem kleinen Ort an der Bocholter Aa Wasser zur Stromerzeugung genutzt. Das ehemalige Mühlengebäude wurde Ende der 1960er Jahre abgerissen. Doch seit 2006 ziert ein neues Stauwerkhäuschen die Stauanlage am Flusslauf.



Rücksicht auf die Natur

Bei der Planung wurde insbesondere Wert auf eine hohe ökologische Verträglichkeit gelegt. Ein Fischpass sorgt für den reibungslosen Aufstieg der Fische. Für den Abstieg, dienen die Schraube der Anlage und der Fischpass gleichermaßen. Durch die erreichte Durchgängigkeit an dem Standort ist gewährleistet, dass die Bocholter Aa sich weiter zu einem äußerst artenreichen Lebensraum entwickeln kann. So wandern pro Tag bis zu 1000 Fische unterschiedlichster Arten durch die Anlagen. Dies wurde in einer Untersuchung durch einen unabhängigen Gutachter in einer über zwei Jahre andauernden wissenschaftlichen Untersuchung bestätigt.  Die  Rheder Anglervereine unterstützten das Projekt mit viel Fachkenntnis und Leidenschaft.

Energetische  Potentiale auch bei der kleinen Wasserkraft

Die Nutzung der kleinen Wasserkraft mit noch Ausbaupotentialen von bis zu fünf GW leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende: Denn das Potential für weitere Wasserkraftanlagen in NRW ist vorhanden – Rhede kann hier zum Vorbild für andere mögliche Standorte sein. Die Kompetenzen im Bereich der Erneuerbaren Energien haben die Stadtwerke Rhede 2008 gebündelt und eine Tochter die Rhegio Natur GmbH gegründet.


Foto: Privat

„Im Verlaufe eines solchen Projektes lernt man viele Menschen kennen, die genau
wissen, warum alles nie funktionieren wird und das sogar bezahlt bekommen.
Aber man lernt auch viele positiv gestimmte Menschen kennen, die weit mehr tun, als was sie
müssten, um das Projekt zum Erfolg zu führen. “

Dr.-Ing. Ronald Heinze, Geschäftsführer Stadtwerke Rhede



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadtwerke Rhede
  • Stadt Rhede
Förderer:
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)