DE EN

Unser Hahnenbach: Neuer Bach – neue Lebensqualität im Stadtteil

Über 80 Jahre lang galt der eingezäunte offene Schmutzwasserlauf „Hahnenbach“ in Gladbeck-Brauck als unschöne Barriere im Stadtteil. Um hier einen Raum zu schaffen, der sowohl die Folgen des Klimawandels mindert als auch die Lebensqualität der Anwohner verbessert, setzte die Emschergenossenschaft gemeinsam mit der Stadt Gladbeck und dem Stadtteilbüro in Brauck mit dem Projekt „Unser Hahnenbach“ eine umfassende Renaturierung um – und das unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger. Ein neu entstandener Wassererlebnispfad dient nun als Lebens-, Erholungs- und Bildungsraum.

Wie so viele Gewässerläufe rund um die Emscher war auch der Hahnenbach in Gladbeck-Brauck ein Meideraum: Der mit Betonsohlschalen ausgebaute Bach lud nicht zum Aufenthalt ein – nicht zuletzt wegen der Geruchsbelästigung. Im Rahmen der Kooperation „Gemeinsam für das Neue Emschertal“ wurde hier von der Stadt Gladbeck, dem Stadtteilbüro Gladbeck-Brauck und der Emschergenossenschaft, unter aktiver Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner, der Wassererlebnispfad „Unser Hahnenbach“ entwickelt. Nun schlängelt sich der Bach wieder in einem angrenzenden Grünzug durch den Stadtteil – aus dem einstigen Makel ist ein Erholungsgebiet geworden.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Reintegration des Gewässers in den Stadtteil
  • Bewusstseinsbildung für natürliche Wasserökosysteme
  • Klimafolgenanpassung durch Kühlung und verbessertes Mikroklima
  • Erhöhte Lebensqualität durch Aufwertung des Gewässerraums

1 von 4

Foto: Emschergenossenschaft

Der Hahnenbach vorher: alles andere als ein Aufenthaltsraum.



Wassererleben: spielerisch, spannend und besinnlich

Seit 2011 kann an sieben Stationen entlang des renaturierten Gewässerlaufs der Bach neu erfahren werden: Furten erlauben abenteuerliche Bachquerungen, Zitatsteine regen zum Nachdenken und Tagträumen an, Lichtinstallationen setzen das Gewässer in Szene und im „Blauen Klassenzimmer“ können Kita- und Schulgruppen sowie alle anderen Interessierten unter freiem Himmel anschaulichen Unterricht am Bach genießen. Ein Naturerfahrungs- und Erholungsgebiet mit klaren positiven Auswirkungen auf die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger.

Die Bildungselemente werden gestützt von den Lernmaterialien zur „Zauberwelt Wasser“ der Emschergenossenschaft. Die jüngsten Bewohner im „Neuen Emschertal“ erfahren damit, was Wasser alles kann, wer und was dort alles wohnt und wie das Wasser sich seinen Weg durch Stadt und Natur bahnt.

Ein intaktes Ökosystem mindert Folgen des Klimawandels

Das Ökosystem rund um das Gewässer ist wieder intakt und kann sich natürlich entwickeln. Dort, wo das Abwasser durch den ökologischen Umbau unter der Erde verschwindet, bieten sich an der Oberfläche Spielräume für natürliche Gewässerläufe und neue Flächen für öffentliche Naherholungsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger. Die Biodiversität hat sich ebenso erhöht wie die gesamte Resilienz des Systems. Neue Versickerungsflächen und Kühlungseffekte mildern ganz konkret Klimafolgen ab (Starkregen, Hitzeinseln). Neben der erhöhten Lebensqualität ein weiterer Zugewinn für den Stadtteil und seine Menschen.

Nicht nur für, sondern auch durch den Stadtteil

Die Bewohner wurden durch das Stadtteilbüro mittels zahlreicher Mitmachaktionen in die Gestaltung mit einbezogen. Kinder aus Brauck entwarfen in einem Wettbewerb insgesamt 63 Hähne, von denen die Siegerentwürfe als Skulpturen nun den Wassererlebnispfad begleiten. Die Identifikation mit dem Stadtteil und dem Hahnenbach als wichtigem Bestandteil konnte so zusätzlich gestärkt werden.


Foto: privat

„Ich freue mich, viele Kindergruppen an den Stationen des Hahnenbachs forschen und spielen zu sehen. Bei der Planung des Projektes Unser Hahnenbach war Mitmachen das Ziel und das sieht man im Ergebnis.“

Sebastian Ortmann, Emschergenossenschaft Vorstandsbüro Stadt- und Raumentwicklung 



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadt Gladbeck
  • Einrichtungen wie Schulen und Kitas in Gladbeck Brauck
  • Bürgerinnen und Bürger aus Gladbeck Brauck
Förderer:
  • Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr (MBWSV)
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)