DE EN

Effizienzquartier Unionviertel: zielgruppengerechte Ansprache für mehr Klimaschutz

Von 2010 bis 2015 erprobte die Stadt Dortmund im Stadtumbauquartier entlang der Rheinischen Straße einen breiten Mix an Maßnahmen, um den Bürgerinnen und Bürgern das Thema Energieeffizienz und die dazugehörigen Beratungsangebote näher zu bringen. Mit Erfolg: Im Unionviertel hat sich seither eine Klimaschutzdynamik entwickelt. Zudem werden besonders erfolgreiche Maßnahmen bereits auf andere Stadtgebiete übertragen.

Mit über 10.000 Einwohnern ist das Unionviertel eines der am dichtesten besiedelten Quartiere in Dortmund. Frühere Beratungsangebote zu energiesparendem Verhalten und möglichen technischen und baulichen Maßnahmen wurden wenig in Anspruch genommen. Daher wurden mit dem Projekt „Effizienzquartier Unionviertel“ neue Angebote entwickelt, die auf die spezifische Einwohnerstruktur ausgerichtet sind. Dabei wurden ganz gezielt die Synergieeffekte mit den Prozessen des Stadtumbaus gesucht und genutzt. Die langjährige Erfahrung in Dortmund hat sehr deutlich gezeigt: Ohne die Unterstützung und das Engagement einer Vielzahl von Akteuren und Partnern der Zivilgesellschaft sind keine Erfolge und Fortschritte für Klimaschutz und Energieeffizienz zu erlangen. Und, diese Themen werden am Besten im Verbund mit anderen Inhalten kommuniziert und transportiert. Sanierung des Immobilienbestands und Aufwertung des Wohnumfelds trifft auf energetische Modernisierung, Strom sparen in privaten Haushalten mindert soziale Armut, Energieeffizienz unterstützt kleine Gewerbebetriebe bei der Existenzsicherung.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Ganzheitlicher Quartiersansatz
  • Deutliche Ausweitung der Energieberatungen
  • Entwicklung innovativer Ansprachemaßnahmen
  • 30 (Teil)Sanierungen an Gebäuden

1 von 4

Foto: Martin Jasper

Energiesparparties als Türöffner: So kommt das Wissen zu den Menschen - und verbreitet sich weiter, auch über das Unionviertel hinaus.



Direkte Ansprache im Quartier, im Verein und zuhause

Früh bestätigte sich, dass sich die Menschen auf der Straße für das Thema Energieeffizienz gewinnen lassen. Über 1.000 Gespräche wurden an Infoständen auf Quartiersfesten mit den Bewohnerinnen und Bewohnern geführt. Etablierte Stadtteilinstitutionen vom Migrantenverein bis zum Elterncafé fungierten als Multiplikatoren für das Projekt, Kinder wurden mit Hilfe spielerischer Ansätze zum Thema Energie sensibilisiert.

Energiesparpartys zeigten sich als besonders erfolgreiche Maßnahme, um die Hürden vom Problembewusstsein zum Handeln zu überwinden. Ein Gastgeber veranstaltet hierbei ein Treffen mit einem Energiesparberater und lädt Interessierte dazu ein. Gemeinsam mit dem Experten führen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Energiecheck auf der Suche nach Strom- und Wärmeverschwendung, wie unnötige Stand-by-Verbräuche und ineffizientes Heiz- und Lüftungsverhalten, durch. Die Beliebtheit des Formats führte dazu, dass Energiesparpartys mittlerweile in ganz Dortmund stattfinden.

Die Unternehmen vor Ort mitnehmen

Ganz gezielt wurden zusätzlich die vielen Kleingewerbetreibenden im Unionviertel angesprochen, bei denen das Effizienzthema häufig im Tagesgeschäft untergeht. Zehn kleine Betriebe, von der Eisdiele über den Friseur bis zur Autowerkstatt, erhielten über das Projekt eine kostenlose, auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Energieberatung. Die hier ermittelten Einsparpotenziale konnten im Anschluss durch diverse Maßnahmen, wie dem Austausch von Leuchtmitteln, schlechter Dichtungen sowie ineffizienter Heißwassergeräte, gehoben werden. Das Veranstaltungs- und Kulturzentrum FZW erhielt mit Hilfe der Optimierungen sogar das GreenClub-Label der Green Music Initiative und der EnergieAgentur.NRW für besonders klimafreundliche Veranstaltungsorte.

Lerneffekte für die Stadt

Das Projekt führte nicht nur zu direkten und indirekten CO2-Einsparungen, sondern hat der Stadt dazu verholfen, die Lebensqualität zu steigern und die Bewohnerinnen und Bewohner mit den neuen Maßnahmen besser zu erreichen. Neben der Förderung des klimagerechten Bewusstseins und Verhaltens, führten die Beratungen auch zu baulichen Optimierungen. Bereits jetzt sind aus 51 Beratungen zu technischen Möglichkeiten an Gebäuden und Heizungsanlagen 30 (Teil-)Sanierungen erfolgt.

Zum Ende des Projekts wurde als dauerhaftes Zeichen für den Klimaschutz und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger im Energieeffizienzquartier Unionviertel eine Photovoltaikanlage im Quartier installiert, die mit Unterstützung lokaler Akteure finanziert wurde. Die Erlöse dieser Anlage werden dem Quartiersfonds im Unionviertel zugeführt, der damit bürgerschaftlich getragene Projekte unterstützt und fördert.


Foto: Roland Gorecki

"Die Photovoltaikanlage ist ein sichtbares Zeichen, wie zwei völlig unterschiedliche Projekte Hand in Hand gehen und mit tatkräftiger Unterstützung einer Vielzahl von Mitstreitern Klimaschutz, soziales und kulturelles Engagement vereinen."

Dr. Rainer Mackenbach, Umweltamt der Stadt Dortmund



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadt Dortmund Umweltamt
  • Stadt Dortmund Amt für Wohnen und Stadterneuerung
Förderer:
  • Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr (MBWSV)

Weiterführende Links & Downloads