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Kläranlage Kleve-Salmorth

Thermokompaktanlage sorgt für Effizienz

Kläranlagen gehören mit einem durchschnittlichen Anteil von 20 Prozent zu den größten Stromverbrauchern im kommunalen Bereich. Die Stadt Kleve hat sich daher zum Ziel gesetzt, die örtliche Kläranlage umzugestalten, sodass sie klimaneutral und energieautark arbeitet. Ein Baustein für die Erreichung dieses Ziels ist die Ergänzung der vorhandenen Prozessschritte um eine Thermokompaktanlage, die hier erstmals von Beginn an als Einheit mit zahlreichen Aggregaten geplant wird. Mit der Entwicklung ist nicht nur eine höhere Effizienz des Produktionsablaufs verbunden, sondern auch eine besondere Klimaschutzwirkung. Insgesamt kann die Kläranlage mit Hilfe der Thermokompaktanlage 3.621 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Bis 2050 möchte die Stadt Kleve klimaneutral werden und verfolgt dabei ein umfassendes Klimaschutzkonzept. Die städtische Kläranlage ist dabei von besonderer Bedeutung, da die Prozesse besonders energieintensiv sind. Jährlich werden allein hier 8.600 Tonnen CO2 ausgestoßen – das entspricht einem Anteil von 18 Prozent der gesamten Emissionen der Stadt. Mit der Einbindung einer innovativen Thermokompaktanlage soll die Anlage daher nun effizienter gestaltet werden. Durch die Ergänzung reduziert sich nicht nur der Gesamtstromverbrauch – mit Hilfe der Kompaktfaulung wird Klärgas erzeugt, das als erneuerbarer Energieträger in Zukunft in einem BHKW zur Strom- und Wärmeproduktion eingesetzt werden kann. Die Kläranlage produziert dann auf diese Weise einen Teil ihrer benötigten Energie selbst. Eine innovative Anlage zur Klärschlammverwertung gehört ebenfalls zu den neuen Aggregaten und ermöglicht die Produktion von hochwertigem Phosphatdünger aus dem anfallenden Klärschlamm. Insbesondere die Verbindung dieser Komponenten stellt eine innovative und effiziente Lösung für zukunftsgerichtete Kläranlagen dar.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Erstmalige Optimierung der Thermokompaktanlage als System
  • Innovative Verzahnung der Produktion von Klärgas und Phosphatdüngemittel
  • Frühzeitige Ausrichtung auf ressourcenschonende Düngemittelproduktion
  • Einsparung von 3.621 Tonnen CO2

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Foto: USK

Die Kläranlage der Stadt Kleve soll in Zukunft klimaneutral und energieautark arbeiten.



Energieeffizient und wärmeautark

Mit der Ergänzung einer Thermokompaktanlage wird die Kläranlage um verschiedene Aggregate ergänzt und diese im Prozess miteinander verbunden. Sie besteht aus einer Kompaktfaulungsanlage (Klärschlammfaulung), einer Schneckenpresse (Klärschlammentwässerung), einem Niedertemperatur-Bandtrockner (Klärschlammtrocknung) und der Anlage zur dezentralen Klärschlammverwertung. In der Kompaktfaulungsanlage entstehen Faulgase (Klärgase), die als erneuerbare Energieträger in einem neuen BHKW zur Strom- und Wärmebereitstellung umgewandelt werden. Die hier und in der Anlage zur Klärschlammverwertung entstehende Wärme wird für die Prozesse der Schlammbehandlung genutzt, sodass dieser Teil des Klärprozesses wärmeautark betrieben werden kann. Zudem sorgen zwei weitere Vorklärbecken in Zukunft dafür energiereichen Primärschlamm zu gewinnen, der der Faulung zugeführt wird. So lässt sich die Zulaufbelastung in die nächste Verarbeitungsstufe um 25 Prozent und entsprechend der energetische Aufwand reduzieren.

Ressourcenschonung mittels Phosphatrückgewinnung

Mit der ausgeklügelten Einbindung der innovativen Technologie der Klärschlammverwertung innerhalb der Thermokompaktanlage richtet die Stadt die Kläranlage zudem schon frühzeitig auf eine zukunftsweisende und ressourcenschonende Produktion hochwertigen Düngemittels aus. Aus dem reinen Klärschlamm entsteht hier ein Phosphatdünger, der die Rückführung des wichtigen Nährstoffs in den natürlichen Kreislauf gewährleistet. Mit der Phosphorrückgewinnung über die neu integrierte Anlage leistet die Stadt Kleve somit einen weiteren wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und den Ressourcen.


Foto: USK

"Die Umrüstung zur Thermokompakt- anlage trägt insgesamt in hohem Maße zu einer CO2-Einsparung bei und stellt eine signifikante Steigerung der Energieeffizienz sowie einen maßgeblichen Beitrag zur Schonung der natürlichen Ressourcen dar."

Karsten Koppetsch, Vorstand USK



Partner und Förderer


Partner:
  • Umweltbetriebe der Stadt Kleve AöR
  • Stadt Kleve, insbesondere Fachbereich Tiefbau
  • Gemeinde Bedburg-Hau
  • Gemeinde Kranenburg
  • Städte- und Gemeindebund NRW
  • Kommunal Agentur NRW GmbH
Förderer:
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BmUB)