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Sümpfungswasser heizt sieben Stadtgebäude

Das abgeleitete Sümpfungswasser vom Tagebau Hambach fließt am veralteten Nahwärmenetz der Stadt Bergheim vorbei in die Erft. Als Wärmeerzeuger und Netz saniert werden mussten, fanden die Stadtwerke Bergheim in Zusammenarbeit mit RWE Power eine innovative Lösung, um sieben städtische Gebäude klimafreundlich mit Wärme zu versorgen.

Die Stadtwerke Bergheim sind die ersten: Der Versorger hat das erste kommunale Projekt zur Raumheizung mit Tagebau-Sümpfungswasser umgesetzt. Sümpfungswasser ist Grundwasser, das für die Kohleförderung im Tagebau abgepumpt wird. Durch die Auskopplung des bis zu 26°C warmen Wassers, das der Energieversorger RWE kostenlos zur Verfügung stellt, haben die Stadtwerke nicht nur eine klimafreundliche, wirtschaftliche und zuverlässige Wärmequelle ermöglicht. Auch das sanierungsbedürftige Nahwärmenetz konnte dadurch erneuert werden. Der weitere Ausbau des Netzes wird angestrebt...

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Effiziente, wirtschaftliche und klimafreundliche Nutzung einer lokalen Wärmequelle
  • Verminderung des CO2-Ausstoßes um 37 Prozent
  • Wärmeversorgung für drei Schulen, drei Turnhallen und ein Kreishaus
  • Vorreiterrolle für andere Tagebauregionen

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Foto: Stadtwerke Bergheim

Im April 2014 startete Stadtwerke Bergheim-Geschäftsführer Volker Mießeler zusammen mit Landrat Michael Kreuzberg, Bürgermeisterin Maria Pfordt und RWE-Braunkohleplaner Lars Kulik (v.l.n.r.)die Arbeiten für die neue Heizzentrale, die Wärme aus Sümpfungswasser für die Nutzung in öffentlichen Gebäuden umwandelt.



So funktioniert das Sümpfungswasser-System

​​​​Eine Wärmepumpe gewinnt Heizenergie aus dem Sümpfungswasser und trägt zur Grund- und Mittelastversorgung von sieben städtischen Gebäuden bei: Drei Turnhallen, drei Schulen und das Kreishaus des Rhein-Erft Kreises. Die Wärmepumpe wird über ein Blockheizkraftwerk mit Strom versorgt, das ebenfalls zur Grundversorgung der Gebäude mit Wärme beiträgt.
Der Spitzenbedarf wird nach wie vor mit der Nutzung von Erdgas abgedeckt. Zusätzlich wurden zwei Wärmespeicher installiert, die bei geringerem Bedarf Wärme zwischenspeichern. 

Mehr als ein Drittel CO2 eingespart, Modellprojekt für Tagebauregionen 

Die Bilanz lässt sich sehen: Das neuartige Wärmeversorgungskonzept reduziert den Brennstoffverbrauch um 30 Prozent und den CO2-Ausstoß um rund 37 Prozent bzw. 740 Tonnen pro Jahr. Die innovative und wirtschaftliche Lösung ermöglicht es, die Gebäude auf Basis lokaler Wärmequellen mitzuversorgen. Das Konzept ist für viele ähnliche Tagebauregionen interessant und demonstriert, wie man Ressourceneffizienz in der öffentlichen Planung miteinbeziehen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.


Foto: Stadtwerke Bergheim

„Unter dem Motto "ENERGIE AUS BERGHEIM FÜR BERGHEIM" verstehen wir als Stadtwerke Bergheim GmbH nicht nur das Voranbringen der Wind- und Solarenergie, sondern auch die Evaluation und die Verbesserung bestehender Versorgungssysteme durch den Einsatz innovativer Technologien.“

Volker Mießeler, Geschäftsführer Stadtwerke Bergheim



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadtwerke Bergheim
  • RWE Power AG
Förderer:
  • NRW.BANK
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)

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