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E-Mobilität ohne Schnickschnack

Eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis 2020 auf deutschen Straßen rollen. Doch die Elektromobilität hinkt den Zielen hinterher:  Viele Käufer schrecken noch die höheren Kosten für die zudem reichweitenärmeren Gefährte ab. Warum also nicht günstige E-Mobile konstruieren – für die Nutzung im urbanen Umfeld? Die StreetScooter GmbH zeigt, wie das funktioniert.

Eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis 2020 auf deutschen Straßen rollen. So wünscht es sich die Bundesregierung. Doch die Realität sieht bisweilen anders aus: 13.000 E-Mobile sind bislang im Verkehr, davon 1.300 in NRW (Stand 2013). „ Wir müssen die Technologie durchsetzen, indem wir sie bezahlbar machen“, sagt Prof. Achim Kampker. Der Forscher von der RWTH Aachen weiß wovon er spricht, denn er setzt seine Vision konsequent um: Um die Verringerung der Kosten zu erreichen, hat er ein völlig neues E-Auto entworfen: den StreetScooter.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • E-Mobilität neu konzipiert
  • Schaffung von über 70 Arbeitsplätzen
  • Interdisziplinäres Forschungsnetzwerk
  • Serienproduktion startet 2015
  • Aufkauf durch die Deutsche Post Ende 2014

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Foto: Deutsche Post DHL

Das Modell Work gehört zur Kategorie der Nutzfahrzeuge und lässt sich im Logistikbereich sowie zum Transport von Werkzeug oder Abfall einsetzen. Zurzeit setzt die Deutsche Post über fünfzig Fahrzeuge dieses Typs bundesweit ein.



Und ein Unternehmen gleich dazu: Aus einem Kompetenznetzwerk von über 80 Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die gemeinsam an nachhaltigen Mobilitätskonzepten arbeiteten, hat Kampker zusammen mit weiteren Initiatoren aus Forschung und Industrie die StreetScooter GmbH gegründet. Ein traditioneller Autohersteller war in dem Konsortium bewusst nicht beteiligt – um alte Denkstrukturen aufzubrechen. Als erstes Modell wurde ein Personenwagen – der StreetScooter Compact entwickelt und auf der IAA PKW 2011 präsentiert. Dieses Fahrzeug war die Basis für den zusammen mit der Deutschen Post DHL entwickelten StreetScooter WORK: ein Lieferwagen, gezielt für die innerstädtische Zustellung im Flottenbetrieb entworfen.

50 Fahrzeuge im Flottentest

Mit der „StreetScooter“-Reihe hat die Aachener Firma die typische Entwicklungszeit für ein Elektromobil halbiert und die Entwicklungskosten auf ein Zehntel gestutzt. Und das funktioniert so: Es wird nur das gebaut, was der Kunde wirklich braucht und nur diejenigen Teile des Fahrzeugs neu entwickelt, die nicht verfügbar sind. „Wir produzieren effizienter als die Konkurrenz“, ergänzt Kampker. Rund 50 Fahrzeuge hat das Unternehmen für einen Flottentest Anfang 2014 an die Deutsche Post DHL geliefert.

Produktion geht in Serie, 1.000 E-Mobile p.a. made in Aachen

Produkt und Produktion entwickelt StreetScooter parallel weiter. Ab diesem Jahr (2015) geht das Unternehmen in die Serienproduktion. Anfänglich können jährlich 1.000 StreetScooter produziert werden. Und Kampker muss sich beeilen: Die Nachfrage wächst. Die Deutsche Post war sogar so begeistert, dass sie die GmbH Ende 2014 vollständig erwarb.

StreetScooter Aachen Projektvideo

Video: KlimaExpo.NRW



Foto: StreetScooter GmbH

„Es gibt zu viele Bedenkenträger in Deutschland und zu wenige, die einfach etwas ausprobieren und voranbringen.“

Prof. Achim Kampker, Geschäftsführer der StreetScooter GmbH, Aachen



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  • Street Scooter GmbH