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Solarer Städtebau als Fortschrittsmotor für Gelsenkirchen

Als eine der ersten Städte in Deutschland hat sich Gelsenkirchen bereits in den 90er Jahren dem solaren Bauen verschrieben und diese Ausrichtung bis heute konstant beibehalten. Attraktiver Wohnraum in den Solar- und Klimaschutzsiedlungen geht Hand in Hand mit hohen energetischen Standards.

Das Projekt umfasst sechs Einzelmaßnahmen, die den Strukturwandel in Gelsenkirchen in den letzten 20 Jahren mit geprägt haben.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Kontinuierliches Klimaschutzengagement
  • Aufwertung der Wohn- und Lebensqualität
  • hohe energetische Anforderungen

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Foto: Stadt Gelsenkirchen

Auch private Akteure folgen diesem Modell. 2008 realisierte die THS Wohnen GmbH die größte Solarwohnsiedlung Deutschlands in Gelsenkirchen Schaffrath. 71 Häuser mit 422 Wohnungen wurden gedämmt, mit neuen Heizungsanlagen ausgestattet und Regenwassernutzungsanlagen installiert. Im letzten Umbauabschnitt wurden die Dächer mit Photovoltaikanlagen bestückt.



„Der klimagerechte Städtebau ist ein Erfolgsmodell für Gelsenkirchen. Viele Akteure in der Stadt haben das früh erkannt und mit attraktiven Projekten umgesetzt, die die Stadtentwicklung positiv prägen“, sagt der Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen Frank Baranowski.

Bereits in den 1990er Jahren hatte sich die Stadt Gelsenkirchen als eine der ersten Städte in Deutschland dem solaren Bauen verschrieben. Insbesondere die durch die EnergieAgentur.NRW koordinierten Programme „50 Solarsiedlungen in NRW“ und „100 Klimaschutzsiedlungen in NRW“ haben die Stadtentwicklung geprägt und das Bewusstsein in der Bevölkerung für Klimaschutz und saubere Energien geschärft. Dabei wurden wichtige soziale Problemlagen wie fehlender attraktiver Wohnraum für junge Familien oder steigende Energiekosten für einkommensschwache Haushalte adressiert und die Bewohnerinnen und Bewohner eingebunden. So wurde z. B. in Gelsenkirchen Schaffrath ein Projekt zum gemeinsamen nutzen von Elektrofahrzeugen etabliert und in Gelsenkirchen Bismarck wurde ein Förderverein für solare Energie und Lebensqualität gegründet. Durch die Sanierungsprojekte verbesserte sich die Wohn- und Wohnumfeldsqualität, welche sich auch auf die Vermietbarkeit und das soziale Klima in den Quartieren auswirkte. So dass auch die beteiligten Wohnungsunternehmen davon profitierten. Auch in den neuen Projekten hält die Stadt die energetische Qualität des Bauens hoch: Wer im neuen Stadtquartier Graf Bismarck bauen möchte, muss die aktuellen gesetzlichen Limits für den Energiebedarf der Häuser um 30 Prozent unterbieten. Dieses vermeintliche Vermarktungshemmnis entpuppt sich nun als Vorteil: Die privaten Häuslebauer nehmen das anspruchsvolle Energiekonzept positiv auf und bauen teilweise mit noch höheren energetischen Standards.

Meilensteine des solaren Städtebaus in Gelsenkirchen

Startschuss für den solaren Städtebau in Gelsenkirchen war der Wissenschaftspark mit seinem 1996 fertig gestellten Solarkraftwerk – seiner Zeit die weltweit größte auf einem Dach installierte Anlage. 2001 entstand die erste Solarsiedlung des Ruhrgebiets in Gelsenkirchen Bismarck. 2003 wurde im Rahmen einer Bestandssanierung die Solarsiedlung Lindenhof fertiggestellt. 2008 folgte die Solarsiedlung im Stadtteil Schaffrath als „größte Solarwohnsiedlung Deutschlands“. 2012 wurde im Stadtteil Ückendorf die erste Klimaschutzsiedlung des Landes NRW bezugsfertig. Die Bebauung im Stadtquartier Graf Bismarck hat 2013 begonnen.



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadt Gelsenkirchen
Förderer:
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)
  • Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr (MBWSV)
  • Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk (MWEIMH)
  • Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF)
Beratungsstellen:
  • EnergieAgentur.NRW