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Team Sonnenwagen Aachen

Energieautarke E-Mobilität

Energieautarke Elektrofahrzeuge, die nur mit der Kraft der Sonne angetrieben werden - für Studierende der RWTH Aachen ist das keine Zukunftsvision, sondern bereits heute gelebte Realität. Als eine von nur zwei deutschen SolarCar-Manufakturen arbeiten die Aachener Nachwuchsingenieure seit 2015 an der Entwicklung ihres „Sonnenwagens“ und zeigen, wie nachhaltige Mobilität schon heute aussehen kann. Auch beim härtesten Solarcarrennen der Welt konnte das E-Mobil schon überzeugen.

Die Daten des Sonnenwagens können sich sehen lassen: Das Fahrzeug erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 135 Kilometern pro Stunde, mit einer Akkureichweite von rund 300 Kilometern und einem Leergewicht von weniger als 200 Kilogramm. Besonders effizient fährt der Wagen bei 70 bis 80 Stundenkilometer. Hier liegt der Verbrauch bei gerade einmal 1,4 Kilowatt - der Leistung eines Föhns. Die Energieversorgung übernehmen hocheffiziente Solarzellen auf einer Fläche von vier Quadratmetern auf dem Fahrzeugdach. Um die Fahrtüchtigkeit jedoch auch unabhängig von der Sonnenstrahlung zu ermöglichen, verfügt der Wagen über ein Batteriespeichersystem mit Lithium-Ionen-Zellen, das die Energie speichert und das Fahrzeug beispielsweise bei bewölktem Wetter versorgt.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Stärkung des Solarforschungs- und Elektromobilitäts-standorts NRW
  • Symbolkraft für energieautarke Fahrzeuge
  • Interdisziplinäre und regionale Zusammenarbeit

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Foto: Team Sonnenwagen Aachen

Ein Solarfahrzeug auf der Rennstrecke: Während der European Solar Challenge in Belgien durfte sich der Sonnenwagen, der sonst eher die australischen Highways gewohnt ist, auf der ehemaligen F1-Strecke des Circuit Zolder austoben.



Minimales Gewicht für maximale Effizienz

Rund 45 Studentinnen und Studenten verschiedener Fachbereiche der RWTH Aachen sind an der Entwicklung und dem Bau des Aachener Sonnenwagens beteiligt. Unterstützt wird die Studenteninitiative vom Kooperationspartner covestro, sowie weiteren Sponsoren. Bereits weniger als zwei Jahre nach Gründung des Teams, im Sommer 2017 wurde der erste Prototyp fertiggestellt. Seither werden Technik, Effizienz und Alltagstauglichkeit kontinuierlich verbessert. Bei der Fahrzeugentwicklung stehen vor allem das Wagengewicht sowie ein möglichst aerodynamisches Design im Vordergrund. Um ersteres zu minimieren, kommen Leichtbaukonstruktionen und Faserverbundwerkstoffe zum Einsatz. Das selbst konstruierte Fahrzeugchassis soll den Windwiderstand minimieren und für höhere Geschwindigkeiten sorgen.

Erfolg auf internationaler Bühne

Wie effizient das Aachener Sonnenmobil auf der Straße ist, konnte das Team bei der World Solar Challenge 2017 in Australien zeigen. Die alle zwei Jahre stattfindende Weltmeisterschaft führt auf öffentlichen Straßen von Norden nach Süden durch den Kontinent und gilt als das härteste Solarcarrennen der Welt. Als Solarrennteam der „Challenger-Klasse“ traten die Aachener den Wettbewerb an und bestanden die Feuerprobe auf Anhieb: nur mit Hilfe der Sonne bewältigte das Team die über 3.000 Kilometer, und das bei Geschwindigkeiten von im Durchschnitt bis zu über 80 Stundenkilometern.

Neben dem Kernanliegen, ein sportlich starkes, auf Erfolg fokussiertes Solarrennteam zu bilden, geht es den Beteiligten aber auch darum, die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit des Klima- und Umweltschutzes und einer nachhaltigen Lebensweise, beispielhaft demonstriert anhand der Möglichkeiten nachhaltiger Mobilität, überzeugen zu können. Durch einen ständigen Austausch mit Unternehmen und anderen Hochschulen wird das gesammelte Wissen verbreitet, medienwirksame Auftritte und Präsentationen binden darüber hinaus auch die breite Öffentlichkeit mit ein.

Stärkung des Elektromobilitätsstandorts NRW

Als Studenteninitiative ist das Team auf die sowohl finanzielle, als auch fachliche Unterstützung von Partner angewiesen. Die Zusammenarbeit ist ein Gewinn für beide Seiten: Während die Studierenden wertvolle Erfahrungen für die fachliche und persönliche Entwicklung sammeln, profitieren auch die Unternehmen in der Region, indem sie die Fachkräfte von Morgen kennenlernen und in der Zusammenarbeit auch eigene Produkte und Prototypen testen und weiterentwickeln können. Auf diese Weise stärkt das Projekt nicht zuletzt das fachliche und technische Wissen des Standortes Nordrhein-Westfalen im Bereich E-Mobilität.


Foto: Team Sonnenwagen Aachen

„Für uns ist es nicht nur wichtig, die Theorie in die Praxis umzusetzen, sondern mit der Durchquerung eines Kontinents zu beweisen, dass die klimaneutrale Mobilität von Morgen schon heute möglich ist.“

Severin Kobus, 2. Vorsitzender und Teamleiter Marketing & PR des Team Sonnenwagen Aachen