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"Wohnen am Ardey" - die Solarsiedlung Soest

Für die Solarsiedlung  „am Ardey" hat die Stadt Soest einen städtebaulichen Rahmenplan mit ambitionierten energetischen Standards entwickelt. So entstand 2013 eine hocheffiziente Solarsiedlung mit rund 20 Gebäuden im Neubau, die Teil des Landesprojektes „50 Solarsiedlungen in NRW“ geworden ist.

Sie erfüllen die gleichen Standards und sind doch wieder Einzelstücke: Die Häuser der Solarsiedlung „Am Ardey" im Soester Westen. Die 20 Familien, die in dem Wohnquartier in den Jahren 2006 bis  2012 ihr individuelles Haus bauen ließen, konnten Energiekonzepte, Materialien und Formen im Rahmen der Vorgaben selbst wählen. Gleich zu Beginn hat die Stadt Soest das Ingenieurbüro Wortmann & Scheerer und die Baufamilien in die Planung eingebunden – mit intensiven Einzelberatungen...

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Stadt sichert energetische Qualität von Neubauten
  • Jahresstrombedarf zu einem Drittel durch Solarenergie gedeckt
  • Wärmebedarf rund die Hälfte niedriger als gesetzlich vorgeschrieben
  • Beratung und Förderung durch die Stadt
  • Stadt plant Klimaschutzsiedlung im Geschosswohnungsbau

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Foto: Stadt Soest

Zukünftig werden bei der Erstellung von Bebauungsplänen die solarenergetischen Vorgaben der Solarsiedlung weitestgehend eingehalten bzw. in die Abwägung mit allen weiteren  Planungsaspekten einbezogen. Sowohl die Ausrichtung der Gebäude, die Abstände zueinander und die Gebäudehöhen werden in Hinblick auf eine solarenergetische  Nutzung optimiert.



Wärmebedarf rund halb so hoch wie Vorgaben, Sonnenenergie deckt ein Drittel des Strombedarfs

Die Solarsiedlung besteht aus zwei südorientierten Häuserzeilen mit 22 Einzelgrundstücken für Doppelhäuser und freistehende Einfamilienhäuser. Die meisten Häuser wurden im 3-Liter-Standard (Energiebedarf von rund 35 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr [kWh/m2a]) gebaut. Der Wärmebedarf ist damit deutlich geringer als die zu dieser Zeit gültige Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) mit rund 70 kWh/m2a vorgab (unter Berücksichtigung gleicher Kompaktheit der Gebäude).

Die Gebäude decken den Jahresstrombedarf zu rund einem Drittel durch solare Energie und den Bedarf an Warmwasser zu zwei Dritteln. Die Solarsiedlung ist Teil des Landesprojektes „50 Solarsiedlungen in NRW“, das die EnergieAgentur.NRW betreut.

Stadt fördert Effizienztest, Einbindung und Austausch der Baufamilien 

Die Stadt Soest sicherte im Planungsprozess die Qualität und Effizienz der Bauten – durch strategische Förderung und vorbildliche Kommunikation. Um die Baufamilien einzubinden, bezahlte die Stadt den Häuslebauern die Einzelberatungen(Erstellung der Energiekonzepte) beim beauftragten Ingenieurbüro Wortmann & Scheerer. Auch den „Blower-Door-Test“, der die Dichtigkeit der Gebäudehüllen prüft, übernahm die Stadt für die Baufamilien.

Weiterhin förderte die Stadt einen regelmäßigen Nachbarschaftsaustausch: Sie brachte die Bauherren bei verschiedenen Terminen zusammen und sorgte dafür, dass sie ihre Ideen und Pläne austauschen konnten. Einige Baufamilien stellten ihr Heim während der Bauphase und darüber hinaus als Demonstrationsobjekt zur Verfügung. So konnten andere Häuslebauer die technischen Lösungen kennenlernen und aus den Erfahrungen der zukünftigen Nachbarn lernen.

Zur Eröffnung der Solarsiedlung lud die Stadt gezielt Kaufinteressenten aus späteren Bauabschnitten ein. Auf diese Weise stellte sie den Kontakt zu den bereits erfahrenen Baufamilien her.

Soest prüft solarenergetische Qualität in Bebauungsplänen

Bei der Erstellung von Bebauungsplänen werden zukünftig die Vorgaben der Solarsiedlung weitestgehend eingehalten bzw. in die Abwägung mit allen weiteren  Planungsaspekten einbezogen. Die Ausrichtung der Gebäude, die Abstände zueinander sowie die Gebäudehöhen werden im Hinblick auf eine solarenergetische  Nutzung optimiert.


„Die Solarsiedlung am Ardey in Soest setzt Maßstäbe. Hier stehen Häuser, die energetisch optimiert sind und mit Sonnenkraft Strom und Heizwärme produzieren. Den Bauherren blieben Spielräume für individuelle Planungen. So ist eine Siedlung entstanden, deren Charme darin liegt, individuelle Lösungen in einem homogenen Gesamtbild zu vereinen.“

Maria Kroll-Fiedler, Umweltberatung der Stadt Soest



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadt Soest
  • Wortmann & Scheerer
  • Planungsbüro Pesch und Partner
  • Sparkasse Soest
  • Umschalten in der Energieversorgung Soest e.V.
Förderer:
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)
Beratungsstellen:
  • EnergieAgentur.NRW