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Solarsiedlung im Gemeinschaftsbetrieb

Die Solarsiedlung in Bielefeld Kupferheide ist die erste im nordrhein-westfälischen Programm „50 Solarsiedlungen in NRW“ mit einem gemeinsam durch die einzelnen Privateigentümer betriebenen Nahwärmenetz. Die städtische Verwaltung verpflichtete sie beim Hausbau außerdem dazu, ambitionierte energetische Standards einzuhalten.

Die Stadtverwaltung in Bielefeld ist die erste in NRW, die mit vielen verschiedenen Bauherren ein ehrgeiziges Energiekonzept für eine ganze Solarsiedlung entwickelt hat. Um die ambitionierten Ziele realisieren zu können, legte die Stadt zusammen mit den einzelnen Parteien ein gemeinsames Konzept samt energetischer Standards vertraglich fest. Als Teil des von der EnergieAgentur.NRW entwickelten Landesprojektes „50 Solarsiedlungen in NRW“ zeigt das Bielefelder Beispiel mit insgesamt 66 Wohneinheiten Möglichkeiten der Solarenergienutzung für die Wärme- und Stromversorgung auf.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Siedlung spart jährlich 140 Tonnen CO2
  • 32 Gebäude als Niedrigenergiehaus gebaut
  • 14 Gebäude als 3-Liter-Haus realisiert
  • 312 Quadratmeter Solarkollektoren
  • Nahwärmenetz wird durch Eigentümergemeinschaft betrieben

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Foto: Rainer Friedrich

Bielefeld ist die erste Stadtverwaltung in NRW, die mit vielen verschiedenen Bauherren ein ehrgeiziges Energiekonzept für eine ganze Siedlung erarbeitete. Als erste Herausforderung brachte die Stadt die verschiedenen Wünsche der Bauherren unter einen Hut.



Gemeinschaftliches Nahwärmenetz

In der Solarsiedlung Kupferheide legte die Stadt Wert auf ein dezentrales Wärmesystem. Die einzelnen Häuser sind durch ein Nahwärmenetz verbunden, das mit solarthermischer Wärme und einer Gastherme gespeist wird. Über 60 Prozent der Warmwasserversorgung werden durch Solarkollektoren mit einer Gesamtfläche von 312 Quadratmetern produziert. Das Nahwärmenetz ist so ausgelegt, dass alle Gebäude überschüssige thermische Energie einspeisen und herausholen. Daher ist es besonders wichtig, dass alle Eigentümer an dem Netzwerk teilnehmen. Um dies zu gewährleisten hat die Stadtverwaltung alle Parteien in einer Eigentümergemeinschaft vertraglich gebunden. Aufgabe der Gemeinschaft ist der Betrieb des Nahwärmenetzes. Dazu gehört die Wartung und Instandhaltung der Anlagenelemente wie Gastherme, Solarkollektoren und Verteilernetz.

Gesamtkonzept spart jährlich 140 Tonnen CO2

Die Häuser in der Siedlung sparen im Vergleich zu konventionellen Gebäuden insgesamt rund 300.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr ein. Auf den Dächern verteilt sind rund 73 Kilowatt Leistung Photovoltaik installiert, über die rund ein Drittel des benötigten Stroms generiert werden. Weil zum Kochen Gas genutzt wird, und der auf den Dächern erzeugte Sonnenstrom bevorzugt selbst verbraucht wird, reduzierte sich der externe Strombezug um rund 100.000 Kilowattstunden pro Jahr. In Summe werden in der Siedlung durch die Maßnahmen im Strom- und Wärmebereich zirka 140 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.

Hohe bauliche Qualität

Die Solarsiedlung umfasst insgesamt 46 Gebäude. 31 Doppelhäuser und ein Mehrfamilienhaus wurden im ersten Bauabschnitt im Standard des Niedrigenergiehauses nach Wärmeschutzverordnung 1995 (WSchV 95) gebaut. Der Heizwärmebedarf  lag mit rund 52 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr gut 25 Prozent unter dem damals nach WSchV 95 erforderlichen Wert. 14 Reihen- und Doppelhäuser wurden im zweiten Bauabschnitt im 3-Liter-Haus-Standard gebaut. Ihr Heizwärmebedarf liegt bei nur 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.


Foto: Peter Wehowsky

„Die unabhängige, dreistufige Qualitätssicherung hat zu einer hohen und energie-effizienten Gebäudequalität beigetragen. Bei jedem der individuell geplanten Gebäude wurden eine Überprüfung der Berechnungen, mehrere Baustellenbesuche und eine Luftdichtigkeitsmessung durchgeführt.“

Rainer Friedrich, Leiter der Bauberatung des Bauamtes der Stadt Bielefeld



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadt Bielefeld
  • Institut für Kommunal- und Umweltplanung
  • Stadtwerke Bielefeld
Förderer:
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)
  • Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr (MBWSV)
Beratungsstellen:
  • EnergieAgentur.NRW

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