DE EN

Seniorenheim im Passivhausstandard

In Dormagen ist 2011 ein Seniorenheim im Passivhausstandard entstanden. Durch eine geschickte Auswahl von Dämmung und Baumaterialien versorgt das Gebäude sich nicht nur teilweise selbst mit Energie – die Bauherren konnten es sogar preiswerter bauen als konventionelle Heime.

Die Idee kam der Architektin Yvonne Axler von Berg beim Lesen eines Zeitungsartikels: Ein freies Grundstück neben dem Kreiskrankenhaus in Dormagen sollte bebaut werden. Für sie war das der ideale Platz für ein Seniorenheim, das die Stadt schon lange benötigte. Also präsentierte sie ihre Idee einem Experten, der weiß, wie man Seniorenheime energiesparend umsetzt: Passivhaus-Experte Andreas Nordhoff vom Kölner Institut für Bauen und Nachhaltigkeit hatte in Mönchengladbach bereits das erste Passivhaus-Pflegeheim Europas gebaut. Gemeinsam reichten die beiden einen Vorschlag ein und gewannen die CONESTA Consulting & Construction GmbH & Co. KG als Investor, die dann auch den Spatenstich für das neue Seniorenheim St. Katharina setzte.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Hoher solarer Deckungsgrad durch saisonalen Wärmespeicher
  • Niedrige Energiekosten dank Passivhausstandard
  • Betreiber überträgt Konzept auf künftige Bauvorhaben

1 von 4

Foto: Axler von Berg

Durch eine geschickte Auswahl von Dämmung und Baumaterialien versorgt das Gebäude sich nicht nur teilweise selbst mit Energie – die Bauherren konnten es sogar rund 16 Prozent preiswerter bauen als konventionelle Heime.



Passivhaus günstiger als konventionelle Varianten

Heraus kam dabei nicht nur ein energetisch teilweise selbstversorgendes, sondern auch günstigeres Gebäude als die der konventionellen Konkurrenz: Durch geschickte Auswahl von Dämmung und Baumaterialien konnten die Architekten das Gebäude mit Nettobaukosten von nur 1050 Euro pro Quadratmeter umsetzen. Zum Vergleich: Ein konventionelles Seniorenheim kostete im Jahr 2011 im Schnitt 1250 Euro pro Quadratmeter. Eine Ersparnis von rund 16 Prozent.

Minimaler Heizwärmebedarf – geringe Energiekosten

Die Anlage im Passivhausstandard errechnete einen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr und liegt damit deutlich unter der derzeit gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV 2009), die den rechnerischen Verbrauch auf 65 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr begrenzt. Darüber hinaus unterstützen thermische Solaranlagen die Warmwasserversorgung: Im Sommer anfallende Überschusswärme wird in einem saisonalen Wasserspeicher – einem „Wärmesee“ unter der Bodenplatte – gespeichert. Bis zum Ende des Sommers steigt die Temperatur des Speichers auf 22-24 Grad Celsius (°C) an. Dadurch reduzieren sich die Wärmeverluste über die Bodenplatte im Winter.

Betreiber überträgt Konzept auf andere Pflegeheime

Investor und Betreiber haben die energetischen und wirtschaftlichen Vorteile des Gebäudes überzeugt. Die Malteser Rhein-Ruhr gGmbH will den Passivhausstandard in Zukunft auch bei weiteren Projekten umsetzen. Ein weiteres Heim in diesem Standard wurde bereits im münsterländischen Drensteinfurt errichtet. Das Seniorenheim St. Katharina ist eine von der EnergieAgentur.NRW anerkannte Solarsiedlung. Die Landesregierung startete Ende der 1990er Jahre das Projekt „Mit der Sonne bauen – 50 Solarsiedlungen in NRW“, das von der EnergieAgentur.NRW koordiniert wird.


Foto: Axler-von Berg

„St. Katharina trägt mit seiner ressourcenschonenden Bauweise zur Verbesserung des Klimas im Energiekreis Neuss bei. Die wirtschaftliche Bauweise, geringe Betriebskosten und ein hohes Maß an Wohnbehaglichkeit machen das Objekt für den Investor, Betreiber und Bewohner gleichermaßen attraktiv.“   

Dipl. Ing. Architektin Yvonne Axler-von Berg



Partner und Förderer


Partner:
  • Axler-von Berg Anders Architektur
  • IBN PASSIVHAUS - TECHNIK
  • CONESTA Consulting GmbH Co. KG
  • Malteser Duisburg
Förderer:
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)
Beratungsstellen:
  • EnergieAgentur.NRW