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Den kurzen Weg nach Hause nehmen

In Olfen wurde ein System entwickelt, das die Linienführung von Schul- und Bürgerbussen bedarfsgerecht anpasst: Just-in-time berechnet das System anhand der eingestiegenen Fahrgäste die kürzeste Route, um die benötigten Zielhaltestellen anzufahren. Durch die Nutzung der neuen Streckenoptimierung konnte die Fahrleistung der Olfener Schulbusse um rund 40 Prozent reduziert werden. Das spart Kraftstoff, Kosten und Zeit.

Wer kennt sie nicht - die Erinnerung daran, wie der Schulgong ertönt, Scharen von Schülern aus dem Schulgebäude strömen, zur Bahn laufen, sich auf ihre Fahrräder schwingen oder hektisch versuchen, die besten Plätze im Schulbus zu ergattern. Heutzutage ergibt sich vielerorts ein anderes Bild, denn aufgrund stark variierender Unterrichtszeiten verteilt sich die Masse der Schüler auf den gesamten Nachmittag. Hinzu kommt, dass zukünftig aufgrund des demografischen Wandels rückläufige Schülerzahlen zu erwarten sind. Um den daraus resultierenden Anforderungen für Mobilitätsdienstleistungen gerecht zu werden, sind neue Lösungen wie z. B. in Olfen notwendig, die auch vermehrt auf die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien setzen.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Busse konnten Kilometerlaufleistung um 40 % reduzieren
  • Einsparung von einem kompletten Schulbus
  • Anpassung an Herausforderungen des demografischen Wandel
  • Spart Zeit, Geld und schont die Umwelt
  • Erhöhte Kostentransparenz beim Schülertransport

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Foto: Milena Schlösser

Jeder Schüler zeigt beim Einsteigen in den Bus seine Olfen-Karte vor. Diese wird vom Fahrer gescannt, um dem System mitzuteilen, welche Zielhaltestellen angefahren werden müssen. Just-in-time berechnet die App dann anhand der zugestiegenen Fahrgäste die kürzeste Route.



Ein Pilotprojekt macht Schule

So wurde in Olfen 2013 im Rahmen des Regional 2016-Projektes ein neues Mobilitätskonzept für die Fahrten mit dem Schulbus entwickelt und für rund 200 Schüler erfolgreich eingesetzt: Die bedarfsorientierte Linienführung. Dabei wird die Strecke jeweils anhand der zugestiegenen Schüler just-in-time durch eine App berechnet und optimiert. Ermöglicht wird das durch spezielle Schülerausweise, auf welchen georeferenzierte Informationen zur jeweilig benötigten Zielhaltestelle gespeichert sind. Beim Einsteigen werden die Schülerausweise jeweils gescannt und eine Software errechnet dann die beste Route, um alle Fahrgäste zur gewünschten Haltestelle zu transportieren. Dabei errechnet die Software die ideale Strecke abseits fester Linienwege, ein absolutes Novum.

Bedarfsorientierung spart Zeit und Geld

Durch die Nutzung der neuen Streckenoptimierung konnte die Fahrleistung der Olfener Schulbusse um rund 40 Prozent reduziert werden. Das spart Kraftstoff, Kosten und Zeit. Durch die höhere Auslastung konnte zudem sogar einer der drei ehemals benötigten Busse komplett eingespart werden.
Aufgrund der großen Erfolge wurde in Olfen neben dem Schulbus auch der Bürgerbus auf eine bedarfsorientierte Fahrweise umgestellt. Neben der freien Streckenführung profitieren die Bürger dabei von der Möglichkeit entweder den Abfahrts- oder Zielpunkt abseits einer konventionellen Haltestelle zu wählen.

Bedarfsorientierter Schülerverkehr Olfen Projektvideo

Video: KlimaExpo.NRW



Foto: Stadt Olfen

„In Zeiten des demografischen Wandels hat jede Kommune mit dem Problem zu kämpfen, eine schrumpfende Schülerzahl in einem festen Gebiet einzusammeln. Mit unserer bedarfsorientierten Schülerbeförderung sparen wir täglich Kilometer und CO2 ein und bringen zudem die Schüler schneller nach Hause.“

Anna Finke, Stadt Olfen

 



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadt Olfen
  • Fachbereich Bus (ZVM Bus)
  • Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM)
  • Kreis Coesfeld
  • blue:bizz edv Systemhaus GmbH