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Risk_M

Soziale Mobilisierungsstrategien in der Klimafolgenanpassung

Das Forschungsprojekt „Soziale Mobilisierungsstrategien im Politikfeld Klimaschutz“ der FH Bielefeld und Stadt Bielefeld forschen an dem Nutzen von Informationstechnologien (sprich Internet, Handy, soziale Netzwerke) im Bereich Klimaschutz. Das Projekt ist interdisziplinär angelegt. Wissenschaftler aus Psychologie, Soziologie und Informatik arbeiten zusammen. Weil Klimaschutz die Akzeptanz aller Menschen braucht, ist es das Ziel des Projekts, Rahmenbedingungen für die Eigeninitiative zu verbessern und das Verhalten der Menschen positiv zu beeinflussen.

Klimaschutzziele können nicht alleine von einzelnen Organisationen erreicht werden – gerade auf kommunaler Ebene braucht es immer die Akzeptanz der Bevölkerung und ihre Bereitschaft ihr Verhalten zu ändern. Dafür benötigen Kommunen Wissen zu den Einstellungen, Verhalten und Wünschen der Bevölkerung nach attraktiven, kostengünstigen, wirksamen und breit einsetzbaren Instrumenten.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Wertvolle Analyseergebnisse zu individuellem und kollektivem Verhalten
  • Verbesserte Ansprache der Bürger durch die Stadt
  • Partizipation und soziale Vernetzung
  • Vorgehensweise zeigt Nutzen auch für die Klimafolgenanpassung

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Foto: Shutterstock, FH Bielefeld

Bilder wie dieses lassen erahnen, dass fehlender oder unzureichender Hochwasserschutz regelmäßig zu umfangreichen Schäden führt.



Transformatives Forschungsprojekt

Das Projekt hat theoretisch die Möglichkeiten der Verhaltensbeeinflussung in Richtung Klimaschutz entwickelt und praktisch getestet. So wurden 1.000 Bielefelder Bürgerinnen und Bürger zu klimaschutzrelevanten Verhaltensweisen befragt. Herausgefunden werden sollte, wie man Bielefelder zu mehr klimafreundlicher Mobilität, zu Maßnahmen am und im Gebäude, zu fleischreduzierter und regionaler Ernährung bewegen kann.

Dazu hatten die Verantwortlichen insbesondere lokal verankerte Vereine, Kirchengemeinden und Unternehmen als Partner im Blick, um möglichst viele Menschen zu erreichen („Vernetztheit von Stadt“). Über eine App wurde die Bevölkerung außerdem zu ihren Einstellungen befragt und mit Tipps versorgt. Übertragen wurde das Projekt außerdem in den Kreis Gütersloh.

Übertragung in das Projekt Risk_M

Die Verfahrensweise des Projektes kann auch für das Thema Klimafolgenanpassung genutzt werden – in dem Folgeprojekt Risk_M werden soziale Mobilisierungsstrategien zur Optimierung eines Risikomanagements bei extremen Hochwasserereignissen untersucht. Das Projekt wird gemeinsam mit den jeweiligen Regional- bzw. Landesverbänden des Arbeiter-Samariter-Bunds in Magdeburg, Lüneburg und Leipzig durchgeführt. Forschungsschwerpunkt ist, welche Faktoren (z. B. soziales Kapital, gefühlte Bedrohung, Schadenserwartung, Bewältigungsmöglichkeiten) einen Einfluss auf den Grad und die Motivation der Eigeninitiative (beispielsweise Mobilisierung von Hilfskräften) haben und wie die Prävention von Hochwasserereignissen in der Zukunft aussehen kann.

Ein Augenmerk richtet sich dabei auch auf Kommunikations- und Interaktionsprozesse zwischen den beteiligten Akteuren (betroffene Bürger und Professionelle) mit dem Ziel einer Optimierung des Risikomanagements bei Hochwasserereignissen (Kooperationsmanagement). Die Übertragbarkeit auf andere Gemeinden soll getestet werden, das Projekt wird zum Abschluss evaluiert und die Ergebnisse veröffentlicht.


Foto: FH Bielefeld/ Ressort Hochschul-kommunikation

„Aufgrund des verstärkten Klimawandels wird das Auftreten extremer Hochwasserereignisse in Zukunft wahrscheinlicher. Wirksame Schutzkonzepte zielen neben baulichen und technischen Maßnahmen darauf ab, potenziell Betroffene über ihre persönlichen Handlungsoptionen zu informieren.“

Prof. Dr. Michael Stricker, Fachbereich Sozialwesen, FH Bielefeld




Partner und Förderer


Partner:
  • FH Bielefeld - Forschungsschwerpunkt "Soziale Mobilisierungsstrategien im Politikfeld Klimaschutz"
  • Stadt Bielefeld, Umweltamt
Förderer:
  • Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF)