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MineHandy

Spielerische Bewusstseinsbildung

Die Erfolgsgeschichte von Handys und Smartphones ist beachtlich: Mittlerweile gibt es mehr von den Kommunikationsgeräten auf unserem Planeten als Menschen. Doch des einen Freud´ ist des anderen Leid, denn für die Produktion der Geräte werden zahlreiche Ressourcen verwendet, die nach einem meist relativ kurzen Nutzungszeitraum aufgrund falscher Entsorgung verloren gehen. Mit Hilfe eines spielerischen Ansatzes möchte das Projekt „MineHandy“ hier nun Einfluss nehmen, das Bewusstsein für den Umgang mit den endlichen Ressourcen schärfen und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Zirka 124 Millionen Handys liegen ungenutzt in deutschen Schubladen. Werden die Geräte entsorgt, geschieht dies größtenteils fälschlicherweise über den Hausmüll. Dass mit jedem nicht oder falsch entsorgten Mobiltelefon wichtige Ressourcen verloren gehen, ist den wenigsten bewusst. Aus diesem Grund entstand die Handy-Aktion NRW. Über die Initiative werden alte Handys und Smartphones gesammelt, um sie professionell aufzubereiten und weiter zu nutzen oder entsprechend zu recyceln und die Rohstoffe zurückzugewinnen. Um die Bedeutung und den Erfolg der Aktion insbesondere in der jungen Zielgruppe zu unterstützen, wurde das Projekt „MineHandy“ ins Leben gerufen. Das hier entwickelte gleichnamige digitale Spiel thematisiert ökologische und soziale Herausforderungen in der Wertschöpfungskette von Handys. Mit diesem Bildungsansatz wird insbesondere bei jungen Nutzern das Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen geschaffen und verstärkt.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Sensibilisierung von Jugendlichen für das Thema Nachhaltigkeit
  • CO2-Einsparung durch professionelles Recycling von Mobiltelefonen
  • Großes Potenzial in deutschen Haushalten

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Foto: Johanna Schäfer, Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung

Etwa 60 verschiedene Rohstoffe sind im Mobiltelefon enthalten. Wiederaufarbeitung und Recycling – hier ein Bild der Handysammelbox der Handyaktion NRW – schonen Umwelt und Ressourcen.



Eine Spielwelt informiert über Handykonsum

In Anlehnung an das beliebte Computerspiel „Minecraft“ wurde – gemeinsam mit technikbegeisterten Jugendlichen – mit „MineHandy“ eine Spielwelt entwickelt, die die Nutzerinnen und Nutzer über die mobilen Geräte – von der Rohstoffgewinnung und Produktion bis zur Entsorgung – informiert. Dabei nehmen die Spieler die Rolle eines Journalisten ein, der sich in der Spielwelt auf eine Recherchereise begibt und mit Hilfe von verschiedenen zu erfüllenden Aufgaben Informationen für einen Artikel sammelt. So sensibilisiert das Spiel seine Nutzer auf spielerische Art und Weise für soziale und ökologische Auswirkungen der Handyproduktion und weist auf eigene Handlungsmöglichkeiten hin. Die Spielwelt „MineHandy“ ist als kostenloser Download über die Webseite der Handy-Aktion NRW erhältlich. Ein pädagogisches Begleitheft gibt Ratschläge für den Einsatz des Spiels in der Jugendarbeit.

Potenzial für den Ressourcen- und Klimaschutz

Mit ihrer Sammelaktion konnte die Handy-Aktion NRW bereits 11.650 Mobiltelefone sammeln, ordnungsgemäß recyceln und so mehr als 550 Tonnen CO2 einsparen. Das weiterhin vorhandene Potenzial ist beträchtlich: Allein in Deutschland werden jährlich zirka 25 Millionen Handys gekauft. „MineHandy“ stellt hier einen wichtigen Bildungsansatz dar, um die Recyclingquote weiter zu erhöhen. Mit der innovativen Lösung, mittels eines populären Spiels bereits im frühen Alter auf die mit dem Konsum verbundene Problematik aufmerksam zu machen, werden die Spieler selbst sensibilisiert, aber auch gleichzeitig zu Multiplikatoren, die ihr gewonnenes Wissen weiter verbreiten.


Foto: SÜDWIND e.V.

„Wir sind beeindruckt von dem Engagement, mit dem computerspielerfahrende Jugendliche MineHandy mit unserer fachlichen Unterstützung selbst entwickelt und programmiert haben. Viele von ihnen haben später als Expertinnen und Experten zu Spiel und Thematik auch an der Verbreitung des Minigames mitgewirkt.“

Eva-Maria Reinwald, Fachpromotorin für Globale Wirtschaft und Menschenrechte, SÜDWIND-Institut




Partner und Förderer


Partner:
  • SÜDWIND e.V.
  • Jugendbildungsstätte Tecklenburg
  • Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.
  • GMÖ der Ev. Kirche im Rheinland
  • Amt für Jugendarbeit der EKvW
  • Open Globe - Eine Welt Netz NRW
  • Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der EKvW
Förderer:
  • Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst
  • Evangelische Kirche von Westfalen
  • Amt für MÖWe der EKvW