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Lippebad: Europaweit erstes Schwimmbad im Passivhausstandard

Not macht erfinderisch – besonders in Lünen: Aus einer Zwangslage mit vier veralteten Hallenbädern schuf die Stadt Lünen das europaweit erste öffentliche Schwimmbad im Passivhausstandard.

Die Herausforderung ist vielen Kommunen nicht unbekannt: Knappe Kassen, Veränderungen durch den Strukturwandel, Sanierungsstau bei Infrastruktur und Gebäuden -  und dabei stets die Maßgabe, Ausgaben weiter zu reduzieren. So auch in der Stadt Lünen, im Kreis Unna, wo vier veraltete Hallenbäder den Verantwortlichen Kopfzerbrechen bescherten. Die 30 bis 50 Jahre alten Schwimmbäder benötigten nicht nur dringend eine energetische Sanierung, sondern mussten auch umfassend modernisiert werden.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • 75% weniger CO2-Ausstoss als ein vergleichbarer Schwimmbadneubau nach EnEV
  • Reduktion der jährlichen Betriebskosten
  • Behaglicher Badeaufenthalt dank modernster Technik
  • Planungsunterlagen des Projektes kostenlos zum Download verfügbar

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Foto: Bädergesellschaft Lünen mbH

Die Bädergesellschaft Lünen hat am 9. September 2011 nach 2 Jahren Bauzeit das europaweit erste öffentliche Hallenbad im Passivhausstandard realisiert. Mit diesem Ansatz sind erhebliche Einsparungen an Energie, Wasser, Abwasser und den damit verbundenen Umweltbelastungen möglich.



Von unten bis oben auf Effizienz getrimmt

Not macht bekanntermaßen erfinderisch und so initiierte Dr. Gerd Koch, Prokurist der Stadtwerke Lünen, die Planung des europaweit ersten öffentlichen Schwimmbades im Passivhaus-Standard. Als zentrales Element bündelt dieses nun auf seinen 850m² Gesamtwasserfläche die Aktivitäten der anderen Bäder unter einem Dach. Seit Ende 2011 stehen die Türen offen und durchschnittlich 600 Badegäste nutzen dieses Angebot täglich mit Begeisterung.

Dabei fällt dem Durchschnittsnutzer nicht auf Anhieb auf, dass der effiziente Baustandard dieses Schwimmbades erhebliche Einsparungen an Energie, Wasser, Abwasser und den damit verbundenen Klima- und Umweltbelastungen ermöglicht. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich aber, dass der Bau bis ins kleinste Detail auf Effizienz getrimmt ist: Dafür sorgt unter anderem das perfekte Zusammenspiel vielzähliger technischer Raffinessen etwa beim Energieversorgungskonzept, der Lüftung, dem auf der Nutzung von Tageslicht maximierten Beleuchtungskonzept oder auch dem Wassermanagement.

Nachhaltig gedacht – clever investiert

Des Weiteren ist das Bad standardgemäß auf maximale Barrierefreiheit ausgelegt, entspricht modernsten Hygieneanforderungen und lässt auch an die Raumgestaltung und Akustikqualität keine Wünsche offen.

Anhand einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wurde zudem für interessierte Nachahmer abgeleitet, dass sich die Mehraufwendungen zum Passivhaushallenbad –rund zwei Millionen Euro - aufgrund der reduzierten Betriebskosten nach längstens 10 Jahren amortisieren werden. „Bei einer geplanten Nutzungsdauer von 40 Jahren eine wirtschaftlich sehr sinnvolle Investition“, resümiert Koch.


Foto: Stadtwerke Lünen GmbH

„Durch die sparsame und effiziente Nutzung von Ressourcen sparen wir nicht nur jährlich rund 200.000 Euro an Betriebskosten, sondern schonen dabei auch noch das Klima.“

Dr. Grunenberg, Geschäftsführer, Stadtwerke Lünen GmbH und Bädergesellschaft Lünen mbH.




Partner und Förderer


Partner:
  • Bädergesellschaft Lünen mbH
  • Passivhaus-Institut
  • Stadtwerke Lünen
Förderer:
  • Deutsche Bundesstiftung Umwelt
  • Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk (MWEIMH)
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BmUB)