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Schwimmender Riese auf sauberem Kurs

Das Troisdorfer Unternehmen Exomission Umwelttechnik hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Dieselmotoren weniger Schadstoffe ausstoßen. Der Tanker „TMS Rudolf Deymann“ dreht mit der Kraftstoff-Wasser-Emulsionstechnik der Rheinländer bereits seine Runden – und schont Klima, Kraftstoff und die Anwohner.

Ein tiefes Röhren. Der Schiffsdiesel setzt sich mit 1,2 Megawatt Leistung in Bewegung. Langsam kommt der 110 Meter lange Gefahrguttanker „TMS Rudolf Deymann“ in Gang, der Nordrhein-Westfalens Binnengewässer befährt. Dabei stößt der schwimmende Riese deutlich weniger klimaschädliche Abgase aus, als seine Gefährten: Die Kraftstoff-Wasser-Emulsionstechnik (KWE) des Unternehmens Exomission Umwelttechnik macht es möglich.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Deutliche Reduktion innermotorischer Rußbildung
  • Erhebliche Reduktion (bis zu -45%) der NOx-Bildung
  • Geringer Platzbedarf und einfach nachrüstbar
  • Lösung senkt den Treibstoffverbrauch

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Foto: Reederei Deymann

Der 2013 gebaute Gefahrguttanker „TMS Rudolf Deymann“ fährt erfolgreich mit der KWE ausgerüstet als schwimmende Pipeline auf NRWs Binnengewässern. Im Durchschnitt konnte der Kraftstoffverbrauch durch die Maßnahme um 5 Prozent gesenkt werden. Hier zu sehen auf dem Weser-Datteln Kanal.



Der Troisdorfer Ingenieurbetrieb trifft mit der KWE einen Nerv der Bevölkerung: Die Binnenschifffahrt wird – trotz ihrer großen Bedeutung für den Standort – auch kritisch gesehen.  Gerade in den Hafengebieten und stark frequentierten Fahrwassern NRWs belasten Transportschiffe die Luft durch ihren Feinstaub- und Stickoxidausstoß (NOx). Die KWE packt das Übel an der Wurzel: Sie verbessert die Kraftstoffverbrennung im Motorraum und vermindert dadurch die Schadstoffbildung direkt an der Quelle. Sie sorgt nicht nur dafür, dass weniger Klima- und Luftschadstoffe entstehen. Sie spart auch Sprit, weil der gesamte Verbrennungsvorgang effizienter wird.

Wassergemisch vermindert Schadstoffe

Die KWE sorgt – direkt vor dem Einspritzvorgang – dafür, dass der Diesel mit Wasser auf makromolekularer Ebene vermischt wird (=Emulsion). Das Wasser verdampft explosionsartig, zerreißt den Kraftstoff in viele kleine Tröpfchen und macht das Gemisch noch homogener. Das Wasser senkt die Verbrennungsspitzentemperatur und vermindert so die Bildung von Stickoxiden. Der thermische Wirkungsgrad steigt, die Rußbildung sinkt.

Viele Dieselmotoren können klimafreundlicher werden

Die Kraftstoff-Wasser-Emulsionstechnik hat das Potenzial, viele Dieselmotoren  klimafreundlicher zu machen: Fast alle Dieselmotoren können nachgerüstet werden. Auch stationäre Blockheizkraftwerke oder Diesel-Schienenfahrzeuge können die Technologie nutzen. Neben dem Klima und den Betreibern profitieren nicht zuletzt die Bürger von der KWE: Anwohner stark befahrener Strecken freuen sich über eine bessere Umgebungsluft. Keine schlechte Aussicht für alle, die nahe Europas größtem Binnenhafen in Duisburg oder dem größten europäischen Kanalknotenpunkt in Datteln wohnen.


Foto: Reederei Deymann

„Wir reduzieren nicht nur die Umwelt- und Klimabelastungen unseres Schiffes, sondern sparen dabei auch etwa 5% Kraftstoff ein. Im Jahr 2014 entsprach das rund 20.000 Liter Diesel.“ sagt Martin Deymann, Geschäftsführer der Reederei Deymann.

Martin Deymann, Geschäftsführer der Reederei Deymann



Partner und Förderer


Partner:
  • exomission Umwelttechnik GmbH
Förderer:
  • Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BmVI)