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Klimaquartier Arrenberg – am Arrenberg kommt ganz schön was ins Rollen

Am Arrenberg wohnen über 5.000 Menschen in einem Viertel, das sich Jahrzehnte in der sozialen Abwärtsspirale befand. Der Verein „Aufbruch am Arrenberg“ will nun das Quartier nach dem Beispiel des ehemaligen Schlachthofs „VillaMedia“ energetisch auf Vordermann bringen. Heute ist in dem historischen Gebäudekomplex eine Event- und Medienlocation untergebracht, die fast energieautark betrieben wird.

Die VillaMedia steht sinnbildlich für den Aufbruch am Arrenberg. Vor mehr als 15 Jahren wagte Geschäftsführer Jörg Heynkes in dem ehemaligen Schlachthof den Schritt in die Medienwelt. Heute sind dort 15 Unternehmen der Branche angesiedelt. Seit 2012 wurde energetisch modernisiert: Der Gebäudekomplex erzeugt heute mehr Energie als er selbst benötigt („EnergiePlus“). Dafür sorgen sechs Solarstromanlagen auf den Dächern und zwei Blockheizkraftwerke – eins davon auf Basis einer Brennstoffzelle. Die Investitionen in die Haustechnik lohnen sich. Nach Berechnungen des Betreibers amortisiert sich die Gesamtinvestition in die verschiedenen regenerativen Energien nach sieben Jahren.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Eventlocation bereits 70 Prozent energieautark
  • Altes Schlachthaus zu Energie-Plus-Komplex umgebaut
  • 120 Mitglieder im Verein „Aufbruch am Arrenberg“
  • Nachbarschaftsnetz, Energie nach Bedarf ortsnah verbrauchen
  • Bürgerinfo im Innovationszentrum NRW

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Foto: Heynkes

Ende der 1990er Jahre wurde die VillaMedia von Jörg Heynkes als Medien-Standort entwickelt. In den drei denkmalgeschützten Villen des ehemaligen Schlachthofs und dem ehemaligen Pförtnerhaus arbeiten auf ca. 4000 qm Fläche heute mehr als 15 Unternehmen der Event- und Kommunikationsbranche. Dabei wurde das historische Erscheinungsbild geschützt.



CO2-frei mobil

Die VillaMedia möchte ihren Energieüberschuss effizient selbst nutzen. Darum hat sie vier Elektrofahrzeuge angeschafft. Optimal wäre es, wenn die aufladbaren Fahrzeuge als Energiespeicher genutzt werden, die den Strom bei Bedarf auch wieder ans Gebäudenetz abgeben. Um die Erforschung dessen zu unterstützen, nimmt die VillaMedia an einem von der Bundesregierung geförderten Forschungsprojekt teil. Die Fahrzeuge werden dabei als Teile eines intelligent vernetzten Energiesystems erprobt. Bei Stromüberschuss im Netz werden sie geladen, bei großer Nachfrage liefern sie Strom ans Netz.

Aufbruch am Arrenberg

Die Aufbruchstimmung am Arrenberg geht mittlerweile weit über die VillaMedia hinaus. Gebündelt werden die Bemühungen unter dem Dach des Vereins „Aufbruch am Arrenberg“. Der Verein wurde 2008 von Unternehmern und Bewohnern am Arrenberg gegründet und setzt ein Zeichen für das regionale Engagement kleiner und mittelständischer Unternehmen. Neben verschiedenen Bürgerprojekten führt der Verein auch ein Stadteilbüro. Das Viertel verlor mittlerweile seinen Abstiegscharme, Zuzügler wählen gezielt den Arrenberg als neuen Lebensmittelpunkt aus. Durch das Engagement erfuhr das Quartier staatliche Förderung und erhielt eine Vorbildfunktion über die Region hinaus.

CO2 neutral bis 2030

Der Verein plant nun, ein belebtes Wohnviertel mit Mehrfamilienhäusern und Gewerbeflächen im Zentrum des Arrenbergs klimaneutral umzubauen. Klappt das, soll bis 2030 der ganze Arrenberg CO2-neutral werden. Als Hilfestellung wurde in den Räumen der VillaMedia das "Innovationszentrum NRW" etabliert. Eine Dauerausstellung zeigt innovative Technologien und ein Berater gibt Auskünfte über Handlungs- und Fördermöglichkeiten.

Projektvideo: Klimaquartier Wuppertal Arrenberg

Video: KlimaExpo.NRW



Foto: Heynkes

„Alle relevanten Technologien für eine CO2-neutrale Energieversorgung und eine nachhaltige Mobilität sind vorhanden. Jeder von uns kann einen Beitrag leisten. Deshalb tun wir das uns mögliche in der VillaMedia und am Arrenberg. Wir wollen unseren Beitrag leisten, um diesen Planeten in seiner wunderbaren Art für die Menschheit zu bewahren!“

Jörg Heynkes, VillaMedia



Partner und Förderer


Partner:
  • Klimaqurtier Arrenberg
  • Neue Effizienz
  • Bergische Entwicklungsagentur
  • Effizienz-Agentur NRW
  • Transzent und Wuppertal Institut
Förderer:
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)