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Klein, fein, energieeffizient

Es gibt in Deutschland immer noch zahlreiche Haushalte, die nicht an das allgemeine Abwassersystem angeschlossen sind. Rund zwei Millionen Kleinstkläranlagen, ausreichend für je einen Vierpersonenhaushalt, sind hierzulande in Betrieb. Die Kleinkläranlagen verbrauchen viel Energie, immerhin ca. 600.000 Megawattstunden jährlich. Die Firma Batchpur hat nun eine Kleinkläranlage entwickelt, die durch verschiedene Optimierungen mehr als 50 Prozent Energie einspart.

292 Kilowattstunden verbraucht eine reguläre Kleinkläranlage pro Jahr. Was auf den ersten Blick nicht viel erscheint, summiert sich deutschlandweit schnell zu einem Energieverbrauch von 600.000 Megawattstunden pro Jahr. Die mittelständische Firma Batchpur hat aus diesem Grund viel Entwicklungsarbeit in die Optimierung der Energieeffizienz ihrer Anlagen gesteckt: Drucksensoren, Schrittmotoren und Trafos konnte der Mittelständler verbessern, insgesamt 30 Patente und Patentanmeldungen wurden im Rahmen der Entwicklung angemeldet.

 

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Halber Energieverbrauch im Vergleich zu durchschnittlichen Kleinkläranlagen
  • Kontinuierliche Weiterentwicklung (über 30 Patente und -anmeldungen)
  • Entwicklung an Drucksensoren, Schrittmotoren und Trafos
  • „Zero-C“-Konzept gleicht restliche CO2-Emissionen aus

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Foto: Batchpur GmbH & Co. KG


Energieeffizienz als Verkaufsargument für einen weltweiten Markt

Mit ihrem niedrigen Energieverbrauch bietet die optimierte Kleinkläranlage ein interessantes Verkaufsargument für einen bedeutenden Markt, nicht nur in Deutschland: In Frankreich zum Beispiel gibt es mit rund 10 Millionen dezentralen Abwasserbehandlungsanlagen, einen noch größeren Markt als in Deutschland, in Schwellenländern ist der Bedarf noch größer.

Technische Grundlagen des Projektes, wie zum Beispiel die innovativen Schrittmotoren, sind zudem leicht auf andere Anwendungen übertragbar und können dort auch beim Stromsparen helfen. Die Technik ist überall dort einsetzbar, wo bisher Magnetventile Luftströme regulieren.

Klimaneutraler Betrieb durch CO2-Ausgleichszahlung

„Auch ein geringer Energieverbrauch ist immer noch ein Energieverbrauch“, sagt Annemarie Boller, Geschäftsführerin von Batchpur. „Daher haben wir das Zero-C Konzept entwickelt.“ Batchpur unterstützt ein Aufforstungsprojekt, welches die Mange an Treibhausgasen einspart, die durch den Betrieb der Kleinkläranlagen in einem Zeitraum von zwei Jahren entsteht. Das Kompensationsverfahren wird von der Organisation ARKTIK zertifiziert und trägt das TÜV-Siegel. Damit ist sichergestellt, dass 100 Prozent der ausgewiesenen CO2-Emissionen auch tatsächlich ausgeglichen werden.

Hintergründe zur technischen Entwicklung:

Die Wasserstände in den dezentralen Abwasserbehandlungsanlagen werden nun ohne Sensor innerhalb des Mediums sondern über einen Drucksensor in der Steuerung zentimetergenau erfasst. Das erhöht die Genauigkeit und je nach Abwasseranfall kann durch das dynamisch gestaltete Belüftungssystem die Energie exakt zugeführt werden.

Zusätzlich zu dieser Neuerung wurden Magnetventile durch Schrittmotoren ersetzt. Magnetventile müssen während der Öffnung für die Druckluftversorgung permanent mit Strom versorgt werden. Die neu eingesetzten Schrittmotoren hingegen benötigen nur rund 3 Sekunden lang einen Strom von ca. 500 Milliampere, um den Ausgang zu öffnen. Die dann folgende, teils mehrere Stunden dauernde Belüftung benötigt dann keinen Strom mehr.

Die dritte Neuerung besteht in einem elektronischen Trafo (herkömmliche Systeme benutzen noch sämtlich konventionelle Trafos auf der Steuerplatine), wodurch die Leistung im Standby Betrieb auf 1 Watt und damit um 60 Prozent reduziert werden konnte. Dokumentiert werden die Erfolge in einem Bericht des Prüfinstituts für Abwassertechnik der RWTH Aachen.

 



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Partner:
  • Batchpur GmbH & Co. KG
  • Ingenieurbüro Bokatec