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Vom Klärwerk zum Kraftwerk: Das Hybrid-Kraftwerk Emscher

Auf dem Kläranlagen-Standort der Emschergenossenschaft in Bottrop werden heute bereits 70 bis 80 Prozent der von der Anlage benötigten Energie selbst erzeugt. Die Betreiber gehen nun mit dem Projekt „vom Klärwerk zum Kraftwerk“ einen Schritt weiter. Mit Hilfe eines innovativen Konzeptes soll die Kläranlage in Zukunft komplett energieautark betrieben werden.

Die Kläranlage Bottrop ist mit einer Ausbaugröße von 1,34 Millionen Einwohnerwerten eine der größten Kläranlagen deutschlandweit und hat sich ein entsprechend bedeutendes Ziel gesetzt: Von den rund 32 Millionen Kilowattstunden elektrischer Energie, die für den Betrieb jährlich benötigt werden, sollen in Zukunft 100 Prozent auf dem Gelände der Kläranlage selbst erzeugt werden.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Ab 2018: bilanziell energieautarke Kläranlage
  • Erste Null-Energie-Kläranlage mit über 1 Mio. Einwohnerwerte
  • Einsparung von 70.000 t CO2/a
  • Einsatz von fünf Erneuerbaren Energieträgern an einem Ort

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EG/ LV

Nachtbild der Käranlage Bottrop



Ziel: 100% eigene Stromversorgung

Kläranlagen zählen zu den Großverbrauchern von Energie im städtischen Bereich. Das Klärwerk an der Emscher in Bottrop hat sich deshalb ein ambitioniertes Ziel gesetzt, um den Bezug von Strom aus dem öffentlichen Netz auf ein Minimum zu reduzieren. In Zukunft möchte die Emschergenossenschaft ihren kompletten Energiebedarf über einzelne, dezentrale Erneuerbare Energieanlagen decken.

Fünf Erneuerbare Energiequellen an einem Ort

Bisher kann die Kläranlage Bottrop zwischen 70 und 80 Prozent des eigenen Energiebedarfes über den Betrieb eines Klärgas-BHKW und einer Klärschlammverbrennungsanlage decken. Um diese Quote auf 100 Prozent erhöhen zu können, hat die Emschergenossenschaft ein innovatives Konzept entwickelt. In modularer Bauweise werden eine Windenergieanlage, vier neue BHKW-Module, eine Photovoltaikanlage, eine Wasserkraftschnecke im Ablauf der Kläranlage sowie eine neue Dampfturbine als Teil der ansässigen Klärschlammverbrennung installiert. Das Windrad, die PV-Module und ein Klärgas-BHKW befinden sich bereits im Betrieb.

Zusätzlich wird durch den Bau einer thermosolaren Klärschlammtrocknung auf die Zugabe von Kohle zur Klärschlammkonditionierung verzichtet. Insgesamt spart die Kläranlage durch das ausgeklügelte System 70.000 Tonnen CO2 jährlich ein. Durch den einfachen, modularen Aufbau der einzelnen Energieanlagen kann das Projekt als Blaupause für weitere Kläranlagen in Deutschland dienen.

Video zum Bau des Windkraftrads, welches einen Teil der Energie für das Klärwerk bereit stellt.

EG/LV




Partner und Förderer


Partner:
  • Emschergenossenschaft
Förderer:
  • Land NRW
  • Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk (MWEIMH)
Beratungsstellen:
  • EnergieAgentur.NRW