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Energieeffiziente Intralogistik aus OWL

Im ostwestfälischen Pilotprojekt zur Intralogistik werden energiesparende Antriebs- und Steuerungstechnologien erprobt. Erstmalig erfolgt der Austausch alter Komponenten schrittweise, preisneutral und völlig kompatibel zu marktüblichen Lösungen. Erste Ergebnisse weisen auf eine Energieeinsparung von 20 Prozent bei horizontaler und 40 Prozent bei vertikaler Bewegung hin.

Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe und die beiden Unternehmen Lenze und Weidmüller haben gemeinsam energiesparende Antriebs- und Steuerungstechnologien entwickelt und erprobt. Anwendungsfeld für die neuen Komponenten sind dabei elektrische Antriebe der Fördertechnik in Gebäuden (Intralogistik), wie sie in Logistikzentren zu zehntausenden eingesetzt werden. Für die erarbeiteten Lösungen kommen etwa 50 Prozent aller Förderantriebe in Deutschland in Frage. Zu erwarten ist eine Marktdurchdringung von zehn Prozent. Damit verbunden ergäbe sich eine CO2-Einsparung von rund 870.000 Tonnen CO2. Das Projekt beinhaltet auch Technologien, die mit den Begriffen "Industrie 4.0" und IKT adressiert werden. Es wurde schon jetzt deutlich, dass weitere zwei bis 15 Prozent Energie durch maschinelles Lernen eingespart werden können.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Baukastensystem zum schrittweisen Umbau der Intralogistik
  • Komponenten kompatibel und preisneutral
  • Energieeinsparung von bis zu 40 Prozent bei Motoren und Antrieben im Warenlager
  • Ca. 870.000 Tonnen CO2 in Deutschland einsparbar

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Foto: Lenze

Die schematische Abbildung zeigt eine typische Anlage der Intralogistik. Förderstrecken von vielen Kilometern Länge und tausenden Antrieben bestehen aus Ein- und Ausschleusern, horizontalen und vertikalen Förderern, Umsetzern und Hochregallagern.



Komponenten sind einfach zu integrieren

Die Neuerungen sind gegenüber dem Stand der Technik annähernd preisneutral. Die einzelnen Komponenten sind einfach zu integrieren, da sie mechanisch, elektrisch und funktional kompatibel  und somit durch nur wenige Stücklistenänderungen einführbar sind. Damit ist der Aufwand, die alte Technik zu ersetzen, sehr gering. Hier unterscheiden sich die neu entwickelten Komponenten deutlich von anderen Intralogistik-Technologien, bei denen der Änderungsaufwand sehr hoch ist, weshalb mögliche Einsparpotenziale bis jetzt häufig ungenutzt bleiben.

Schrittweiser Austausch möglich

Die Projektbeteiligten haben ein Baukastensystem entwickelt, bei dem einzelne Teile ausgewechselt werden können und diese einfach mit vorhandenen Vorrichtungen zusammensetzbar sind. Wenn diese Technik flächendeckend eingesetzt würde, könnte rechnerisch der elektrische Verbrauch in Deutschland um 1,5 bis 3 Prozent gesenkt werden (2014 lag der Gesamtverbrauch bei ca. 580 Milliarden Kilowattstunden).


Foto: Borcherding

„Richtig viel elektrische Energie kann dort gespart werden, wo auch viel verbraucht wird. Daher haben wir uns Förderantriebe vorgenommen, die zu tausenden in Logistikzentren und Warenlagern eingesetzt werden. Unsere Effizienzantriebe sind einfach gegen die bisherigen austauschbar, sparen 15 bis 40 % der Energie und sind kaum teurer. So lässt sich ein enormes Energiesparpotenzial erreichen.“

Prof. Dr.-Ing. Holger Borcherding, Projektleiter itsowl-IASI



Partner und Förderer


Partner:
  • Hochschule Ostwestfalen-Lippe
  • Lenze Drives GmbH / Lenze SE
  • Weidmüller Interface GmbH & Co. KG
  • Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation (IOSB-INA)
Förderer:
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BmBF)

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