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Integra_et_Klima: Umwelt- und Klimaschutz in Integrations- und Sprachkursen

Eine besondere Herausforderung der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe Klimaschutz besteht in der Wissensvermittlung klimarelevanter Aspekte und Informationen für Menschen mit Migrationshintergrund. Maßnahmen, die Migrantinnen und Migranten im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes stärken sollen, müssen kultur- und migrationsspezifische Aspekte beachten. Das Forschungsprojekt Integra_et_Klima der Fachhochschule Dortmund setzt hier an und entwickelte Unterrichtsmaterialien zum Klimaschutz für Integrations- und Sprachkurse.

Die Lehrmaterialien vermitteln, parallel zum Erwerb der deutschen Sprache, grundlegende Kenntnisse zum Klimawandel, sowie spezifische Handlungsalternativen, die leicht im Alltag umgesetzt werden können. Die Wirksamkeit der Schulungsunterlagen wurde in Bezug auf Wissen, Einstellungen, Verhalten und die daraus resultierenden CO2-Emissionen evaluiert.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Unterrichtsmaterial zum Klimaschutz für die Bereiche Klimawandel, Unterwegs, Wohnen und Arbeiten, Essen und Trinken, Einkaufen
  • Verhaltensänderungen bei Umwelt- und Klimaschutz
  • Förderung von Integration über Spracherwerb und Klimaschutzkompetenz
  • Umwelt- und klimabezogenes Wörterbuch von Kindern für Kinder

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Foto: Multikulturelles Forum e.V., Maximilian von Lachner

Menschen mit Migrationshintergrund lernen mit den Schulungsunterlagen über Themen wie „Klimawandel“, „Wohnen und Arbeiten“, „Unterwegs“, „Essen und Trinken“ und „Einkaufen“.



Unterrichtsmaterialien für den Klimaschutz

Im Projekt wurden fünf Lernmodule rund um das Thema Klimaschutz entwickelt. Die Modulthemen beziehen sich auf Wissen über den „Klimawandel“, „Wohnen und Arbeiten“, „Unterwegs“, „Essen und Trinken“ und „Einkaufen“. Es wurde darauf geachtet, die Anwendbarkeit in Sprachkursen mit den Sprachniveaus A1, A2, B1 und berufsbezogenen Kursen zu gewährleisten. Das Projekt wurde in zwei unabhängigen Studien wissenschaftlich untersucht. Die Studien verglichen Daten von Teilnehmenden der Schulungen mit Teilnehmenden ohne Schulung (Kontrollgruppen). Die Ergebnisse belegen, dass sich Wissensstand und Einstellungen der Schulungsteilnehmenden zum Thema Klimaschutz in allen Bereichen positiv verändert haben.

Zusätzlich wurden für alle Beteiligte individuelle CO2-Emissionen mit Hilfe eines Klimarechners berechnet. Während in der Schulungsgruppe keine Veränderungen der CO2-Emissionen zu beobachten waren, stiegen die Emissionen im gleichen Zeitraum der Kontrollgruppen ohne Schulung an. Dieses Ergebnis verweist darauf, dass ein durch die soziale Integration von Zugewanderten bedingter Anstieg von CO2-Emissionen durch die Schulungen aufgehalten werden kann.

Aktionen und Kampagnen im Rahmen des Projekts

Mit Hilfe der Partnerorganisationen wurden im Rahmen von Integra_et_Klima eine Vielzahl von Exkursionen, Fahrradtouren, Workshops, Sprachwettbewerbe, Feste und Informationsveranstaltungen in verschiedenen Städten in Deutschland umgesetzt. Alle Aktionen und Kampagnen zielten auf den Spracherwerb im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ab.

Ein bemerkenswertes zusätzliches Ergebnis des Projekts ist die Gestaltung eines bilingualen Umwelt-Wörterbuchs. Der Verein Yeşil Çember, Projektpartner von Integra_et_Klima, hatte dies im Zuge eines „Klimatags“ an der deutsch-türkischen Aziz-Nesin Europaschule in Berlin gemeinsam mit Kindern entwickelt. Das Buch umfasst 72 Seiten mit über 500 Wörtern aus acht Kategorien sowie alltagsnahen Umweltschutztipps. Dieses Wörterbuch steht ebenso wie die Unterrichtsmaterialien als kostenloser Download zur Verfügung.


Foto: Marcel Hunecke

„Integra_et_Klima vermittelt Umwelt- und Klimaschutz in Sprach- und Integrationskursen. Damit leisten die Schulungsmaterialien eine
wichtigen Beitrag zur sozialen Integration von MigrantInnen. Gleichzeitig wird durch den Einsatz der Schulungsmaterialen einem - empirisch
erstmalig nachgewiesenen - Anstieg von CO2-Emissionen entgegengewirkt, der mit der sozialen Integration von MigrantInnen verbunden ist.““

Prof. Dr. Marcel Hunecke, Fachhochschule Dortmund




Partner und Förderer


Partner:
  • IFEU - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH
  • Multikulturelles Forum e.V. Lünen
  • Yesil Cember im BUND Berlin e.V.
  • Migranten für Agenda 21 Hannover
Förderer:
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BmUB)