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ICE-Werk in Köln-Nippes: CO2-neutraler Boxenstopp

Das neue ICE-Werk in Köln-Nippes wird klimaneutral betrieben: Grundwasser kühlt und wärmt das Gebäude, eine Photovoltaikanlage und Ökostrom versorgen es mit Elektrizität. Zudem hält der neue Standort 750 Arbeitsplätze in der Region bereit und reduziert die bisherige Lärmbelastung maßgeblich. Für die KlimaExpo.NRW ein neuer Vorreiter aus dem Rheinland. 

In Köln-Nippes entsteht das modernste ICE-Werk Europas. Rechtzeitig zur Einführung des neuen ICE 4 wird Anfang 2018 das Werk auf einer Fläche von 23 Hektar fertiggestellt. Die Einrichtung macht möglich, dass alle Baureihen des Fernzuges betriebsnah instandgehalten werden können. Schon seit Beginn der Planung steht dabei die Nachhaltigkeit im Vordergrund: Wärme und Strom werden durch Geothermie und Sonnenenergie bereitgestellt, der gesamte Betrieb erfolgt CO2-neutral. 

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • CO2-neutraler Betrieb
  • Klimatisierung durch Geothermie
  • Solarthermieanlage unterstützt Heizsystem
  • Photovoltaikanlage deckt Strombedarf
  • Partizipationsverfahren für Anwohner
  • Lärmpegel reduziert
  • Arbeitsplätze gesichert und geschaffen
  • Mobilität mitgedacht

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Foto: Deutsche Bahn AG / DBI, Werke & Hochbau

Visualisierung des ICE-Werks



Grundwasser kühlt und wärmt das Gebäude

Die Klimatisierung der Gebäude wird durch die geothermische Nutzung des konstant 12,5 Grad Celsius warmen Grundwassers ermöglicht. Im Sommer kühlt das Wasser die Halle. Im Winter hebt eine Wärmepumpe die Grundwassertemperatur auf ein angenehmes Temperaturniveau, um das Gebäude zu heizen. Eine 180 Quadratmeter große Solarthermieanlage unterstützt das Heizsystem und erwärmt das Brauchwasser. 

Den Strombedarf der Wärmepumpen deckt eine Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 300 Kilowatt. Reicht der selbsterzeugte Strom nicht, kommt ausschließlich Ökostrom zum Einsatz. Eine intelligente Gebäudesteuerung hilft dabei, Energie einzusparen: Wird einer der acht Arbeitsstände nicht genutzt, wird die LED-Beleuchtung auf ein Minimum reduziert. Scheint die Sonne im Winter ausreichend, können die Wärmepumpen für das Heizsystem durch die erhöhte Leistung der Solarthermieanlage zurückgefahren werden. Dieses Energiesystem ist auch auf andere industriell genutzte Hallen übertragbar. Anfragen aus anderen Wirtschaftsbereichen liegen schon jetzt vor.

Beteiligte Bürger, weniger Lärm und 750 Arbeitsplätze am Standort

Schon vor Baubeginn veranstaltete die DB Fernverkehr Informationsveranstaltungen und Beteiligungsverfahren für die Anwohner. Dadurch konnten anfängliche Bedenken schnell beiseite geräumt werden. Um Ruhestörung bestmöglich zu vermeiden, werden spezielle Gleise verlegt, auf denen Züge leiser fahren. Im Ergebnis wird der Lärmpegel am Standort Nippes gemindert und sogar um 10,5 Dezibel gegenüber der heutigen Situation reduziert. Das entspricht einer gefühlten Halbierung des Lärmpegels. 

Auch die Schaffung und Sicherung von 400 Arbeitsplätzen bei der DB Fernverkehr und weiteren 350 Jobs bei eingebundenen Reinigungs- und Sicherheitsunternehmen ist ein positiver wirtschaftlicher Aspekt, der von diesem Vorreiterprojekt mitten in Köln-Nippes ausstrahlt.


Foto: DB Fernverkehr AG

„Für den Neubau des ICE-Werkes in Köln-Nippes hat es sich die DB Fernverkehr AG zur Aufgabe gemacht, auf einer Fläche von mehr als 23 Fußballfeldern ein komplett CO2-neutrales Werk zu errichten. Dabei sollen neue Maßstäbe bei der Errichtung eines Werkstandortes gesetzt werden. Mehr als 30 Prozent der Investitionskosten von 220 Mio. Euro werden für die nachhaltige Umsetzung und das Thema Umwelt aufgewendet.“

Dipl.-Ing. Wilfried Brandt, Gesamtprojektleiter Neubau ICE-Werk Köln-Nippes, DB Fernverkehr AG, Infrastruktur Werkebereich III



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  • DB Fernverkehr AG

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