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Klimaviertel Herne-Sodingen: Quartierskonzept der Zukunft

Im Herner Stadtteil Sodingen entsteht eine Neubau-Siedlung der besonderen Art: Sieben energieeffiziente Einfamilienhäuser, die jeweils über eigenständige, innovative Energieversorgungskonzepte verfügen, bilden ein zukunftsweisendes Klimaviertel. Es ist das erste Quartier deutschlandweit, das über den örtlichen Energieversorger – die Stadtwerke Herne – errichtet wird. Das Fraunhofer Institut UMSICHT wird sich im Rahmen eines Forschungsprojektes mit den Energiekonzepten befassen und ihre Effektivität untersuchen.

Energieeffizienz par excellence: Alle Häuser des Klimaviertels Herne-Sodingen besitzen ein eigenes, dezentrales Energieversorgungskonzept bestehend aus einer Photovoltaikanlage, einem Batteriespeicher und einer Wärmepumpe. Mithilfe dieser Anlagen können die Bewohner nahezu energieautark in der Siedlung leben. 24,5 Tonnen Kohlendioxid werden auf diese Weise eingespart. Hinzu kommen indirekte Emissionen, die durch die Nutzung von Holz im Hausbau vermieden werden. Zudem ist die Klimasiedlung autofrei angelegt. Für die Fahrzeuge der Bewohner ist ein Parkplatz vor dem Wohngebiet geplant, von dem aus ein E-Caddy für größere Transporte in die Siedlung genutzt werden kann. Der Strom für das E-Fahrzeug wird über eine Photovoltaikanlage erzeugt, die auf dem Dach des Carports vorgesehen ist. Jeder Stellplatz wird zudem mit einer Ladesäule ausgestattet, sodass die Bewohner die Möglichkeit erhalten, auch darüber hinaus selbst E-Mobile zu nutzen.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Innovatives Wohn- und Energiekonzept
  • Neues Geschäftsfeld für Stadtwerke
  • Alle Projektpartner aus NRW
  • Begleitung durch Forschungsprojekt

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Foto: Stadtwerke Herne AG

Im Klimaviertel Herne-Sodingen bleiben die Autos draußen: Da die Siedlung autofrei angelegt ist, können die Kinder ungestört spielen und die Vermeidung von lokalen Abgasen sorgt für gute Luft.



Stadtwerke als Bauherr

Eine Besonderheit des Projektes, bei dem alle Partner aus NRW stammen, ist der federführende Bauherr. Die Stadtwerke Herne sind für die Neubausiedlung verantwortlich und damit deutschlandweit der erste Energieversorger, der ein solches Vorhaben durchführt. Auch den Vertrieb der Häuser übernehmen die Stadtwerke selbst. Die in den Häusern vorgesehenen Energieanlagen werden von den Käufern gepachtet. Den Strom, den die Photovoltaikanlage erzeugt, nutzen die Bewohner ohne Aufpreis selbst oder speisen ihn ins vorgelagerte Stromnetz ein. Damit schaffen die Stadtwerke nicht nur ein neues Geschäftsmodell für ihr Unternehmen, sondern entwickeln sich zudem vom Energieversorger zum Energiedienstleister weiter.

Forschungsprojekt im Neubaugebiet

Systemlösungen zur Eigenversorgung von Wohngebäuden mit regenerativer Energie können künftig einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität leisten. Aus diesem Grund begleitet das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Oberhausen die Umsetzung der Klimasiedlung. Es analysiert im Forschungsprojekt „Redox-Herne“ das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente des jeweiligen Energieversorgungskonzeptes als auch den Einfluss des Verbraucherverhaltens auf den Grad an Energieautarkie. Mit den Ergebnissen wollen die Forscher das ideale Energiekonzept für Einfamilienhäuser ermitteln.


Foto: Martin Leclaire

„Wir gehen davon aus, dass es mittel- bis langfristig eine All-Electric-Society geben wird – eine Gesellschaft, in der lokal CO2-erzeugende Energieformen aussterben werden und nur noch elektrischer Strom zum Einsatz kommen wird. Dieser wird langfristig ausschließlich aus regenerativen Energien erzeugt werden. Mit dem Klimaviertel machen unser Planungsbüro AGIS|PB und wir einen Schritt in diese richtige Richtung."

Stephan Becker, Stabsstelle TSM und Projektleiter Klimaviertel, Stadtwerke Herne AG



Partner und Förderer


Partner:
  • AGIS PlanenBeraten
  • Fraunhofer UMSICHT
  • volterion GmbH
  • WATERKOTTE GmbH
  • SMART TEC stwh