DE EN

Mit dem HELFI auf der letzten Meile

Der Verkehrssektor ist für rund ein Fünftel des in Deutschland ausgestoßenen CO2 verantwortlich, ein erheblicher Anteil wird durch Lieferverkehr verursacht. Darunter sind auch viele kurze Wege mit überschaubaren Transportmengen. Eine klimafreundliche Alternative für die „letzte Meile“ wird gerade in Herne im Praxistest erprobt. HELFI (Herner Lastenfahrrad Innovation) heißt das Lastenfahrrad, mit dem sieben Händler und Handwerker unterwegs sind.

Tischler, Elektriker, eine Apotheke, eine Blumenhändlerin und weitere sind unter denjenigen, die nun unterstützt durch einen Elektromotor ihren Wirtschaftsverkehr auf das Fahrrad verlagert haben. Bisher sind die Erfahrungen weitgehend positiv: Bei entsprechender Infrastruktur sind die Fahrräder auch zeitlich konkurrenzfähig, da z. B. in den Zentren die Parkplatzsuche wegfällt. Der Betrieb ist kostengünstiger, das Klima wird geschont, die eigene Gesundheit gefördert und der Verkehr in überfüllten Innenstädten wird entlastet. Lokal wird ein Beitrag zu besserer Luft und weniger Lärm geleistet.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Großes Potenzial im Fahrrad-Wirtschaftsverkehr
  • Wichtige Forschung zur Verbreitung klimafreundlicher Mobilität
  • Musterbeispiel für andere Städte
  • CO2-Reduktion und Vermeidung von Luftverschmutzungen

1 von 5

Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Präsentation auf dem Herner Umwelttag: Die Lastenräder stehen zum Einsatz bereit.



Forschung zur Verbreitung der Fahrradmobilität

Der Praxistest in Herne ist Teil des Projekts „Klimafreundlicher Wirtschaftsverkehr in Kommunen als Beitrag zur Energiewende“  initiiert von der Zeppelin Universität in Kooperation mit der Stadt Herne, den Stadtwerken Herne und der Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft ZEG. Es handelt sich um ein Teilprojekt des Rahmenprogramms „Energiewende Ruhr“, gefördert von der Stiftung Mercator.Das an der Zeppelin Universität ansässige Center for Mobility Studies (CfM) unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang H. Schulz verfolgt mit diesem Projekt das Ziel, einen Beitrag zur Weiterentwicklung und Steuerung nachhaltiger vernetzter lokaler bzw. regionaler Infrastrukturen zu leisten. So soll der Weg zu einer neuen klimaschonenden Innovations- und Lebenskultur in den Städten und Gemeinden des Ruhrgebietes aufgezeigt werden. Hierbei werden die Potenziale des innerstädtischen Wirtschafsverkehrs per Lastenfahrrad sowie bestehende Hürden und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verbreitung des Konzeptes identifiziert. Der Einsatz von Fahrrädern im Wirtschaftsverkehr ist in Deutschland noch kaum untersucht. Der aus dem Projekt heraus entstehende Leitfaden soll weiteren Kommunen die Potenziale des Lastenrades im urbanen Verkehr aufzeigen und Handlungsempfehlungen zu einer erfolgreichen Umsetzung geben.

Neuentwickeltes Lastenrad

Bei dem im Projekt eingesetzten Lastenrad handelt es sich um einen Prototypen der Marke Hercules. Dabei haben die Fahrräder einen besonderen Clou: Der Lastenteil lässt sich von der hinteren Fahrradhälfte trennen und als Karre benutzen. So können Waren in vielen Fällen noch näher zum Kunden transportiert werden, als ohnehin schon mit dem Fahrrad möglich. Die Transportboxen sind abschließbar, wasserdicht und bieten gute Werbeflächen. Der Praxistest ist auch hilfreich zur weiteren Verbesserung der Fahrräder.


Foto: Stadt Herne

„Mit dem Projekt konnten wir eine neue Nutzergruppe ansprechen, die bis jetzt nicht im Focus der Radverkehrs- förderung war“

Karlheinz Friedrichs, Baudezernent Stadt Herne

 

„Mit HELFI konnten wir das Anwendungsfeld für nachhaltige Mobilität erweitern. Erfolgreich konnte gezeigt werden, dass der Einsatz von Elektro-Lastenrädern Geschäftsprozesse verbessert und auf hohe Akzeptanz seitens der Unternehmer sowie der Kunden trifft."

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang H. Schulz, Zeppelin Universität



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadt Herne
  • Zeppelin Universität Friedrichshafen, Amadeus Center for Mobility Studies
  • Stadtwerke Herne
  • ZEG
Förderer:
  • Mercator Stiftung

Weiterführende Links & Downloads