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Kirchengemeinde Heinsberg: Gut gedämmtes Gotteshaus

Die Kirchengemeinde Heinsberg hat ihre Kirche zum Plusenergiehaus gemacht: Ein ausgeklügeltes Lüftungssystem und eine Wärmepumpe bringen die Heizenergie aus der Luft in die Räume. Das Sanierungsprojekt half dabei, einen neuen Standard zu setzen: Für die Altbau-Sanierung mit Passivhaus-Komponenten.

Zierlicher Fassadenstuck, niedliche Kastenfenster: Viele Altbaugebäude haben schöne Fassaden, die ihre Besitzer gerne unverändert lassen möchten. Die energetische Sanierung der Gebäude wird dadurch nicht einfacher. So auch bei der Christuskirche in Heinsberg, wo Architekten ein Konzept ausklügeln mussten, wie die Kirche hauptsächlich über die Innenwand wärmegedämmt und damit zum Passivhaus werden konnte.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Weltweit erstes energetisch optimiertes Nichtwohngebäude mit EnerPhit-Standard
  • 95,4 Prozent Energieersparnis; 233 Tonnen CO2 pro Jahr
  • Recyclingfähige Zellulose als Dämmstoff eingesetzt
  • Barrierefreies Gebäude
  • 84 Prozent der Abluftwärme wird zur Erwärmung der Frischluft genutzt

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Foto: Evangelische Kirchengemeinde Heinsberg

Die dichte und wärmegedämmte Gebäudehülle entspricht dem Standards eines Neubaupassivhauses. Die Außenwände haben drei Schichten: Ein Kalksteinmauerwerk,  eine Mineralwolle-Dämmung und die Außenfassadenmaterial (Klinker/Holz). Das Dachfenster zum Krypta im Garten und die PV-Anlage auf dem Dach der Kirche sind auch deutlich zu sehen.



Wärme aus Ab- und Umgebungsluft, 95 Prozent Energieersparnis

Das technische Herzstück des Passivhauses ist eine Lüftungsanlage, die der Abluft 84 Prozent der Wärme entzieht und zur Erwärmung der Frischluft nutzt. Reicht die Wärmerückgewinnung einmal nicht aus, springt die Fußbodenheizung an, deren Wärme eine Luft-Wasser-Wärmepumpe einspeist.

Damit die Wärme nicht aus den Kirchenfenstern entweicht, wurden dreifach verglaste Holzfenster mit Aluvorsatzschale eingebaut. Effiziente Beleuchtung und Dämmstoffe auf Altpapier-Basis (Zellulose) runden das Bild ab. Mehr als 95 Prozent der Energie, die das Gebäude bisher verbraucht hat, spart die Kirchengemeinde nun ein. Eine Photovoltaik-Anlage macht das Gotteshaus zum  Plusenergie-Gebäude – die Kirche produziert heute also mehr Energie, als sie bezieht.

Modellprojekt für Altbau-Passivhausstandard

Die Sanierung der Heinsberger Kirche hat nicht nur sprichwörtlich Maßstäbe gesetzt: Das Darmstädter Passivhaus Institut hat entlang der Projektumsetzung den „EnerPHit“-Standard für die Sanierung von Altbauten mit Passivhaus-Komponenten entwickelt. Das Sanierungsprojekt steht damit – als das erste energetisch optimierte Nichtwohngebäude dieses Standards – Modell für weitere Altbau-Sanierungsprojekte.



Partner und Förderer


Partner:
  • Evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg
  • Kirchenkreis Jülich
  • Rongen Architekten GmbH
Förderer:
  • Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Beratungsstellen:
  • EnergieAgentur.NRW

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