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Chemiepark Marl macht Dampf

Der Chemiepark Marl ist einer der größten Chemieverbundstandorte in Europa und der größte Produktionsstandort der Evonik Industries AG. Auf einer Fläche, die dreimal so groß ist wie Monaco, werden jedes Jahr rund 4,4 Millionen Tonnen Produkte hergestellt und in die ganze Welt exportiert. Am Standort decken drei Kraftwerke den Energiebedarf der rund 100 Produktionsanlagen. Der Austausch eines alten Kohlekraftwerks durch ein modernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) erhöht die Flexibilität des gesamten Strom- und Dampfverbundes im Chemiepark und spart 280.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Der Chemiepark Marl bietet 10.000 Menschen einen Arbeitsplatz und ist damit einer der größten Arbeitgeber im nördlichen Ruhrgebiet. Als Betreiberin stellt die Evonik Technology & Infrastructure GmbH den dort ansässigen Unternehmen die gesamte Infrastruktur zur Verfügung, so dass sich diese auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Für die bedarfsgerechte Versorgung der Produktionen mit den benötigten Energien betreibt Evonik drei Industriekraftwerke in Kraft-Wärme-Kopplung. Die kombinierte Erzeugung von Strom und Dampf ermöglicht die optimale Ausnutzung der eingesetzten Brennstoffe und schont damit wertvolle Ressourcen. Das bringt gegenüber einen getrennten Erzeugung einen Effizienzvorteil von zehn Prozent und spart jedes Jahr 250.000 Tonnen CO2 ein.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Einsparung von 280.000 Tonnen CO2 p. a.
  • Brennstoffeinsparung von 500 GWh/a
  • Erhöhung der Effizienz des Energieverbundes um bis zu 5 Prozent
  • Senkung der Energiegesamtkosten durch Teilnahme am Regelenergiemarkt
  • Verminderung von Schadstoffemissionen
  • Einsparung von 16 Mio. m3 Wasser pro Jahr

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Foto: Evonik

Das neue GuD-Kraftwerk im Chemiepark Marl.



Neue GuD-Anlage erhöht Flexibilität

Der jährliche Strombedarf des Chemieparks Marl liegt bei rund 2,3 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht dem Bedarf von 500.000 Haushalten. Um diesen Strombedarf aus Erneuerbaren Energien zu decken, bräuchte man rein rechnerisch 400 Windräder. Mindestens genauso essentiell wie Strom ist für die Chemieproduktion der Energieträger Dampf. 6,5 Millionen Tonnen benötigt der Chemiepark Marl jährlich – das ist der Wärmeinhalt von einer Milliarde Badewannen. Um diesen Energiebedarf kontinuierlich, wirtschaftlich und effizient zu decken, ist maximale Flexibilität notwendig. Mit der Integration der neuen hocheffizienten Anlage in den bestehenden Energieverbund erhöht Evonik die Flexibilität und sichert die wettbewerbsfähige und ressourcenschonende Energieversorgung des Chemieparks Marl. Die Gasturbine der neuen Anlage kann im Lastbereich von 50 bis 100 Prozent gefahren werden. Dabei lässt sich über die variable Zusatzfeuerung im Abhitzekessel der gewünschte Dampfmassestrom einstellen, der für den störungsfreien Betrieb der Chemieanlagen benötigt wird. Der Brennstoffnutzungsgrad liegt aufgrund der Kraft-Wärme-Kopplungstechnologie bei über 89 Prozent. Durch die flexible Fahrweise kann die Effizienz des gesamten Energieverbundes um bis zu fünf Prozent gesteigert werden. Gleichzeitig sinken durch die Neuinvestition die CO2-Emissionen um 280.000 Tonnen pro Jahr.

Auf die Bedingungen der Energiewende ausgerichtet

Das Zusammenspiel des neuen GuD-Kraftwerks und des vorhandenen Energieverbundsystems ermöglicht eine dezentrale lastnahe Strom- und Dampfversorgung, die auf die Flexibilitätsanforderungen der Energiewende ausgerichtet ist. Innerhalb von 15 Minuten ist die Anlage aus dem Stillstand am Netz und kann innerhalb von fünf Minuten ihre Leistung verändern, wenn zu viel oder zu wenig Strom im vorgelagerten Netz ist. Bei Störungen ist auch ein Inselbetrieb mit einer autarken Stromversorgung des Chemieparks Marl möglich.


Foto: Evonik

„Energie und Klimaschutz sind für uns existenzielle Themen. Energiewende und industrielles Tun müssen in Einklang gebracht werden. Die Stärke der Chemieparks liegt im engen Verbund von Energie- und Stoffströmen sowie in der Kraft-Wärme-Kopplung. Neue Technologien und flexibles Lastmanagement treiben die Zukunftsversion von Chemieparks als Energieplattform voran.“

Andreas Steidle, Leiter Energiewirtschaft von Evonik



Partner und Förderer


Partner:
  • Evonik Technology & Infrastructure GmbH
  • E.ON Energy Projects GmbH
Förderer:
  • Andere Förderung