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Wenn der Grüne Hahn kräht,…

…handelt es sich sicher um eine etwas nachhaltigere Kirchengemeinde. Seit 2003 können sich nämlich Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen nach einem speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Umweltmanagementsystem zertifizieren lassen. Das Verfahren ist identisch mit der EU-Öko-Audit-Verordnung EMAS III. In NRW hat das System bereits etwa 120 Teilnehmer. Deren Klimaschutzbeitrag summiert sich auf mehr als 2.500 Tonnen CO2 pro Jahr.

Das gesamte Potenzial im Klimaschutz in Kirchengemeinden schätzt die EnergieAgentur.NRW allein in Nordrhein-Westfalen auf 150.000 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr. 40 Mio. Euro Energiekosten können die Kirchengemeinden – einschließlich kirchlicher Einrichtungen wie Verwaltung, Tagungshäuser etc. – dabei jährlich einsparen. Um dies zu erreichen, müssen die Klimaschutzbemühungen in den kirchlichen Organisationen gezielt verankert, strukturiert und verstetigt werden.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Mehr als 2.500 Tonnen CO2-Einsparung jedes Jahr
  • Feste Verankerung von Umwelt-/Klimaschutz in der Organisation
  • Förderung des Klimaschutzes durch Vorbildfunktion für die Menschen
  • Verbreitung in ganz NRW

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Foto: privat

Evangelische Kirchengemeinde Neuss-Norf: Zirkeltag des Umweltteams zur Vorbereitung des Umweltprogramms.



Mit dem Grünen Hahn haben kirchliche Organisationen ein speziell auf sie abgestimmtes Umweltmanagementsystem zur Verfügung: Entscheidungsprozesse, Klimaschutzaspekte und entsprechende Beispiele werden thematisiert. Die vielen Ehrenamtlichen in Kirchengemeinden erhalten wertvolle Unterstützung.

Startschuss in Westfalen, Ausweitung auf weitere Kirchengemeinden

Maßgeblich entwickelt hat das Managementsystem die Evangelische Kirche von Westfalen, die bereits mehr als zehn Jahre mit dem Grünen Hahn arbeitet. Fast ein Viertel der westfälischen Kirchengemeinden haben an Schulungen zur Einführung des Systems teilgenommen – ein erster großer Erfolg.

Viele weitere Kirchengemeinden haben sich schon auf den Weg gemacht. Seit drei Jahren ist auch die Evangelische Landeskirche im Rheinland sehr aktiv, erste Kirchengemeinden sind auch dort bereits zertifiziert. Das Programm weitet sich zudem auf die Lippische Landeskirche aus.

Auf dem Weg zum Grünen Hahn werden Kirchengemeinden durch ein unterstützendes Programm mit mehreren Workshops schrittweise an das Umweltmanagement herangeführt. Die Umweltbüros der Kirchen Westfalen und Rheinland organisieren die Tagungen und entwickeln sie kontinuierlich weiter.

Klimaschutz-Aktivitäten stärken die Glaubwürdigkeit

Die Kirchen nehmen sich dem Thema Klimaschutz auch deswegen an, um ihre Botschaft glaubwürdig vertreten zu können: Denn wer das christliche Leitbild – die Bewahrung der Schöpfung – verbreitet, Politik und Unternehmen ermahnt und auf die privaten Haushalte ausstrahlen will, muss selbst vorangehen. Als Institution in der Mitte der Gesellschaft erreichen die Kirchen dabei viele Menschen.

Ein Drittel CO2-Ersparnis bei langjährig engagierten Kirchengemeinden

Die Erfolge zeigen sich schnell: Schon mit ersten Maßnahmen sparen die Teilnehmer 10 bis 20 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Das motiviert zu weiteren Schritten. In den Kirchengemeinden, die mehrere Jahre mit dabei sind, konnte der CO2-Ausstoß bereits deutlich um ein Drittel gesenkt werden. Besonders bei der energetischen Bewirtschaftung der Gebäude erreichen die Teilnehmer große Verbesserungen, ebenso beim Wasserverbrauch und dem Abfallaufkommen. Mit dem Geld, das die Kirchengemeinden dabei einsparen, können sie ihre Ausgaben dort erhöhen, wo Geld dringend gebraucht wird: Zum Beispiel bei sozialen Projekten.


Foto: IKG der EKvW

„Umweltmanagement ist ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Entwicklung. Ob nachfolgende Generationen menschenwürdig leben können, hängt entscheidend davon ab, ob es uns gelingt, unseren Umwelt- und Ressourcenverbrauch zu reduzieren.“

Hans-Jürgen Hörner, Projektleiter „Der Grüne Hahn“ in der Ev. Kirche von Westfalen




Partner und Förderer


Partner:
  • Evangelische Kirche von Westfalen, Projektbüro "Grüner Hahn"
  • Evangelische Kirche im Rheinland
  • Lippische Landeskirche
Beratungsstellen:
  • EnergieAgentur.NRW