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Grubenwasser: Der Pott sorgt für Wärme

Das Ruhrgebiet: alte Schächte und Zechen. Doch was passiert eigentlich mit ihnen, wenn sie nicht gerade als Industriedenkmäler genutzt werden? Der alte Bergbau-Schacht Arnold der Zeche Robert Müser in Bochum wird im Rahmen eines Pilotprojektes als Wärmequelle genutzt.

Bislang wird Grubenwasser in die Vorfluter abgepumpt. Doch es kann sogar Nutzen bringen. Wie? Das haben die Stadtwerke Bochum zusammen mit der RAG herausgefunden. Denn im Rahmen eines Pilotprojektes wird das Bochumer Grubenwasser nun als Wärmequelle genutzt.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Neuartiges Konzept
  • Brennstoffbedarf um 35% reduziert
  • Potenzial 5.000-10.000 Haushalte mit Wärme zu versorgen
  • Einsparung von 245 Tonnen CO2 pro Jahr

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Foto: Stadtwerke Bochum

Das 20°C Grubenwasser wird vom Schacht Robert Müser in Bochum abgepumpt und benutzt, um Heizwärme für vier nahliegende Bestandsgebäude zu heizen: Eine Grundschule, eine Mensa und ein Schwimmbad auf einem Schulgelände und die Feuerwehrwache.



35 Prozent Wärmedeckung durch Grubenwasser

An der Zeche Robert Müser wird Grubenwasser gehoben. Dieses Grubenwasser  hat im Schnitt eine Temperatur von rund 20 Grad Celsius. Die Wärme aus dem Grubenwasser wird ausgekoppelt, über ein Nahwärmenetz an naheliegende Bestandsgebäude verteilt und mit Hilfe von Wärmepumpen auf ein höheres Temperaturniveau gebracht. Auf diesem Wege sollen ca. 35 Prozent des Wärmebedarfs der Gebäude abgedeckt und etwa 1.200 MWh und 245 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen pro Jahr eingespart. Die restlichen 65 Prozent des Wärmebedarfs werden durch den Einsatz von schon vorhandenen konventionellen Gaskesseln sichergestellt. Das Pilotprojekt befindet sich seit zwei Jahren in Betrieb.

Innovative Nutzung von vorhandener Infrastruktur

Da das Wasser viele gelöste Substanzen wie z. B. korrosive Salze enthält, mussten verschiedene Varianten hinsichtlich technischer Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Übertragbarkeit geprüft werden, um das Grubenwasser per Wärmeüberträger nutzen zu können. Mit dem Ergebnis, zwei getrennte Wasserkreisläufe zu benutzen. Für die Versorgung der Gebäude wird die Niedrigtemperaturwärme von ca. 20 Grad mittels einer Wärmepumpe im Gebäude je nach Bedarf auf bis zu 60 Grad Celsius erhöht.

Großes Potenzial

In dem Projekt wurde ein neuartiges Konzept für die Beheizung von Bestandsgebäuden entwickelt, erprobt und optimiert. Die Ergebnisse und gesammelten Erfahrungen werden nun aufbereitet und dienen als Grundlage für ähnliche Projekte. Die RAG schätzt, dass die Wärme für umgerechnet 5.000 bis 10.000 Haushalte von Grubenwasser aus Schächten im Ruhrgebiet bereitgestellt werden könnte.



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadtwerk Bochum Holding GmbH
  • RAG Montan
Förderer:
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BmWi)

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