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Green IT - Stadt Dortmund: Städtische IT-Infrastruktur konsequent umgekrempelt

Die Stadt Dortmund hat das Thema „Green IT“ frühzeitig als eine wichtige Stellschraube zur Erreichung ihrer Klimaschutzziele identifiziert. Mit einem entsprechenden Klimaschutzteilkonzept geht die Stadt mit beispielhaftem Engagement voran und trimmt ihre komplette Infrastruktur im Bereich Informationstechnik (IT)  auf Effizienz.

Das Dortmunder Systemhaus organisiert und betreibt als Dienstleister für die Stadtverwaltung Dortmund die gesamte IT. Diese besteht aus rund 6.600 IT-Arbeitsplätzen mit entsprechenden peripheren Geräten (Drucker, Fax, etc.), einem zentralen Rechenzentrum, einem Datenauslagerungsstandort sowie 361 dezentralen Technikräumen mit weiteren IT-Komponenten wie Servern und Netzwerkkomponenten. All dies befindet sich in 118 städtischen Liegenschaften.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Einsparpotenzial von über 5.000 Tonnen CO2
  • Konsequente Erarbeitung neuer Handlungsfelder
  • Stetige Optimierung der Energieeffizienz

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Foto: Stadt Dortmund

Effiziente Kühlleistung durch Kalt-Warmgang-Konzept. Serverschränke sind nach „kalten und warmen“ Gängen angeordnet. Gekühlte Luft gelangt über perforierte Bodenplatten in die Kaltgänge. Die Kaltgangeinhausung verhindert, dass die abgegebene Warmluft in den bereits gekühlten Bereich zurück fließen kann.



Erste Kommune mit einem Klimaschutzteilkonzept "Green-IT"

Im Rahmen des kommunalen Klimaschutzkonzeptes „Handlungsprogramm Klimaschutz 2020“ wurde Green-IT als eine wesentliche Maßnahme für die Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt Dortmund identifiziert. Gemeint sind damit Bestrebungen, den verwaltungsweiten IT-Einsatz über den gesamten Lebenszyklus hinweg umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten. Das beginnt bei der fairen und nachhaltigen Beschaffung, beinhaltet einen energieeffizienten, klimaschonenden Betrieb und endet mit der fachgerechten Entsorgung bzw. dem Recycling.

Mit vielzähligen Maßnahmen die Gesamteffizienz erhöhen

In einem Gutachten wurde die gesamte IT-Infrastruktur der Stadt Dortmund durchleuchtet, Optimierungspotenziale aufgezeigt und entsprechende Maßnahmen sukzessive umgesetzt. Hierzu gehörten beispielsweise massive Konsolidierungen von Hardware im Serverbereich. So konnte der Bestand von ehemals 691 Servern durch Virtualisierung auf rund 30 Server reduziert werden. Das spart nahezu sechs Gigawattstunden Strom – die Menge entspricht in etwa dem Verbrauch von 1.800 2-Personen-Haushalten – und damit verbunden 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Ebenso konnten in den dezentralen Technikräumen durch die Verwendung energiesparender Hardware, die Erhöhung der Raumtemperaturen und eine verbesserte Luftführung weitere Einsparpotenziale von über 600 Tonnen CO2 erschlossen werden. Der Einsatz moderner Hardware und Betriebssysteme an den IT-Arbeitsplätzen mit deutlich verringerten Stromverbräuchen und entsprechenden Betriebskonzepten ermöglichte eine weitere CO2-Einsparung von 700 Tonnen.

IT-Infrastruktur zukunftsfähig machen und Verbräuche weiter reduzieren

In den nächsten Schritten soll die Effizienz von Kommunikationsprozessen (beispielsweise durch den Einsatz von Videokonferenzen und Meetingsoftware) sowie der Einsatz von Thin Clients im Desktopbereich (Computer mit einer geringen Rechenleistung, die lediglich als Benutzerschnittstelle zu einem ausgelagerten leistungsstarken Server dienen, auf dem alle Prozesse ablaufen) erhöht werden. Auch beim Einsatz mobiler Endgeräte, dem Drucken und Faxen und der IT-Infrastruktur in pädagogischen Einrichtungen wie Schulen sieht man noch schlummernde Einsparpotenziale.


Foto: Stadt Dortmund

"Green-IT ist als wichtiger ökologischer Ansatz und als Möglichkeit der verbesserten Effizienz im Energiebereich durchgehend Bestandteil des IT-Konzeptes der Stadt Dortmund. Mit diesem Konzept werden die Green-IT relevanten Projekte und Technologievorhaben strukturell beim IT-Einsatz in der gesamten Verwaltung verbindlich und wirksam."

Winfried Bartel, Fachbereichsleiter Dortmunder Systemhaus



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadt Dortmund
Förderer:
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BmUB)