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Inden-Seeviertel: Den ganzen Lebenszyklus im Blick

Der Baubereich gehört zu den ganz großen Ressourcenverbrauchern in Deutschland. Mit dem Neubaugebiet „Seeviertel“ hat sich die Gemeinde Inden im Rheinischen Braunkohlerevier gemeinsam mit RWE Power, der Aachener Stiftung Kathy Beys und der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH das Ziel gesetzt, eine Halbierung des Ressourcenverbrauchs zu erreichen. Als erste Siedlung dieser Art in Deutschland zeigt das Seeviertel, wie sich Energieeffizienz und Ressourcenschonung vom ersten Spatenstich an in die Quartiersentwicklung integrieren lassen.

Mit dem Faktor X-Baugebiet Inden-Seeviertel wollen die Projektpartner zeigen, wie ein Wohnquartier ressourcenschonend errichtet und bewohnt werden kann. „Faktor X“ bedeutet dabei, dass beim Bauen und Wohnen insgesamt X mal so sparsam mit Ressourcen umgegangen wird wie bei herkömmlichen Gebäuden. Im Seeviertel wird die Siedlung überwiegend „Faktor 2“ sein: Im Vergleich zu den sonst üblichen Siedlungen in der Region sparen die Gebäude in dem Neubaugebiet über einen Lebenszyklus von 50 Jahren mindestens 50 Prozent Treibhausgasemissionen, nicht erneuerbare Primärenergie und Rohstoffe ein. Ein „Faktor 4“-Musterhaus im Seeviertel kann voraussichtlich sogar 75 Prozent Einsparungen aufweisen. Doch nicht nur Umwelt und Klima profitieren. Auch die Hausbesitzer gewinnen mit einem Gebäude, das über mehrere Generationen funktioniert und eine flexible Bewohnbarkeit in jeder Lebenssituation bietet. Das verringert den Energieverbrauch und reduziert Folgekosten.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Vermeidung von 4.375 t THG über den gesamten Lebenszyklus
  • 50% weniger Ressourcenverbrauch
  • Erste Siedlung dieser Art in Deutschland
  • Ganzheitliche Optimierung des Energieeinsatzes und Rohstoffverbrauchs

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Foto: Aachener Stiftung Kathy Beys


Lebenszyklus der Siedlung ganzheitlich optimiert

Im Seeviertel Inden entsteht durch die ganzheitliche Vorgehensweise der Projektpartner eine besonders ressourcenschonende Siedlung, deren gesamter Lebenszyklus optimiert wird. „Bei der Planung stellten wir fest, dass es viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt, den Faktor 2-Standard zu erreichen. Um den Bauherren und Architekten kreativen Freiraum zu lassen, haben wir ein Bauhandbuch entwickelt, das die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten erläutert. So kann mit geringem Aufwand geprüft werden, ob ein Haus die geforderten 50 Prozent der üblicherweise verwendeten Ressourcen erreichen wird“, erklärt Klaus Dosch, Projektleiter.

Darüber hinaus werden Straßen und Wege hauptsächlich aus Recycling-Materialien aus dem Rückbau von Dörfern im Tagebau Inden gebaut und andere heimische Baustoffprodukte bevorzugt. Damit wird die regionale Wertschöpfung gestärkt und das Projekt leistet außerdem einen positiven Beitrag zum Strukturwandel in der Region.



Partner und Förderer


Partner:
  • Aachener Stiftung Kathy Beys
  • Gemeinde Inden
  • RWE Power AG - Liegenschaftsprojekte
  • Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH
  • Sustainable Europe Research Institute GmbH

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