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Kläranlage Bad Oeynhausen versorgt sich und andere

Die Abwasserbehandlung ist äußerst energieintensiv und hat in vielen Kommunen den größten Anteil am Energieverbrauch. In Bad Oeynhausen konnten die örtlichen Stadtwerke ihre Anlage jedoch derart optimieren, dass der Energiebedarf um 50 Prozent zurückging und nun mit der selbst produzierten Energie aus Klärgas gedeckt werden kann. Grundlage dafür war ein von den Mitarbeitern selbst entwickeltes Konzept zur Überprüfung der Energieeffizienz.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Halbierung des Energiebedarfs durch 74 energiesparende Maßnahmen
  • Stromkostenersparnis von 250.000 € jährlich
  • Seit 2014: Energieerzeugung höher als eigener Verbrauch
  • Einsparung von 1.300 Tonnen CO2 pro Jahr
  • Wirkungsgradsteigerung das Klärgas-BHKWs um 10 %

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Foto: Stadtwerke Bad Oeynhausen 

Kläranlage Bad Oeynhausen mit einer Ausbaugröße von 79.500 EW (Einwohnerwerte) und einer derzeitigen Belastung von 63.000 EW.



Vom Energiefresser zum Energieproduzent

Die Stadtwerke wollten aber nicht nur Nitrifikation, Biofilter, Rührwerk, Sandfangbelüftung, Strömungsbeschleuniger und Belüftungsgebläse optimieren. Sie betrachteten auch die Prozesse, in denen Energie erzeugt wird. Vor zwei Jahren wurden deshalb die mit Klärgas betriebenen BHKWs erneuert und deren Wirkungsgrad um zehn Prozent gesteigert. Sie erzeugen mittels Kraft-Wärme-Kopplung Wärme für die Sozialräume und die Faultürme sowie Strom für den Betrieb der Kläranlage. Das Klärgas wird dabei vollständig genutzt. Bis 2014 konnte die Eigenerzeugung um 80 Prozent auf 1,8 Millionen Kilowattstunden gesteigert werden. Seit 2014 erzeugt sie mehr Energie als sie benötigt. Durch die Verbrauchseinsparungen und die Steigerung der Eigenproduktion werden insgesamt rund 1.300 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden.

Die Kläranlage in Bad Oeynhausen behandelt kommunales Abwasser von 55.000 Einwohnern und verbrauchte einst drei Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Dann entwickelten die Mitarbeiter ein detailliertes Konzept, um bei jedem Antrieb und Verfahren gründlich die energetischen Konsequenzen zu prüfen. Grundlage dafür waren fünf Kernfragen: Brauchen wir diesen Anlagenteil überhaupt noch? Kann die Einsatzdauer verkürzt werden? Kann die Anlage mit weniger Last  eingesetzt werden? Gibt es effizientere Technik? Kann die Eigenstromerzeugung gesteigert werden? Die Mitarbeiter identifizierten mit diesem Überprüfungskonzept 74 energiesparende Maßnahmen, die insgesamt jährlich 1,5 Millionen Kilowattstunden einsparten. Eine Sanierung der Kläranlage stand sowieso an, so dass die Effizienzmaßnahmen kurzfristig umgesetzt werden konnten. Die zusätzlich zur Sanierung getätigten Investitionen von rund 200.000 Euro führten zu einer Stromkostenersparnis von rund 250.000 Euro jährlich und amortisierten sich so in weniger als einem Jahr.


Foto: Stadtwerke Bad Oeynhausen

„Kläranlagen gehören neben der Industrie zu den energetischen Großverbrauchern. Seit 1991 arbeiten wir an dem Ziel einer energieautarken Kläranlage. Dass die Kläranlage in Bad Oeynhausen nun mehr Energie erzeugt als sie verbraucht, ist ein gelungenes Beispiel für kommunalen Klima- und Umweltschutz.“

Christoph Dörr, Vorstand der Stadtwerke Bad Oeynhausen



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  • Stadtwerke Bad Oeynhausen