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Ein neues Gesicht für die Emscherregion

Die Emscher und ihre Zuflüsse: lange Zeit ein offenes Abwassersystem, Meideraum für Mensch und Tier mit schlechter Zugänglichkeit, schnurgeradem Verlauf und üblem Geruch. Mit dem Abschluss des fast 30jährigen Umbauprozesses 2020 wird die Emscherregion durch eine renaturierte nachhaltige Gewässerlandschaft geprägt und – im positiven Sinn – nicht wiederzuerkennen sein.

Das Generationenprojekt des Emscherumbaus mit einem Gesamtbudget von ca. 4,5 Mrd. Euro ist in dieser Größe einzigartig in Europa. Möglich wird das Projekt durch das Ende der Bergsenkungen. Nun lässt sich Abwasser in geschlossenen unterirdischen Kanälen abführen. 51 km lang und bis zu 40m tief wird das neue geschlossene Abwassersystem sein – das modernste der Welt.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Größte Renaturierung eines Flussgebiets in Europa
  • Erhöhung der Klimaanpassungsfähigkeit für die Region
  • klimagerechte Bauausführung
  • CO2-Senke
  • Lebensqualität: Vom Meide- zum Naturraum

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Foto: Klaus Baumers

In Dortmund, hier in Aplerbeck, ist die Emscher bereits renaturiert worden.



Oberirdisch ist damit der Weg frei für die  Revitalisierung des 865 Quadratkilometer großen Flusseinzugsgebiets. Es entsteht ein Naherholungsgebiet inmitten des größten europäischen Ballungsraums. Nach dieser Gestaltung (so wird z. B. die Emschermündung um 500 Meter nach Norden verlegt, eine 20 Hektar große Auenlandschaft entsteht), soll sich nahezu das gesamte Flussgebiet wieder natürlich entwickeln.

Klimafolgenanpassung und Klimaschutz

Das neu entstehende Flussgebiet erhöht als funktionierendes Ökosystem die Widerstandsfähigkeit („Resilienz“) der Region gegen die Folgen des Klimawandels (Schutz vor Folgen von Starkregen und Hochwasser, Funktion als Kaltluftquelle und Frischluftkorridor). Diese Themen werden im Rahmen der ganzheitlichen Flussgebietsbetrachtung immer mitgedacht.

Aber auch Klima- und Umweltschutz werden beachtet. Die Bauausführung erfolgt mit so geringem CO2-Ausstoß wie möglich: Die Maßnahmen reichen von modernen Maschinen über optimierte Transport- und Geräteeinsatzlogistik, Recycling und Bodenmanagement bis hin zu Reifenwaschanlagen für LKW, um Staubbelastungen im Umfeld zu vermeiden. Auch der Umbau an sich trägt zum Klimaschutz bei. Die neuen Bachläufe mit ihren Auen speichern CO2 und wirken durch ihren Bewuchs einer weiteren Erwärmung der Gewässer entgegen. Neue Fuß- und Radwege entlang der Bachläufe ermöglichen zudem eine CO2-arme Mobilität. Weitere Klimaschutzpotenziale stecken in der Abwasser- und Erdwärmenutzung.

Steigerung der Lebensqualität

Das Umfeld der ehemals offenen Abwasserläufe wird massiv aufgewertet und die Lebensqualität für die Bewohner eines weiten Gebiets stark erhöht. Ziel ist auch die Aufwertung der Emscherregion durch Projekte über den Gewässerlauf hinaus: Bereits erfolgreich umgesetzte Umstrukturierungen finden sich zum Beispiel am Phoenix See in Dortmund, im BernePark in Bottrop oder beim Emschererlebnis am Kaisergarten von Oberhausen.

Bei alledem wird die Gesellschaft intensiv eingebunden. In einem offenen Diskurs mit den Kommunen, der Wissenschaft, der Zivilgesellschaft etc. wurden von Beginn an die Leitlinien für den Umbau festgelegt. Dies mündete in dem 2006 erstellten und 2012 prämierten „Masterplan Emscher Zukunft“.


Foto: Emschergenossenschaft

„Der Emscher-Umbau ist das symbolträchtigste Projekt im Rahmen des Strukturwandels. Aus dem Hinterhof des Reviers wird sein neuer Vorgarten.“

Dr. Jochen Stemplewski, seit 1992 Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft 

 



Partner und Förderer


Partner:
  • EMSCHERGENOSSENSCHAFT
Förderer:
  • Land NRW