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Empower Refugees

Neue Perspektive im Windsektor

Klimawandel, Flüchtlingskrise, Fachkräftemangel. Deutschlandweit wird geklagt, gegrübelt und debattiert. Wie kann mit den komplexen Herausforderungen umgegangen werden? Welche Schnittmengen gibt es? Um auf diese Frage Lösungsansätze zu schaffen, wurde vor zwei Jahren das Netzwerk „FEREN“ („Fachkräftesicherung ERneuerbare ENergien“) gegründet. Hier entstand das Projekt „Empower Refugees“, das die Integration von Zuwanderern unterstützen soll, indem es ihnen mit Hilfe von Umschulungen Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt im Bereich Windkraft schafft. Damit treibt das Projekt auch die Entwicklung der Windkraftbranche voran und leistet einen Beitrag zum Ausbau Erneuerbarer Energien.

Das Projekt wurde gemeinsam vom Kraftwerksschule e.V. (KWS) aus Essen mit der psm Nature Power Service & Management GmbH & Co. KG aus Erkelenz ins Leben gerufen. Empower Refugees startete im März 2018 mit zwölf Teilnehmern bei der KWS und ist deutschlandweit das einzige Projekt in dieser Form, das im Bereich Erneuerbarer Energien existiert. Es schlägt eine Brücke zwischen dem Fachkräftemangel einerseits und der Integrationsfrage von Geflüchteten andererseits, indem es die Beschäftigung in der Windkraftbranche fördert und dem erhöhten Bedarf an Arbeitskräften nachkommt. Um dieses Vorhaben zu realisieren, übernimmt die KWS in Essen die Umschulung der Geflüchteten. Zielgruppe sind hierbei geflüchtete Personen, die bereits technische Vorkenntnisse besitzen. Das Jobcenter Essen finanziert die Maßnahme.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Sichert Fachkräfte für Erneuerbare Energien
  • Beseitigt potenzielle Hürden für den Windenergieausbau
  • Integration von Flüchtlingen

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Reduzierung des Fachkräftemangels

Die Maßnahme besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. In den ersten fünf Monaten werden unabdingbare Voraussetzungen überprüft und eine Basis geschaffen, die als Grundlage für die folgende Umschulung dient. Der Fokus liegt z. B. auf den Bereichen Sprache, Fitness, Höhentauglichkeit, Arbeitsschutz und schließt mit einem Praktikum ab. Die sechzehnmonatige Umschulung beinhaltet sowohl theoretische Lehreinheiten, die den Teilnehmern in der KWS nähergebracht werden, als auch praktische Elemente, die in einem der beteiligten Unternehmen des Projekts, erfolgen. Um den Schülern eine möglichst praxisnahe Umschulung zu ermöglichen, errichtet psm im Auftrag der KWS eine eigene Trainingsanlage auf dem Gelände des Bildungsträgers in Essen.

Am Ende der Umschulung erfolgt eine Abschlussprüfung durch die IHK. Schließen die Absolventen diese Prüfung erfolgreich ab, erhalten sie ein Zertifikat als Industrieelektriker mit der Fachrichtung Betriebstechnik und können in der Windenergiebranche als Servicetechniker für Windenergieanlagen eingesetzt werden. Die teilnehmenden Unternehmen haben ihre Übernahmebereitschaft der Teilnehmer vorab zugesichert.

Umschulung als Integrations- und Fortschrittsmotor

Die Umschulung ist nicht nur bloße fachliche Weiterbildung, sondern auch Integrationsmaßnahme. Das Thema „Flüchtlinge“ ist seit 2015 in aller Munde. Wie soll mit der hohen Anzahl an Geflüchteten umgegangen werden? Wie lassen sie sich integrieren? Das Projekt Empower Refugees leistet an dieser Stelle einen wichtigen Beitrag, indem es Geflüchteten eine Perspektive bietet, da diese in den Arbeitsmarkt inkludiert werden und dadurch leichter in der Gesellschaft Fuß fassen können. Die Teilnehmer werden sprachlich vorbereitet und sozialpädagogisch begleitet. Letzteres ist vor allem deswegen wichtig, da sich nahezu alle Teilnehmer privat in einer belastenden Situation befinden.