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Die Claudius-Höfe in Bochum: integrativ und klimagerecht

Die Matthias-Claudius-Stiftung baute 2012 in Bochum ein neues Stadtquartier im 3-Liter-Standard. Das Mehrgenerationen-Wohnprojekt ist nun Heimat für Menschen mit und ohne Behinderung, die bereits während des Planungsprozesses die Solarsiedlung mitgestaltet haben. 

In NRW ist dieses partizipative Konzept einzigartig. Schon bei der Planung band die Stiftung die zukünftigen Mieter in die Entstehung der Solarsiedlung ein –  und ließ sie diese mitbestimmen. Die Stiftung lud die späteren Bewohner ein, sich gestalterisch einzubringen und ihr neues Zuhause zu prägen. Die Kommunikation mit den späteren Bewohnern startete zu Beginn der Planungsarbeiten mit der Strategie, das Energiekonzept den Nutzern u. a. im Rahmen von Workshops verständlich zu machen. 

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Geringer Heizbedarf (30 kWh/m2a)
  • Strom aus Photovoltaikanlage
  • 60 Prozent des Warmwassers aus Solarthermie-Anlage

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Foto: Henning:Photographie

Der Gebäudekomplex wurde im 3-Liter-Standard konzipiert. Damit bleibt der Heizwärmebedarf rund die Hälfte unter der in 2012 gültigen EnEV-Forderung. PV-Kollektoren liefern Strom, LED-Laternen leuchten höchst effizient und die Mobilität mit dem Rad wird gefördert. 



Klimafreundliches Bauen im sozialen Bereich

Der Gebäudekomplex wurde im 3-Liter-Standard konzipiert. Damit bleibt der Heizwärmebedarf rund die Hälfte unter der in 2012 gültigen EnEV-Forderung, die ca. 65 kWh/m2a verlangte und auch heute noch als niedrig gilt. Zur Beheizung wird die im Stadtgebiet vorhandene Fernwärme genutzt. Die Warmwasserbereitung wird zu 60 Prozent durch thermische Solaranlagen unterstützt. Das innovative Energiekonzept wird durch großflächige Photovoltaikanlagen ergänzt. 

Barrierefreie Arbeitsplätze und öffentlich geförderter Wohnraum

Die neue klimafreundliche Heimat wird den Bedürfnissen der Bewohnern gerecht, beherbergt mehrere Generationen, umfasst den sozialen Wohnungsbau wie auch Studentenwohnheime, verbindet privaten Wohnraum und Gewerbe und bietet den Bewohnern auch noch adäquate Arbeitsplätze. Zum Projekt gehören 46 barrierefreie Wohnungen: davon sind acht rollstuhlgerecht, vier Wohngemeinschaften für Menschen mit Beeinträchtigung (16 Plätze) und ihre Betreuer, 15 Stadthäuser, zwei Studentenwohngemeinschaften (zehn Plätze), ein Hotel mit 18 Doppelzimmern – davon eins rollstuhlgerecht, ein Café, ein Gemeinschaftssaal, eine Gemeinschaftsküche und eine Kapelle. Im Außenbereich lässt der „Garten der Stille“ das urbane Umfeld vergessen. Ein Teil der Wohneinheiten wurde als öffentlich geförderter Wohnraum errichtet. Das gesamte Projekt umfasst ca. 6.500 m2 Wohnfläche für rund 200 Menschen. Die Stiftung und das Sozialwerk haben in diesem Projekt bewiesen, dass klimafreundliches Bauen und bezahlbarer, lebenswerter Wohnraum keine Widersprüche sind.


Foto: MCS

„Klimaschutz ist auch für Akteure im sozialen Bereich möglich. Wir konnten mit der Solarsiedlung im 3-Liter-Haus-Standard zeigen, dass wir ein echtes Stück Heimat für Menschen mit und ohne Behinderung mitten im Stadtquartier erschaffen können, indem wir sie direkt in die Planung miteinbezogen haben.“

Joachim Stahlschmidt, Geschäftsführer Matthias-Claudius-Stiftung Bochum




Partner und Förderer


Partner:
  • Matthias-Claudius-Stiftung Bochum
  • Matthias-Claudius-Sozialwerk Bochum e.V.
Förderer:
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)
Beratungsstellen:
  • EnergieAgentur.NRW