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Rekordkraftwerk im Düsseldorfer Hafen

In Düsseldorf haben die Stadtwerke gemeinsam mit der Siemens AG ein Gas- und Dampfkraftwerk (GuD) gebaut. Der Block „Fortuna“ überzeugt durch drei Weltrekorde für GuD-Kraftwerke mit Restwärmenutzung: Bei der installierten elektrischen Leistung, dem elektrischen Wirkungsgrad und der ausgekoppelten Wärme. Das  Wärmenetz wird weiterhin sukzessiv ausgebaut, um mehr Haushalte und Unternehmen zu erreichen und auch jenseits der Stadtgrenzen Wärme aufnehmen und abgeben zu können.

Die neue Anlage ist das modernste und effizienteste GuD-Kraftwerk der Welt. Es wandelt Energie mit einer Kombination aus Gasturbine, Dampfkessel und Dampfturbine um und koppelt Restwärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) aus. 

Das neue Kraftwerk stellt einen Effizienz-Weltrekord auf: Mit einem Wirkungsgrad von mehr als 61 Prozent bei der reinen Stromerzeugung. Zusätzlich wird die beim Strom erzeugte Wärme für das Fernwärmenetz der Stadtwerke Düsseldorf genutzt. Auch hier ein Weltrekord: Nie zuvor konnten aus einem einzigen Kraftwerksblock mit nur einer Gasturbine 300 Megawatt Wärme ausgekoppelt werden. Die Ausnutzung der Primärenergie beträgt insgesamt rund 85 Prozent. Die neue Anlage hat eine elektrische Leistung von 600 Megawatt, die thermische Leistung erreicht 300 Megawatt. 

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Einsparung von 600.000 Tonnen CO2 im ersten Betriebsjahr, im Jahr 2025 bis zu einer Millionen 
  • Elektrischer Rekordwirkungsgrad von 61 Prozent
  • Rekordauskopplung von 300 MW Fernwärme
  • Bis 2025: Anschluss von mehr als 1.000 Gebäuden und Gebäudekomplexen ans Fernwärmenetz
  • Hohe Flexibilität soll zukünftig Einbindung Erneuerbarer Energien ins Netz ermöglichen

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Foto: Stadtwerke Düsseldorf

Der neue Block "Fortuna" auf der Lausward im Düsseldorfer Hafen.



Fernwärme verbessert Klimabilanz und Luftqualität

Der Standort liegt rechtsrheinisch nah am Stadtzentrum. Damit ist das Kraftwerk optimal für die Auskopplung der klimafreundlichen, das heißt nahezu CO2-freien, Wärme geeignet. Auch die linksrheinische Seite wurde 2012 an das Wärmenetz angeschlossen. Bis 2025 sollen mehr als 1.000 Gebäude und Gebäudekomplexe neu angeschlossen werden. Regenerative Wärmequellen Dritter, wie Solaranlagen, Biogasanlagen oder BHKWs, können angeschlossen und deren Wärme aufgenommen werden. 

In den kommenden fünf Jahren soll jährlich neue Kapazität von 15 bis 20 Megawatt Wärme an das Netz angeschlossen werden. Bereits zum Jahreswechsel wird zur weiteren Flexibilisierung ein Heißwasserspeicher mit einem Volumen von 35.000 Kubikmetern in Betrieb genommen. Dieser dient als zentraler Speicher aller Nutzer und ist so bemessen, dass er an einem kalten Wintertag die Wärme für einen ganzen Tag bereit hält. 

Feinstaub wird bei der Wärmeerzeugung nicht freigesetzt; der neue Block hält diese Emissionen fast komplett zurück.

Hohe Flexibilität der städtischen Energienetze

Das Kraftwerk weist als Gasturbinenkraftwerk der neuesten Generation eine bislang unerreichte Flexibilität auf. So wird es zum zentralen Element eines intelligenten und flexiblen Konzepts der Energieversorgung in Düsseldorf und der Region: Regenerative Wärmequellen wie Solarthermie, Biogas oder Blockheizkraftwerke können flexibel und dezentral eingebunden werden. Auch Gas aus Biogasanlagen, oderWasserstoff aus Power to Gas-Anlagen soll zukünftig ins Gasnetz aufgenommen und über den Anschluss an das GuD-Kraftwerk bei Bedarf in Strom und Wärme umgewandelt werden. 


Foto: Stadtwerke Düsseldorf

„In Zukunft soll das Kraftwerk zunehmend auch erneuerbar produziertes Gas, zum Beispiel Biogas oder Gas aus überschüssigem Windstrom, nutzen können. So wird mit der neuen Anlage die Grundlage dafür geschaffen, Düsseldorf als zweitgrößten Industriestandort Nordrhein-Westfalens in den nächsten Jahrzehnten mit Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien versorgen zu können – und zwar aus der Region heraus.“. 

Dr. Udo Brockmeier, Vorstandsvorsitzender Stadtwerke Düsseldorf



Partner und Förderer


Partner:
  • Stadtwerke Düsseldorf AG
  • Siemens AG