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Großbatterie-Systeme im Einsatz

Bis 2025 sollen 40-45 Prozent des deutschen Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Um die Volatilität von Wind- und Sonnenenergie ausgleichen zu können, werden Stromspeicher wie Großbatterien benötigt. Die kurzfristig anfallenden Bedarfsschwankungen werden momentan fast ausschließlich von konventionellen Kraftwerken ausgeregelt. Dass dies auch mit Batteriesystemen möglich ist, zeigt STEAG. Seit November 2016 betreibt sie sechs Großbatterien mit einer Leistung von insgesamt 90 Megawatt, die Hälfte davon in NRW.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Bereitstellung von 90 MW Primärregelleistung, davon die Hälfte in NRW
  • Größtes Batteriespeicherprojekt in Deutschland
  • Investitionsvolumen von 100 Mio. €
  • Rein wirtschaftlich getrieben, keine Fördergelder

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Foto: STEAG

Projektleiter Christian Karalis überprüft den Zustand der Batterie-Module und gewährt damit einen Einblick in das Herzstück der Großbatterie-Systeme.



Die Installation der drei in NRW befindlichen Batteriekraftwerke erfolgte technisch unabhängig von den vorhanden klassischen Kraftwerken, aber doch in räumlicher Nähe zu ihnen. Sie wurden an den Standorten der Kraftwerke in Herne, Lünen und Duisburg-Walsum errichtet. „So können wir Synergien in der Infrastruktur nutzen“, erklärt Christian Karalis, Projektleiter Großbatterie-Systeme bei STEAG. Bei den Speichern handelt es sich um Lithium-Ionen-Batterien. Sie können vollautomatisch innerhalb von Sekunden reagieren und somit wichtige Primärregelleistung bereitstellen. Als Voraussetzung zur Teilnahme am Primärregelenergiemarkt muss eine Mindesterbringung von 30 Minuten gewährleistet sein. Der Vorteil gegenüber konventionellen Kraftwerken ist, dass Großbatterie-Systeme zur Erbringung der Primärregelenergie keine Mindestlast erzeugen müssen, somit werden fossile Brennstoffe eingespart und der CO2-Ausstoß reduziert. Die Primärregelleistung wird vom Übertragungsnetzbetreiber wöchentlich ausgeschrieben und dient der kurzfristigen Stabilisierung des Stromnetzes. Darüber hinaus können damit konventionelle Kraftwerke noch effizienter eingesetzt werden, wenn Energie zu Zeiten benötigt wird, in denen die Erneuerbaren keinen Strom produzieren.

100 Millionen Euro Investition

100 Millionen Euro hat STEAG in das Großprojekt investiert, Fördermittel wurden dabei nicht in Anspruch genommen. Seit November 2016 befinden sich alle Anlagen in der Vermarktung. Neben den drei Speichern in Nordrhein-Westfalen, gibt es noch drei weitere im Saarland. Zusammen kommen sie auf eine Leistung von 90 MW. Es handelt sich damit um das größte Speicherprojekt auf Lithium-Ionen-Basis in Deutschland. Die bisherigen Speicherprojekte sind meist geförderte Forschungsprojekte. Die hier gebauten Speicher kommen ohne Forschungsgelder aus und behaupten sich mit gutem Erfolg am Markt.

Erfahrungen mit Speichern aus Forschungsprojekt LESSY

Erfahrungen zum Thema Speicher konnte STEAG schon seit 2009 in dem Vorgängerprojekt LESSY sammeln. Dafür wurde 2014 in Völklingen eine Großbatterie von 1 MW installiert und in den Regelenergiemarkt eingeführt. LESSY war damit bundesweit einer der ersten Li-Ionen-Batteriespeicher, der für die Netzstabilisierung zugelassen wurde. Die in diesem Projekt gewonnenen Erkenntnisse kamen STEAG für den Markteintritt zu Gute.


 

Foto: Steag

„Mit Großbatterien kann nicht nur Primärregelleistung breitgestellt werden, sondern es können zukünftig noch andere Systemdienstleistungen für Netzbetreiber erbracht werden. Hierzu müssen entsprechende Märkte, wie bei der Regelenergie, geschaffen werden. Daher ist die strikte unternehmerische Trennung des Netzbetriebs von der Erzeugung bzw. Bereitstellung von Systemdienstleistungen auch zukünftig ein wichtiges Mittel für eine effiziente Energieversorgung.“

Christian Karalis, Projektleiter STEAG



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  • STEAG GmbH