DE EN

BasFlair: nachhaltiger Beton mit vulkanischen Fasern

Beton ist ein gefragter Baustoff – Zement als wesentlicher Bestandteil von Beton gehört jedoch zu den größten Klimakillern. Sechs bis neun Prozent der von der Menschheit verursachten CO2-Emissionen stammen aus der Zementproduktion. Umso wichtiger ist daher die Entwicklung von klimafreundlichen Baustoffen. Das Projekt BasFlair des Instituts für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen forscht derzeit an einem Textilbeton aus Basaltfasern.

Textilbeton wird üblicherweise aus Glas- oder Carbonfasern hergestellt, die die Zugfestigkeit des ansonsten spröden Betons erhöhen. Da Textilbeton bei gleichzeitig höherer Tragfähigkeit dünner und damit leichter ist, verringern sich die Transportkosten und die CO2-Emissionen. Weitere Vorteile sind die im Vergleich zu herkömmlichem Beton geringere Korrosionsanfälligkeit und die freie Form- und Gestaltbarkeit.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Verringerung der Zementmenge um 70% im Vergleich zu Stahlbeton
  • Verwendung nachwachsender Rohstoffe (Basalt) für Bewehrung
  • vielseitige Anwendbarkeit und Formbarkeit
  • kostengünstiger als andere Textilbetonarten
  • gute Temperaturbeständigkeit

1 von 7

Foto: Fa. informbeton, Schwepnitz

Entwurf „fire blossom“



Das Projekt BasFlair ersetzt nun die marktüblichen Glas- und Carbonfasern durch Basaltfasern aus vulkanischem Gestein. Weltweit liefern Vulkane jährlich rund einen km³ neuen Basalt – das Material wächst also nach. Basaltfasern werden direkt aus Naturgesteinen hergestellt und sind mit rund drei €/kg kostengünstig. Die Basaltfasern sind thermisch und chemisch sehr widerstandsfähig. Durch den Einsatz des sogenannten Textilbetons reduziert sich auch die Bauteildicke um bis zu 75 Prozent – und das bei gleichbleibender Qualität. Die sehr gute Temperaturbeständigkeit ist ein weiterer Vorteil, der zu einer Verbreitung der noch jungen Werkstoffklasse beiträgt.   

Feuerstelle aus Basaltbeton

Durch die höhere Temperaturbeständigkeit ergeben sich neue Anwendungsfelder, z. B. für den Bau von Feuerstellen. Die Projektbeteiligten planen als Anschauungsobjekt eine dynamisch, ästhetisch geformte Feuerstelle im öffentlichen Bereich, so dass sich jeder vom neuen Werkstoff überzeugen kann. Diese öffentlich zugängliche Feuerstelle, auch „Fire Blossom“ genannt, soll noch im Laufe des Jahres 2017 in Aachen entstehen.


Foto: Andreas Koch

„Basaltfasern können das Anwendungsspektrum des innovativen Verbundwerkstoffs Textilbeton deutlich erweitern. Hauptargumente sind dabei der niedrige Preis (3 €/kg) und die Nachhaltigkeit aufgrund der Verwendung eines „nachwachsenden“ Materials.“ Andreas Koch, Abteilungsleiter „Textiles Bauen“ vom Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University



Partner und Förderer


Partner:
  • Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen
  • Institut für Bauforschung der RWTH Aachen (IBAC)
  • Incotelogy GmbH (INC)
  • Informbeton - Herbert Johne GmbH & Co. KG (INBE)
Förderer:
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BmWi)

Weiterführende Links & Downloads