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Klimafreundlich durch Kreislauf

Der ungebrochene Trend des urbanen Gärtnerns kommt in vielen Varianten. Eine besondere Ausprägung ist das Modell Aquaponik, ein geschlossener Wasser- und Nährstoffkreislauf, in dem sich Fischzucht und Gemüseanbau ergänzen. Aquaponik ist nicht nur wassersparend, sondern auch sonst sehr effizient: Dünger ist nicht nötig und die Pflanzen wachsen – natürlich gedüngt – auch noch schneller. Im Naturschutzzentrum Arche Noah in Menden wird eine Anlage nun auch in der Umweltbildung eingesetzt.

Weltweites Bevölkerungswachstum, Flächenverbrauch und Klimawandel: Gefragt sind innovative, platzsparende und ökologisch nachhaltige Techniken der Nahrungsmittelproduktion. Aquaponik ist ein solcher Ansatz: Hier teilen sich Fische und Pflanzen dasselbe im Kreislauf geführte Wasser und profitieren davon.

Bakterien wandeln die Fischausscheidungen in Nährstoffe für die Gemüsepflanzen um. Die Pflanzen wiederum nehmen den CO2-Ausstoß der Fische auf und wandeln ihn in Sauerstoff um. Der Einsatz von Antibiotika und Pestiziden in der Anlage ist nicht nötig. Auch Frischwasser benötigt das System kaum. Schließlich bildet es natürliche biologische Prozesse ab.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Demonstration effizienter Nahrungsmittelproduktion
  • Einzigartiges Bildungsprojekt rund um Aquaponik
  • Bewusstseinsbildung für den Umgang mit Lebensmitteln
  • Nachhaltiger Betrieb der Anlage

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Foto: Arche Noah, Menden

Der erste Tank der Schauanlage steht bereit, um Fische aufzunehmen.



Aquaponik-Anlage zur Umweltbildung in Menden eröffnet

Eine neue Aquaponic-Anlage im Naturschutzzentrum Arche Noah in Menden zeigt nun, wie das System funktioniert: Die „Erlebniswelt Aquaponik“ soll Schülern bewusstes Handeln im Umgang mit Lebensmitteln vermitteln. Wer die Nahrungsmittelproduktion direkt erlebt, so die Idee, denkt  zweimal nach, bevor er Lebensmittel wegschmeißt.

Der Besuch der Anlage fördert aber auch das Verständnis für natürliche Zusammenhänge: Das System demonstriert, wie Tiere und Pflanzen sich ergänzen – des einen Abfälle sind des anderen Rohstoffe. Die Schülerinnen und Schüler können selber Experimente durchführen, Daten aufnehmen und auswerten. Dabei macht das Aquaponik-System den Lernenden bewusst, wieviel die Natur leistet um das Ökosystem aufrecht zu erhalten. Denn was in der Natur „von selbst“ läuft, müssen die Kinder im künstlichen Nachbau genau aufeinander einstellen.

Erprobtes Lernmodell für Schüler, auch Nahrungsmittelberufe profitieren

Was das mit dem Klimaschutz zu tun hat lernen die Kinder ebenso wie zu den Themen Wasserverbrauch und Wasserqualität, Umweltbelastungen und Flächenverbrauch durch Nahrungsmittelproduktion. Die Erlebniswelt folgt dabei einem wissenschaftlich erprobten Lernmodell, viele Themen sind im Lehrplan nordrhein-westfälische Schulen enthalten und können vor Ort wie später im Klassenzimmer diskutiert werden. Auch Erwachsenen bietet die Anlage wertvolle Einblicke: Besonders Landwirte, Gärtner und (Hobby-)Köche können hier einiges für ihren Arbeitsalltag mitnehmen.

Nachhaltigkeit im Mittelpunkt

Auch die Anlage selbst ist konsequent nachhaltig angelegt: Der Kreislauf braucht vor allem zwei Inputs: Energie und Fischnahrung. Die Energie für die Wasserpumpen erzeugt eine eigene Photovoltaikanlage – direkt im Naturschutzzentrum. Die Fische bekommen Futter ohne Fischmehl. So vermeidet Anlagenbetreiber Ulrich Hering, dass für den Betrieb der Anlage kleine Wildfische verarbeitet werden, die dann dem natürlichen Ökosystem nicht mehr zur Verfügung stehen.


Foto: Förderverein Arche Noah

„Um mit Boris Pasternak zu sprechen: Was wir heute tun, entscheidet, wie die Welt morgen aussieht.“

Ulrich Hering, Vorsitzender des Fördervereins Förderverein Wasser und Naturschutz Arche Noah e.V.
 



Partner und Förderer


Partner:
  • Förderverein Wasser und Naturschutz Arche Noah e.V.
Förderer:
  • Stiftung Umwelt und Entwicklung

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