DE EN

AMeG: Wie lassen sich Migranten stärker für energetische Gebäudesanierung und Energiesparen aktivieren?

In Dortmund wurden mit dem Projekt „AMeG“ neue Kommunikationswege erprobt, um die Ansprache von Immobilienbesitzern und Mietern mit unterschiedlichem Migrationshintergrund zu verbessern. Das Ziel des Projektes bestand darin, Erstinformationen zu energetischer Sanierung und zum Energiesparen besser zu verbreiten und die Nutzung bestehender Beratungsangebote und Förderprogramme zu verbessern.

Die Stadt Dortmund möchte bis 2020 ihre CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent reduzieren. Das gelingt nur, wenn alle mitmachen. Ein besonders großes Einsparpotenzial liegt im Energieverbrauch in privat genutzten Gebäuden. Rund ein Drittel der MigrantInnen in Deutschland leben in eigenen Immobilien und sind somit eine wichtige Zielgruppe für Kommunen. Mit den klassischen Instrumenten der Umwelt- und Verbraucherberatung sind MigrantInnen häufig nur schwer zu erreichen. Mit Hilfe des Projektes „Aktivierung von MigrantInnen zur energetischen Gebäudesanierung (AmeG)“ konnten Wege für eine erfolgreiche Vermittlung von Beratungsangeboten aufgezeigt und etabliert werden. Zudem wurde die Bekanntheit der in Dortmund verfügbaren Angebote merklich gesteigert.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Erfolgreiche Aktivierung weiterer Bevölkerungsgruppen
  • Stärkung der Energieberatung
  • Übertragbarer Wissenszugewinn für Kommunen und Wissenschaft

1 von 2

Foto: Stadt Dortmund

Das Team des Projektes AMeG mit Gabriele Mallasch, Klimaschutzmanagerin der Stadt Dortmund (links im Bild) und Prof. Dr. Marcel Hunecke, Projektleiter der FH Dortmund.



Unterstützung von vielen Seiten

Die Stiftung Mercator förderte das Forschungsprojekt im Rahmen des Programms „Energiewende Ruhr“ von Mai 2014 bis Juni 2016. Unter der Leitung des Fachbereichs Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Dortmund wurde das Projekt in Dortmund durchgeführt. Ein wichtiger Partner für die Ansprache insbesondere der türkischstämmigen Mitbürger war die Stiftung „Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI)“ aus Essen. Wesentliche Strukturen und fachliche Expertisen stellte das Umweltamt der Stadt Dortmund mit der stationären Energieberatung des Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz (dlze) zur Verfügung.

Mit der passenden Ansprache zum Ziel

Die Informationsveranstaltungen in AMeG zu den Themen Energiesparen im Haushalt sowie Bauen und Modernisieren wurden sprachlich an die Zielgruppen angepasst: Für die Türkeistämmigen wurde sie in deutscher und türkischer Sprache gehalten und für die Zielgruppe der Personen mit nicht-türkeistämmigem Migrationshintergrund in Deutsch mit englischer und französischer Übersetzung sowie in Deutsch mit arabischer Übersetzung. Erstmals gelang dem Projektteam der Zugang zur afrikanischen Community. Insgesamt konnte über AMeG die Bekanntheit des dlze und die Anzahl der Besucher des dlze mit  Migrationshintergrund merklich erhöht werden. Die im Projekt erzielten Ergebnisse sind direkt für die Konzeption von Aktivierungsprojekten in anderen Städten anwendbar.

So wurden auch grundsätzliche Erkenntnisse zur Aktivierung von Menschen mit Migrationshintergrund für Themen der Energieeffizienz erzielt, die breit übertragbar sind. Beispielsweise zeigte sich deutlich, dass die häufig gewählte Ansprache auf Quartiersebene (Stadtteilzentren, Quartiersmanagement) die Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund nicht zielführend erreicht. Dagegen sind die Ansprache und der Zugang über die vorhandenen migrantischen Sozialsysteme erfolgreicher. Dieses und weitere Ergebnisse sind kurz und prägnant im Leitfaden für Praxispartner zusammengefasst.


Foto: Stadt Dortmund

"Ziel des Projektes war es, eine kulturell angepasste Ansprache und Beratung von Migrantinnen und Migranten zur energetischen Gebäudemodernisierung zu entwickeln, direkt umzusetzen und diese als konkrete Handlungsempfehlungen für Praxispartner bereit zu stellen, um die Ergebnisse auch langfristig nutzbar zu machen für andere."

Gabriele Mallasch, Klimaschutzmanagerin der Stadt Dortmund




Partner und Förderer


Partner:
  • Fachhochschule Dortmund - Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften
  • Stadt Dortmund Umweltamt
  • Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung
Förderer:
  • Mercator Stiftung

Weiterführende Links & Downloads