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Auskunfts- und Informationssystem Starkregenvorsorge

MIt Informationen gegen den Starkregen

Überflutungen durch Starkregen verursachen immer wieder schwere Schäden in deutschen Städten. Der Schutz vor Überflutungen ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die die Zusammenarbeit verschiedenster Fachleuten sowie die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern erfordert. Das Ingenieurbüro Dr. Pecher AG aus Erkrath entwickelt daher in Kooperation mit dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen und der hanseWasser Bremen GmbH ein Auskunfts- und Informationssystem Starkregenvorsorge (AIS). Es hat zum Ziel, die Entwicklung von Schutz- und Vorsorgemaßnahmen mit einem effizienten Austausch von Informationen zu Starkregengefahren und Anpassungspotenzialen zwischen allen Beteiligten zu unterstützen und zu fördern. Das AIS ist Teil der Klimaanpassungsstrategie Extreme Regenereignisse für Bremen (KLAS).

Die Anpassung städtischer Räume an die Auswirkungen des Klimawandels setzt insbesondere im Hinblick auf die Vorsorge vor Überflutungen durch Starkregen die Beteiligung und Zusammenarbeit verschiedenster kommunaler und privater Akteure voraus. Große Schadensfälle, beispielsweise in Münster 2014 oder in Wuppertal 2018, machen deutlich, dass sich sowohl Kommunen als auch Privatpersonen an die Folgen des Starkregens anpassen müssen. Das Auskunfts- und Informationssystem Starkregenvorsorge unterstützt diesen Prozess, in dem es Grundlagendaten und Analyseergebnisse zu Starkregengefahren und Anpassungspotenzialen zielgruppengerecht und verständlich bereitstellt.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Weiterentwicklung und pilothafte Umsetzung eines Auskunfts- und Informationssystems Starkregenvorsorge.
  • Sensibilisierung und Förderung von Verständnis der Akteure untereinander
  • Etablierung des AIS als neues Planungswerkzeug

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Foto: Thomas Joppig

Unwetter mit extremen Regenereignissen in der Stadtgemeinde Bremen führten im August 2011 zur Überflutung des Gustav-Deetjen-Tunnels in Bremen. Teil des AIS ist u. a. ein Unterführungskataster, in dem gefährdete Unterführungen gekennzeichnet sind und das die Einsatzplanung von Polizei und Feuerwehr unterstützen kann.



Stärkung der Eigenvorsorge

Trotz umfassender Maßnahmen zur Starkregenvorsorge im öffentlichen Raum kann ein vollumfänglicher Schutz vor Überflutungen langfristig nicht gewährleistet werden. Ein Restrisiko für Überflutungen bei extremen Starkregenereignissen bleibt bestehen. Ein besonderes Augenmerk liegt daher nicht nur auf der Bereitstellung von Informationen für Fachleute, sondern vor allem auch auf der Sensibilisierung von Bürgerinnen und Bürgern. Diese können sich online auf einer Übersichtskarte über Starkrengefahren informieren und bei Bedarf mit Identitätsnachweis als Grundstückseigentümer auch weitergehende Detailauskünfte für das eigene Grundstück einholen. Ergänzend ist eine persönliche Beratung vor Ort möglich. Mit dem Wissen über mögliche Überflutungstiefen auf ihrem Grundstück werden sie in die Lage versetzt, Schäden durch Überflutungen selbst vorzubeugen. Oftmals kann mit einfachen und kostengünstigen Maßnahmen (z. B. Umrandung der Kellerlichtschächte mit Randsteinen) bereits eine große Schutzwirkung erzielt werden.

In Deutschland gibt es bisher keinen gesetzlichen Auftrag zur Erstellung und Veröffentlichung von Starkregengefahrenkarten. Kommunen fehlt daher der gesetzliche Rahmen zur Veröffentlichung und sie entscheiden daher selbst, ob und in welchem Umfang Information zu Starkregengefahren veröffentlicht werden. Laut Umweltinformationsgesetz ist bei der Veröffentlichung abzuwägen ob personenbezogene Daten (z. B. Überflutungsgefahr für einzelne Grundstücke) offenbart werden und dadurch Nachteile (z.B. Anstieg von Versicherungsprämien, sinkender Grundstückswert) für Betroffene bestehen oder ob das öffentliche Interesse an der Veröffentlichung der Informationen überwiegt. Das oben beschriebene zweistufige Vorgehen bei der Information von Bürgerinnen und Bürgern berücksichtigt erstmals beide Interessen und ermöglicht auf innovative Weise die Förderung der privaten Eigenvorsorge.

Ein Werkzeug nicht nur für Bremen

Das AIS stellt nicht nur Informationen bereit, sondern fördert auch deren Einbindung und Berücksichtigung in kommunalen Planungsprozessen. Zum Verständnis und für die Akzeptanz der für viele Fachbereiche neuen Datengrundlage, ist es wichtig, alle Akteure bei der Entwicklung neuer Planungsabläufe mit einzubinden und ein gemeinsames Verständnis für die Belange der Überflutungsvorsorge zu entwickeln. Dies erfordert die Entwicklung und Erprobung neuer Kommunikationskonzepte (Erklärungen, Kartendarstellungen, etc.), von denen nach Projektabschluss auch anderen Städten und Kommunen profitieren sollen.


Foto: Dr. Pecher AG

„Die Bereitstellung von Informationen zu Starkregengefahren ist eine wichtige Grundlage der Überflutungsvorsorge. Das AIS leistet hier als innovatives Kommunikationswerkzeug einen wertvollen Beitrag“

Dr. Holger Hoppe, Geschäftsbereichsleiter und Fachbereichsleiter Grundlagen und Betrieb bei der Dr. Pecher AG




Partner und Förderer


Partner:
  • Freie Hansestadt Bremen, Der Senator für Umwelt Bau und Verkehr
  • hanseWasser Bremen GmbH
Förderer:
  • Deutsche Bundesstiftung Umwelt