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Sanierung Hattinger Südstadt: Erneuerung der Wohnstruktur und der Energieversorgung

Seit 2007 modernisiert die Hattinger Wohnungsbaugenossenschaft (hwg) die in den 1950er-Jahren entstandene Wohnsiedlung „SüdstadtGarten“. Um die Attraktivität des Quartiers langfristig zu erhalten, werden die rund 1.000 Wohnungen nicht nur erweitert und umstrukturiert, sondern auch klimafreundlich und energieeffizient gestaltet. Dabei ist das gesamte Vorhaben als Pilotprojekt zu verstehen: in den einzelnen Wohneinheiten setzt die Wohnungsgenossenschaft unterschiedliche Sanierungs- und Energieversorgungskonzepte um und ermittelt so die optimale Lösung für zukünftige Modernisierungsvorhaben.

Mit einem Anteil von 35 Prozent am gesamten deutschen Energieverbrauch ist der Gebäudesektor verantwortlich für einen großen Teil aller CO2-Emissionen in Deutschland. Auch die Wohnungen des „SüdstadtGarten“ verbrauchten vor ihrer Modernisierung aufgrund der unzureichenden Gebäudedämmung und des veralteten Heizsystems sehr viel Energie. Daher entschloss sich die hwg, bei der Sanierung der Wohneinheiten vor allem der energetischen Verbesserung besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Pilotprojekt für die Sanierung von Quartieren einer Genossenschaft
  • Auswertung unterschiedlicher Sanierungskonzepte (Dämmung, Fensterart, Belüftung)
  • Praxistest verschiedener Energieversorgungs- konzepte
  • Aufnahme eines Bauabschnittes in das Programm „100 Klimaschutzsiedlungen“ der EnergieAgentur.NRW

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Foto: hwg eG

Der Hattinger Stadtteil Südstadtgarten erstrahlt nach den Sanierungsarbeiten im neuen Glanz. Die hwg eG investiert rund 90 Millionen Euro in die Erneuerung der Gebäude und den Neubauten. Die Häuser sind dann so ausgestattet, dass sie möglichst wenig Energie verbrauchen.



Zwölf Jahre Modernisierung und Neubau zum modernen Viertel

So werden bis Anfang 2019 in insgesamt elf Bauabschnitten nicht nur die Grundrisse der Wohnungen verändert und ihre Ausstattung den heute üblichen Standards angepasst, sondern auch die Gebäudedämmung und die Fenstersysteme erneuert sowie neue Lüftungs- und Energieanlagen installiert. Für eine effizientere Strom- und Wärmeversorgung sorgen Gas-Brennwertthermen, Wärmepumpen mit Geothermie-Nutzung, eine Holzpelletheizung sowie Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen. Das Besondere daran: In den einzelnen Häusern der Siedlung kommen unterschiedliche Sanierungs- und Energiekonzepte zum Einsatz. Die hwg wertet die Bedienung und Leistung der Anlagen sowie den Verbrauch der einzelnen Wohneinheiten aus, um daraus die optimale Lösung für zukünftige Modernisierungsprojekte zu ermitteln. Im Ergebnis führen alle bisher umgesetzten Maßnahmen dank eines reduzierten Energieverbrauchs und der Nutzung effizienter, dezentraler und zum Teil erneuerbarer Energieumwandlungssysteme bereits zu einer deutlichen Reduzierung der CO2-Emissionen um zirka 50 Prozent.

Energieversorgung im Sinne einer klimafreundlichen Zukunft

Den selbst gestellten Anspruch der hwg, die für Neubauten vorgegebenen Energiestandards auch bei der Modernisierung seiner Bestandsimmobilien zu erreichen, hat die Genossenschaft inzwischen teilweise sogar übertroffen. So avancierte ein ursprünglich schon als Passivhaus geplantes Mehrfamiliengebäude im Verlauf seiner Sanierung durch die Nutzung von erneuerbaren Energien zur Deckung des restlichen Wärmebedarfs sogar zum Nullemissionshaus und gilt damit als ökologisches Vorzeigeobjekt.

Den bereits fertig gestellten 5. Bauabschnitt des „SüdstadtGartens“, der die Modernisierung von mehreren Mehrfamilienhäusern umfasste, hat die EnergieAgentur.NRW in ihr Förderprogramm „100 Klimaschutzsiedlungen“ aufgenommen. Das NRW-Projekt zielt darauf ab, die CO2-Emmissionen von Wohnsiedlungen in NRW zu reduzieren. Bedingung für die Aufnahme ist, dass der Heizwärmebedarf der Häuser nicht höher als 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr ist – wie bei den Häusern dieses Bauabschnitts des „SüdstadtGartens“ der Fall.


Foto: hwg eG

„Der Nachhaltige Umgang mit Ressourcen sowie der effiziente Einsatz von erneuerbaren Energien entsprechen unserem Selbstverständnis.

Marcus Kibilka, Projektleitung Südstadt

„Als Projektleiter ist es mein Ziel, nachhaltig zu bauen und damit Verantwortung für unsere Umwelt und die zukünftiger Generationen zu übernehmen.“

Thomas Babiennek, Projektleitung Südstadt