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Wildenergiepflanzen für die Landschaft und Landwirtschaft

Die Energiegewinnung durch Nutzung von Biomasse liefert wichtige Beiträge zur Umsetzung der Energiewende und Erreichung der europäischen und nationalen Klimaschutzziele. Um die negativen Auswirkungen der Biogasgewinnung auf die Umwelt einzudämmen, erproben die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, die Landwirtschaftskammer NRW und die Stadt Dorsten mit dem Forschungsprojekt GrünSchatz im westlichen Münsterland und im westlichen Lipperaum neue Saatgutmischungen aus heimischen Wildpflanzen. Gesucht werden Pflanzen, die nicht nur ertragreich, sondern auch ökologisch wertvoll sind und das Landschaftsbild positiv prägen.

Die bisherige Biogasgewinnung ist teilweise mit negativen Auswirkungen auf Schutzgüter wie Grundwasser, Boden, Landschaftsbild, Mikroklima und Biodiversität verbunden. Diese negativen Wirkungen können durch die Verwendung der Wildpflanzenmischungen anstelle von Mais teilweise gemildert werden. Dies muss sich auch ökonomisch tragen, damit sich die ökologischen Vorteile auch auf der Basis wirtschaftlicher Betriebsmodelle realisieren lassen.
 

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Steigerung der Bioenergieakzeptanz
  • Ertragsanalysen für Wildpflanzen
  • Erhebung ökologischer Leistungen

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Anbauen, anschauen und vergleichen

Auf Versuchsflächen in Dorsten, Billerbeck, Coesfeld und Schermbeck-Gahlen werden die Wildpflanzenmischungen in einem wissenschaftlichen Untersuchungsdesign angebaut und über mehrere Jahre hin untersucht. Die in der Landschaft in verschiedener Raumage zueinander angelegten und einheitlich bewirtschafteten Flächen werden hinsichtlich Trockenmasse und Gasertrag verglichen. Erhoben werden nicht nur die wirtschaftlichen Perspektiven der Wildpflanzen, sondern auch positive ökologische Effekte auf Bodenlebende Spinnen, Käfer und Streuzersetzer, Bestäuber, u.a. Hautflügler (Bienen, Hummeln) aber auch diverse Käfergruppen sowie Zweiflügler (Fliegen u.a.), das Niederwild, Schmetterlinge sowie Vögel. Untersucht wird auch die Frage nach der Akzeptanz des Anbaus von Wildpflanzenmischungen bei verschiedenen Akteuren.

Ökologische Kosten im Fokus

Das Regionale 2016-Projekt will die gesellschaftliche und politische Debatte um die wahren ökologischen Kosten von Technologien und Entscheidungen fördern. Durch die Erfassung ökologischer Auswirkungen könnten schon heute Entscheidungen anders getroffen werden. Die kurzfristig höheren Kosten, zum Beispiel der Wildpflanzenalternative, können sich auch als sinnvolle Investition abbilden lassen: die Sicherung von Bestäubungsleistungen, Bodenfruchtbarkeit und Wasserqualität hat auch langfristig eine hohe ökonomische Relevanz.

Mit gutem Beispiel voran

Durch die Entwicklung von Betreibermodellen kann exemplarisch aufgezeigt werden, wie auf Betriebsebene konkret und langfristig ein ökonomisch tragfähiger Wildpflanzenanbau realisiert werden kann. GrünSchatz zeigt Wege auf, wie heimische Wildpflanzen zielführend als Quelle für Biogas eingesetzt werden können. Das Projekt möchte damit zur Verbreitung und Akzeptanzsteigerung gegenüber Erneuerbaren Energien beitragen und den Klimaschutz mit positiven Umwelteffekten voran bringen. Die Untersuchungsflächen sind gleichzeitig Anschauungsobjekte für Bewohner, Landwirte und Besucher. Die Laufzeit des Projektes ist auf vier Jahre angelegt.


Foto: privat

„Biogaserzeugung als Beitrag zum Klimaschutz muss auch die Biodiversität stärken. Mit Wildpflanzen geht das zusammen. Die im GrünSchatz-Projekt verwendete Mischung ist aus einer langen Reihe an Praxisversuchen hervorgegangen und kann praktisch von jedem Landwirt eingesetzt werden.“

Prof. Dr. Tillmann Buttschardt, Projektleiter



Partner und Förderer


Partner:
  • Westfälische-Wilhelms Universität Münster
  • Stadt Dorsten
  • Landwirtschaftskammer NRW
Förderer:
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)