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100 KWK-Anlagen im großen Praxistest

In der Innovation City Bottrop wurde von 2013 bis 2016 der Nutzen verschiedener KWK-Anlagen in unterschiedlich gedämmten Gebäuden getestet. Im Ergebnis konnte der CO2-Ausstoß um 40 Prozent, der Primärenergiebedarf um 26 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig wurden technologische und ökonomische Herausforderungen identifiziert.

Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) können mit Ihrer dezentralen Erzeugung von Wärme und Strom ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz und die Energiewende sein – vor allem beim Einsatz in Bestandsgebäuden. Das Gas- und Wärme-Institut Essen (GWI) hat dazu in einem Projekt 100 Mikro-KWK-Anlagen in Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie kleineren Gewerbeeinheiten in Bottrop in der Praxis getestet – und dabei Anlagenhersteller, Planer, Installateure, Energieversorger und Endnutzer einbezogen. Ziel des Projekts war es herauszufinden, welche KWK-Anlage wo den größten Nutzen erzielt.

Fortschrittsmotor Klimaschutz:

  • Direkte CO2-Einsparung von 40 % im Praxistest
  • Erfahrungswissen zum effizientesten Einsatz unterschiedlicher Anlagen
  • Breite Einbindung von Experten und Anwendern

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Grafik: Open Street Map

Projektgebiet von „100 KWK-Anlagen in Bottrop“



Vorher-Nachher-Vergleich verschiedener Anlagen

Getestet wurden KWK-Anlagen verschiedener Arten und Hersteller mit einer elektrischen Leistung von 1 bis 5 Kilowattstunden – mit Brennstoffzellen, Sterling- und Otto-Motoren. In einem Vorher-Nachher-Vergleich zu bisher genutzten Anlagen untersuchte die GWI unter anderem den Energieeinsatz und die CO2-Einsparpotenziale, die Auswirkungen besonderer Gebäude- und Dämmeigenschaften auf die Leistung, den Bedienkomfort sowie den Installations- und Wartungsaufwand.

Positive Ergebnisse für Umwelt und Beteiligte

So wurden bis 2016 zahlreiche Messungen durchgeführt – mit positiven Ergebnissen für den Klimaschutz. Die 100 KWK-Anlagen konnten 40 Prozent CO2 einsparen und den Primärenergiebedarf um 26 Prozent verringern. Zudem konnten die mitwirkenden Firmen neues Wissen über Technologien, Dämmstandards und Energiesparpotenzial sammeln. Gleichzeitig hat der Praxistest gezeigt, welche Kombinationen von Anlagen und Gebäuden am effektivsten sind.

Ökonomische Herausforderungen für die Zukunft

Ein Ergebnis des Projekts ist allerdings auch, dass sich KWK-Anlagen im Vergleich zu vorherigen Anlagen wirtschaftlich bislang nur schwer rechnen und zudem keine großen technologischen Effizienzsprünge mehr zu erwarten sind. Der Abschlussbericht des Projekts rückt hier die entscheidenden Fragen zur Verbreitung von KWK-Anlagen in den Mittelpunkt: Förderung und Vereinfachungen in der Administration können Hürden abbauen und die Energiewende weiter unterstützen.




Partner und Förderer


Partner:
  • Gas- und Wärmeinstitut Essen e.V.
  • InnovationCity Ruhr (ICM)
  • Hochschule Ruhr West
  • Anlagenbauer und Bürger
  • DVGW
Förderer:
  • Land NRW
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)
  • EFRE NRW
Beratungsstellen:
  • EnergieAgentur.NRW